RFITT – kathetergestützte Therapie der Bakerzyste: Update!

 

 

Die kathetergestützte Thermotherapie (RFITT) der Bakerzyste ist ein im klinischem Einsatz befindliches Verfahren zur endozystischen minimalinvasiven Thermoablation von Kniegelenkzysten (Bakerzysten). Es wurde weltweit erstmals 2010 von SAPHENION® Berlin im klinischen Alltag eingeführt.

Die Therapie der BAKER-ZYSTE kann entweder konservativ oder operativ erfolgen. Die konservative Therapie schließt eine antientzündliche medikamentöse Therapie (Ibuprofen, Diclofenac) und auch eine Punktion der Zyste ein. Bei der operativen Therapie wird gegenwärtig die gesamte Zyste über einen recht großen Hautschnitt in der Kniekehle freigelegt und an ihrer Wurzel (Kanal ins Kniegelenk) unterbunden und dann abgetrennt. Neben der Radikalität des Eingriffs muss man nach der Operation mit den üblichen Komplikationen chirurgischer Eingriffe rechnen.

 

Typische sonografische Bilder von Bakerzysten des Kniegelenkes.

Inzwischen 94 Bakerzysten mit RFITT therapiert

Nach erfolgreichem Einsatz in der Onkochirurgie, der Urologie und bei der endovenösen Therapie von Krampfadern ergibt  sich damit ein weiteres Anwendungsgebiet für RFITT.

Bei der RFITT fließt dank einer bipolaren Anordnung der Elektroden ein hochfrequenter Wechselstrom durch die als elektrischer Leiter fungierende Zystenwand und erzeugt direkt in dieser eine thermische Wirkung und eine Gewebeschrumpfung (Mikrowelleneffekt). Bisher haben wir bei 92 Anwendungen in 82 Fällen einen dauerhaften Verschluss der behandelten Zyste erreicht (Verschlussrate 89,1%).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Intraoperativer Befund mit liegender Schleuse, sonografisch gut dargestellt auf dem rechten Bild.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liegender RFITT Katheter re. Bild, thermische Verklebung li. Bild.

 

Der Eingriff wurde von uns lange Zeit unter einer Vollnarkose mit Propofol durchgeführt – eine Vollnarkose ist jedoch nicht mehr notwendig!

Inzwischen haben wir auch bei diesem Eingriff die Vollnarkose konsequent durch eine Analgosedierung und parallel zum thermischen Verschlussmanöver eine Tumeszenz parallel zum Zystenschlauch unter sonografischer Kontrolle der Injektionen eingeführt. Die Erfahrungen mit unseren Patienten zeigen, dass eine Vollnarkose tatsächlich nicht mehr notwendig ist.

Aktueller Befund am 1. post op Tag nach Radiowellenablation

 

 

Post op Befund nach RFITT -Ablation

Das Sonografiebild oben zeigt den im Text bereits dargestellten Befund ebenfalls einen Tag nach der RFITT-Ablation einen Tag nach dem Eingriff.  Die Zyste ist bis an den Stiel, der in das Gelenk zieht, verschlossen.
Unabhängig von den ersten durchaus erfolgreichen Therapieergebnissen beim Kleben der Zysten sehen wir jedoch einen klar besseren Effekt (89% : 63% Verschlussrate ) beim RFITT-System und setzen dieses auch weiterhin in erster Linie zur kathetergestützten minimalinvasiven Behandlung der Baker-Zyste ein.
Beim Radiowellenkatheter ist keine Vollnarkose mehr notwendig.
Deshalb bleibt aus unserer Sicht die Klebertherapie der Baker-Zyste Ausnahmen vorbehalten. 

Befund 3 Monate nach RFITT der Zyste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonografische Kontrolle der Intervention an der Bakerzyste 3 Monate post op..

In den obigen Bildern sehen wir den Ultraschallbefund 3 Monate nach RFITT der Bakerzyste – die Zyste ist als Bindegewebestrang sichtbar. Eine erneute Auffüllung er Zyste hat nicht stattgefunden.

Auch konnte keine neue Zyste dargestellt werden. Der Patient ist beschwerdefrei.

 

Bei den genannten Kathetertherapien handelt es sich um „off label“ use.

 

Links:

http://www.saphenion.de/news/rfitt-in-therapy-of-bakers-cyst-update/

http://www.schnarchen-operation.at/operationen/operationen-gegen-schnarchen/radiofrequenz-induzierte-thermotherapie

https://www.yumpu.com/de/document/view/8814466/rfitt-als-neue-therapie-der-baker-zyste-saphenion

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23630553

 

Kommentare

  1. Liebes Team,

    ich spiele mit dem Gedanken, mein Bakerzysten entfernen zu lassen (links und rechts) da gab mir gestern meine Internistin den Hinweis auf Sie. Ich nehme jedoch an, dies ist keine Leistung, welche die KV übernimmt. Allerdings … warum eigentlich nicht, das die Kosten für eine OP bestimmt höher ausfallen würden – oder?

    Danke für eine Antwort.

    Conny Schoppe

    • Liebe Conny Schoppe

      Die ABlation der Bakerzysten mittels RFITT Katheter ist minimalinvasiv, d.h. mittels Katheter durch zuführen – Sie haben sicher die Unterlagen dazu schon studiert. RFITT kann an beiden Knien simultan ausgeführt werden, d.h. die Zysten werden in einer Sitzung bds. verschlossen. Die Kosten werden analog der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet und betragen dann ca. € 1800-1900,00 (inclusive Sachkosten).

      freundliche Grüsse Ihr Dr. Zierau

  2. Guten Abend Herr Dr. Zierau,

    ich bin 49Jahre alt, sportlich und recht Fit. Ich habe seit ca. 7 Jahren eine Bakerzyste in der linken Kniekehle. Meine O- Beinstellung in Verbindung mit meinem früheren Sport (Fussball) hat dazu geführt, dass sich im Laufe der Jahre der Verschleiß im Knie bemerkbar gemacht hat. Innenmeniskusteilresektion in 2013 und im Nov.2017 wurde eine fortgeschrittene mediale Gonarthrose diagnostiziert.

    Ich betreibe schon lange keine Stop-Go Sportarten mehr, sondern habe mich meinem lädierten Knie sportlich angepasst.

    Was raten Sie mir, um zunâchst die Symptomatik der Bakerzyste in den Griff zu bekommen, wobei ich hier keine Schmerzen verspüre, aber eine regelmäßige Verdickung, durch Flüssigkeitszufuhr, der Kniekehle. Das hindert mich tw. normal zu gehen.

    Bedeutet ein Verschluss der Bakerzyste nach Ihrer Methode auch ein Wegfall der Flüssigkeitsbildung im Knie oder verteilt und sucht sich diese dann eine andere Stelle?

    Besten Dank vorab!

    M.Tauner

    • Lieber Herr Tauner

      machen Sie alles so weiter wie bisher, Sie haben sich dem lädierten Knie angepasst, die Gonarthrose ist ein Fakt, der nicht mehr Wegzureden ist. Die Bakerzyste sollet Regelmässig kontrolliert werden mittels Sonographie, wenn diese allerdings eine Größenzunahme zeigt, ist Handlungsbedarf, da eine Thrombosegefahr in den Unterschenkelvenen besteht. Der Verschluss der Bakerzyste verändert nicht die Situation innerhalb des Gelenkes, so dass über kurz oder lang auch mit einer Rezidivzyste zu rechnen ist, Allerdings sehen wir dies ebenso und sehr oft auch bei offenen chirurgischen Bakerzysten-OPs. Mit anderen Worten, Therapiebedarf ab einer bestimmten Grösse, der anatomischen Lage im Unterschenkel und den Symptomen.

      gruss Dr. Zierau

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