Therapie der Varikosis mit einem neuen „Mikroschaumkleber“

saphenion-rostock-morning

 

Der Mikroschaumkleber zur Behandlung von Krampfadern ist eine neue Therapieoption im Management von Stamm – und Seitenastkrampfadern. Auch bei stärker ausgebildeten Besenreisern und Netzvenen ist eine deutliche Verbesserung der kosmetischen Ergebnisse zu sehen.

Die Mikroschaumtherapie ist seit 1938 bekannt, er hat sich in den 90er Jahren als feste Therapie von Krampfadern und Besenreisern etabliert. Das Behandlungsmanagement des Krampfaderleidens wurde eindeutig erleichtert und die Therapie wurde schonender.

„Gold-Standard“ bei Netz- und Besenreiservenen

Seit 2010 hat auch die FDA (Food and Drug dministration) in den USA die Mikroschaumtherapie mittels Ethoxysklerolschaum zur Therapie von Krampfadern zugelassen und als „gold standard“ der Besenreiser- und Netzvenentherapie erklärt.

In Deutschland ist bereits 2001 die erste Leitlinie zur Verödungstherapie publiziert worden und in den Jahren 2003, 2007 und 2012 speziell in Hinblick auf die Mikroschaumtherapie aktualisiert worden.

Bei der Mikroschaumtherapie wird das Medikament Ethoxysklerol mit Luft steril feinblasig aufgeschäumt und mittels eines feinen Katheters in die Vene injiziert. Je nach Therapeut gibt es Tricks und Kniffe zur Verfeinerung des Mikroschaums – auch werden inzwischen verschiedene Zusätze dem Mikroschaum beigemischt, um die Wirksamkeit einerseits weiter zu erhöhen, andererseits die gefürchteten Pigmentanionen zu verhindern.

Mikroschaum via Minikatheter ultraschallgesteuert

Bei uns werden nahezu alle Mikroschaumtherapien sonografisch kontrolliert durchgeführt. Auch stehen uns verschiedene spezielle Mikroschaumkatheter zur Verfügung. Durch die technischen Verbesserungen, die Modifikationen des Schaums und die permanente Nutzung des Ultraschalls ist jetzt auch zunehmend die Therapie von Seitenästen und partiell defekten Stammkrampfadern möglich. Die ist auch unter Kostenaspekten eine hervorragende Alternative, da wir nun nicht mehr ausschließlich die kostenintensiven thermische Katheterverfahren oder den Venenkleber benutzen müssen.

Mikroschaumkleber als neue Therapieoption

Es liegt auf der Hand, daß nach Zulassung, Einführung und inzwischen 5-jähriger Erfahrung mit dem Venenkleber VenaSeal die Frage zu stellen ist, ob auch ein Mikroschaum klebende Eigenschaften erhalten kann. Der Vorteil liegt auf der Hand: Während der VenaSealkleber vorwiegend im Stammvenenbereich eingesetzt wird, kann der Mikroschaum bei allen Arten von Venen eingesetzt werden, da er sich in der oft geschlängelt verlaufenden Seitenastvene fliessend verteilt.

Die Verschlussrate von Mikroschaum ist deutlich besser, als bei der Flüssigverödung (84% zu 50%). Auch erreicht die Schaumtherapie Erfolgsraten von 70-84% bei der Behandlung der Stammvaricosis. Im Vergleich zu den etablierten Verfahren Laser, Radiowelle und VenaSeal ist das nicht konkurrenzfähig.

Ein klebender Mikroschaum jedoch dürfte ähnlich gute Ergebnisse erzielen – er wäre aber wesentlich kostengünstiger und völlig ohne Narkose, Sedierung oder Anästhesie einsetzbar.

Wir haben seit 5 Monaten Erfahrungen mit einem solchen Produkt sammeln dürfen und unsere Indikation für die „klebende“ Mikroschaumtherapie nunmehr deutlich erweitert.

 

parva-li-n-ms2saphenionparva-li-nach-ms-saphenion

Ultraschallkontrolle 1 Monat nach klebender Mikroschaumtherapie der Vena saphena parva – Vene komplett verschlossen.

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.