SAPHENION – Scientists4 future

SAPHENION unterstützt Scientists4future

Bei SAPHENION in Berlin und Rostock wird auch diskutiert, Patienten teilen uns ihre Ansichten mit, der Eine oder Andere hat eine kritische Meinung. „Die Jugendlichen tragen Luxusschuhe und Markenklamotten, schwänzen den Unterricht“ – so ein von der BILDzeitung in die Meinung getragenes Argumentationssprech. Nach meinem Wissen mit 3 eigenen Kindern – haben wir ihnen Markenklamotten gekauft und erfüllen nach Möglichkeit Luxuswünsche – …Wir als Eltern haben dieses Denken produziert. Jetzt das Anliegen der Jugendlichen auf diese Ebene herab zu würdigen, ist ein Zeichen dafür, dass wir noch gar nicht begriffen haben, was eigentlich passiert, was der eigentliche Grund der Massendemonstrationen ist.

SAPHENION supports Scientists4Future

At SAPHENION in Berlin and Rostock it is also discussed, patients tell us their views, one or the other has a critical opinion. „The young people wear luxury shoes and branded clothing, skip the lesson“ – so one of the BILD newspaper in the opinion supported argumentation. To my knowledge, with 3 of our own children – we have bought them branded clothing and fulfill luxury wishes if possible – … We as parents have produced this thinking. To acknowledge the concern of the young people on this level is a sign that we have not yet understood what actually happens, what is the actual cause of the mass demonstrations.

Deshalb haben wir uns einmal tiefer in die Materie hinein gelesen und sind für uns zu dem Schluss gekommen – die Kinder und Jugendlichen haben recht und noch wichtiger – die Gefühle der Kinder und Jugendlichen werden immer mehr von Wissenschaftlern sachlich nachdrücklich unterstützt und durch wissenschaftliche Argumente untermauert. Eines ist auf jeden Fall schon ein Erfolg – wir denken jetzt auch darüber nach und beschäftigen uns ernsthaft mit dem Thema. Und Eines sei abschließend auch noch gesagt – kein Klimaschutz ohne Frieden! Und das ist das WICHTIGSTE – WER AUCH IMMER DAFÜR AUF DIE STRASSE GEHT!

Therefore, we have once more deeply into the matter read and have come to the conclusion – the children and young people are right and more important – the feelings of children and adolescents are more and more scientifically substantive support and underpinned by scientific arguments. One thing is definitely a success – we think about it now and seriously deal with the topic. And one thing is finally said – no climate protection without PEACE! And that is the IMPORTANT – WHO ALSO GOES FOR THE ROAD!

Stellungnahme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern  zu den Protesten für mehr Klimaschutz  –  Scientists4Future


Zurzeit demonstrieren regelmäßig viele junge Menschen für Klimaschutz und den Er­halt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.

Das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 verpflichtet die Staaten völker­rechtlich verbindlich, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Es kommt nun darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und welt­weit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren. Eine schnellere Absenkung erhöht hierbei die Wahrscheinlichkeit, 1,5 °C zu erreichen. Die Verbrennung von Kohle sollte bereits 2030 fast vollständig beendet sein, die Verbrennung von Erdöl und Erdgas gleichzeitig reduziert werden, bis alle fossilen Energieträger durch klima­neutrale Energiequellen ersetzt worden sind. Unter Berücksichtigung von globaler Kli­magerechtigkeit müsste in Europa dieser Wandel sogar noch deutlich schneller ablau­fen.

Auch wenn weiterhin Beteiligungs- und Diskussionsbedarf besteht: Jetzt muss gehan­delt werden. Beides schließt einander nicht aus. Es gibt bereits viele gesellschaftliche und technologische Innovationen, die Lebensqualität erhalten und menschliches Wohl­ergehen verbessern können, ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören.

In allen deutschsprachigen Ländern werden beim Umbau der Bereiche Ener­gie, Ernährung, Landwirtschaft, Ressourcennutzung und Mobilität die notwen­dige Größenordnung und Geschwindigkeit nicht erreicht. Deutschland wird die selbstgesteckten Klimaschutzziele für 2020 verfehlen und auch die Er­reichung der Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie für 2030 ist hochgra­dig gefährdet. Zudem mangelt es weiterhin an einem wirksamen Klimaschutzgesetz. Öster­reich hat sich in seiner Klima- und Energiestrategie Ziele gesetzt, die dem Pariser Vertrag in keiner Weise gerecht werden und selbst dafür sind weder die erforderlichen Maßnahmen noch die finanziellen Mittel vorgesehen. Zugleich sind Bodenverbrauch und -versiegelung pro Person und Jahr in Österreich die höchsten in Europa. Die Schweiz hat ihre Treibhausgas-Emissionen seit 1990 nur geringfügig verringert; gleichzeitig stiegen die im Ausland verursachten Emissionen erheblich an. In der ersten parlamentarischen Debatte zur Totalrevision des CO2-Ge­setzes wurden die inländischen Reduktionsziele gestrichen und die Reduzierung der Schweizer Emissionen sollte durch Kompensation im Ausland erfolgen. Schließlich ist das Gesetz vorläufig gescheitert.

Die jungen Menschen fordern zu Recht, dass sich unsere Gesellschaft ohne weiteres Zögern auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel ist ihre Zukunft in Gefahr. Dieser Wandel bedeutet unter anderem: Wir führen mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen ein. Wir setzen Energiesparmaßnahmen konsequent um. Und wir verändern unsere Ernäh­rungs-, Mobilitäts- und Konsummuster grundlegend.

Vor allem die Politik steht in der Verantwortung, zeitnah die notwendigen Rahmen­bedingungen zu schaffen. Insbesondere muss klimafreundliches und nachhaltiges Handeln einfach und kostengünstig werden, klimaschädigendes Handeln hingegen un­attraktiv und teuer (z. B. durch wirksame CO2-Preise, Einstellung von Sub­ven­tionen für klimaschädliche Handlungen und Produkte, Effizienzvorschriften und soziale Inno­vationen). Eine sozial ausgewogene Verteilung von Kosten und Nutzen des Wandels ist dabei unerlässlich.

Die enorme Mobilisierung der neuen Bewegungen („Fridays for Future“ in Deutschland und Österreich, „Klimastreik“ in der Schweiz) zeigt, dass die jungen Menschen die Situation verstanden haben. Ihre Forderung nach schnellem und konse­quentem Handeln können wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nur nach­drücklich unterstreichen. 

Als Menschen, die mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut sind und denen die derzei­tigen Entwicklungen große Sorgen bereiten, sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung an, auf die Folgen unzureichenden Handelns hinzuweisen.

Nur wenn wir rasch und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier – und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen gewinnen. Genau das möchten die jungen Menschen von „Fridays for Future / Klimastreik“ erreichen. Ihnen gebührt unsere Achtung und unsere volle Unterstützung. 

Die Anliegen der demonstrierenden jungen Menschen sind berechtigt!

25 000 Demonstranten am Freitag, den 15.03.2019 in Berlin

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Statement of scientists and scholars concerning the protests for more climate protection – Scientists4Future

At present, many young people have begun to demonstrate persistently for climate protection and the preservation of our natural resources. As scientists and scholars, and based on sound scientific knowledge, we declare: These concerns are justified and supported by the best available science. The current measures for climate, biodiversity, forest, marine, and soil protection are far from sufficient.

The Paris Agreement on Climate Change of 2015 obliges nation states under international law to keep global warming well below 2°C. In addition, all countries have promised efforts to limit global warming to 1.5 °C. 

It is critical to immediately begin reducing net CO2 emissions and to eliminate them to zero worldwide between 2040 and 2050 at the latest. A more rapid reduction increases the probability of reaching 1.5°C. The burning of coal should be nearly ended by 2030, while the burning of oil and natural gas should be reduced simultaneously until all fossil fuels have been replaced by climate-neutral energy sources. Considering global climate justice, in Europe this change has to take place even more quickly.

While the need for participation and discussion remains, action must be taken now. Discussion and action are not mutually exclusive. Many social and technological innovations already exist which can maintain quality of life and improve human well-being without destroying our natural resources.

In all German – speaking countries, neither necessary scale nor speed are being achieved in the restructuring of the energy, food, agriculture, resource, and mobility sectors. Germany will fail to meet the climate protection targets it has set itself for 2020, and the achievement of the goals of the German Sustainability Strategy for 2030 is at high risk. Moreover, there is still a lack of an effective climate protection law. Austria has set itself goals in its climate and energy strategy that do not in any way do justice to the Paris Agreement and even for this purpose neither the necessary measures nor the financial means are provided. At the same time, soil degradation and surface coverage per person and year in Austria are the highest in Europe. Switzerland has reduced its greenhouse gas emissions only slightly since 1990; at the same time, emissions caused abroad have increased considerably. In the first parliamentary debate on the total revision of the CO2 Act, domestic reduction targets were abolished and Swiss emissions were to be reduced by offsetting them abroad. In the end, the law failed for the time being.

The young people rightly demand that our society should prioritize sustainability and especially climate action without further hesitation. Without far – reaching and consistent change, their future is in danger. This change means, among other things: With new courage and the necessary speed, we will introduce renewable energy sources. We will consistently implement energy-saving measures. And, we will fundamentally change our patterns of nutrition, mobility and consumption.

Politicians in particular have a responsibility to create the necessary framework conditions in a timely manner. In particular, climate -friendly and sustainable action must become simple and cost-effective, while climate – damaging action must become unattractive and expensive (e. g., through effective CO2 prices, cessation of subsidies for climate-damaging actions and products, efficiency regulations and social innovations). A socially balanced distribution of the costs and benefits of change is essential.

The enormous mobilisation of the Fridays for Future / Climate Strike movement shows that young people have understood the situation. As scientists and scholars, we emphatically approve their demand for rapid and forceful action. 

As people who are familiar with scientific work and who are concerned about the current developments, we see it as our social responsibility to point out the consequences of inadequate action. 

Only if we act quickly and consistently can we limit global warming, halt the mass extinction of animal and plant species, preserve the natural basis for life and create a future worth living for present and future generations. This is exactly what the young people of Fridays for Future/Climate Strike want to achieve. They deserve our respect and full support. The concerns of the young protesters are justified!

SAPHENION has signed this resolution like other 23 000 collegues!

Wandbemalungen an der Galerie „Garage“ im Gorki -Park Moskau

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimawandel-die-politik-verlaeuft-sich-auf-der-suche-nach-mehr-klimaschutz/24111166.html?ticket=ST-1470359-Bjyx1fR0TCwY950DQS7W-ap6

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