Thrombosemanagement

Thrombosebehandlung – überwiegend ambulant

Bei Saphenion werden Patienten mit dem Verdacht auf Thrombose oder Thrombophlebitis ambulant diagnostiziert und in 95 Prozent der Fälle auch ambulant betreut und therapiert. In jeder Woche kommen ca.  5 Patienten mit einem thrombotischen Verschluss von Haut- oder tiefen Venen in unsere Sprechstunde.

Durch zwei Dinge machen wir eine weitgehend ambulante Thrombose-Therapie möglich: Einerseits durch eine umfassende klinisch-symptomatische Diagnose, die andererseits an eine mehrstufige medizintechnische Diagnostik gekoppelt ist. Grundsätzlich führen wir nach der klinisch-symptomatischen Untersuchung eine Funktionsmessung der Venen durch. Sollten beide Untersuchungen ohne pathologische Befunde sein, wird nur im Ausnahmefall (Thromboserezidiv) eine 3-D-Triplexsonografische Untersuchung angeschlossen. Sollte jedoch nur eine der Grundlagenuntersuchungen pathologische Befunde ergeben, folgt auf jeden Fall die Farbduplexsonografie der Venen. Die Duplexsonografie ist heute „Gold-Standard“ bei der Diagnostik von Thrombose. Die immer noch übliche Kontrastmittel-Phlebographie hat heute nur noch Bedeutung bei speziellen Fragen zur Anatomie des Venensystems oder bei Verlaufskontrollen nach Thrombosetherapien.

Zwei unterschiedliche Thrombosen – beide verlangen schnelle Behandlung
Im Wesentlichen unterscheiden wir zwei Typen von Thrombosen: die tiefe Venenthrombose (TVT) und die Thrombose der Hautvenen (Thrombophlebitis). Beide können unbehandelt zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Hier sei an erster Stelle die Lungenembolie genannt, die auch bei nicht adäquat behandelten Hautvenenthrombosen in 10 bis 15 Prozent der Fälle auftritt.

Die Behandlung der tiefen Venenthrombose erfolgt durch ein- oder mehrfache Injektion von zur Therapie zugelassenen Heparinpräparaten. Die in Fertigspritzen vorliegenden Medikamente können nach einer entsprechenden Anleitung in unserem Zentrum durch den Patienten selbst oder einen Angehörigen durchgeführt werden. Zusätzlich erfolgt eine umgehende Versorgung mit Kompressionsstrümpfen nach Maß im Rahmen der Sprechstunde. Gerne kommt unser geschultes Fachpersonal dazu auch zu Ihnen nach Haus. Neben der medikamentösen Therapie und der Kompressionstherapie steht bei uns die frühe Mobilisierung (keine Bettruhe!) des Patienten auf dem Behandlungsplan. Allerdings ist sportliche Betätigung für die ersten zehn Tage nach Beginn der Therapie untersagt.

Bei der Therapie der Thrombophlebitis verfolgen wir ein strikt interventionelles Konzept. Nach Ausschluss einer tiefen Venenthrombose wird unter lokaler Betäubung des betroffenen Venenabschnitts eine Aspirations – Thrombektomie mit einem Minikatheter durchgeführt. Anschließend legen wir einen Ethanol-Kompressionsverband an, verordnen Heparinspritzen für 10-14 Tage und empfehlen für diesen Zeitraum auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Auch hier legen wir Wert auf die uneingeschränkte Mobilisierung des Patienten.
Im Rahmen dieses ambulanten Behandlungskonzeptes konnten in den 15 Jahren unseres Bestehens rund 3.000 Patienten mit einer Thrombose oder Thrombophlebitis erfolgreich behandelt werden. Nur in vier Fällen führte eine periphere segmentale Lungenembolie zu einer stationären Einweisung und Beobachtung. Wir haben in dieser Patientengruppe noch keinen einzigen Fall einer heparininduzierten Thrombozytopenie gesehen (H I T – Syndrom).