VenaSeal vs. RFITT – Verlaufsstudie über 18 Monate an 590 Stammvenen

Wir berichten über erste Ergebnisse einer retrospektiven Vergleichsstudie VenaSeal® – Closure vs. RFITT® bei der Behandlung von 590 Stammvenen ( 392 GSV, 198 SSV) In der vorliegenden Arbeit werden Vor – und Nachteile beleuchtet und die 18 – Monats – Ergebnisse einer retrospektiv angelegten klinisch ambulanten Single Center Studie dargestellt.

saphenion-venaseal-ZierauIn den letzten 15 Jahren wurden die notwendigen Qualitätskriterien für endovasale Eingriffe an varicös veränderten Venen weitgehend fest geschrieben, auch gab es mehrere Vergleichsstudien zur funktionellen Wirksamkeit vom radikalchirurgischen „Stripping“ einerseits und endovenösen Therapien andererseits. Es dürfte inzwischen unstrittig sein, dass endovenöse Eingriffe eben nicht nur einen kosmetischen Vorteil zeigen. Sie haben auch klinische Vorzüge und reduzieren ganz wesentlich Nebenwirkungen und Komplikationen, wie sie bei der konventionellen OP-Technik nach wie vor regelmäßig vorkommen. Die endovenös arbeitenden Kollegen haben also inzwischen sichere Kriterien für eine qualitativ hochwertige Therapie. Das VenaSeal® – Closure – Verfahren ist in der Reihe der endovenösen Therapieverfahren die jüngste technologische Entwicklung. Obwohl vom Grundsatz des therapeutischen Ansatzes her ein Katheterverfahren, unterscheidet es sich grundlegend in der Verschlusstechnik. Zwar entsteht auch beim Kleber eine gewisse Temperatur ( ca. 45 – 55°C), gleichwohl haben wir es nicht mit einem thermischen Verfahren zu tun.

Im Ergebnis fallen die bei Laser und Radiowelle bekannten Nebenwirkungen hier nicht in das Gewicht. Der notwendige sichere Verschluss wird durch ein cyanoacrylat super glue erreicht, dessen chemische Grundformel seit mehreren Jahrzehnten bekannt und in der Neuroradiologie bei der Behandlung von Gefäßfehlbildungen im Einsatz ist. Neu ist, dass wir keine Anästhesien mehr brauchen und auf die post op Kompressionstherapie in den meisten Fällen verzichten können. Kompressionsstrümpfe sollten allerdings nach der Behandlung stärkerer Stammkrampfadern > 1cm durchaus empfohlen werden und werden zwingend, wenn wir bei größere Lumina ab 1,5 cm kleben wollen. Deutlich vorteilhafter im Vergleich zum Laser und der Radiowelle sind weiterhin die Saphenion-jan2014deutlich geringeren Nebenwirkungen und ein geringer Schmerzscore. Keine Parästhesien, keine Hypästhesien, keine Phlebitiden, extrem selten auftretene Hautveränderungen sind nur einige der wichtigen Vorteile des Verfahrens VenaSeal®. Letztendlich muss sich das neue Verfahren einzig dem harten Kriterium der Wirksamkeit, der Dauerhaftigkeit eines effektiven Venenverschlusses stellen. Und in diesem Punkt zeigen die ersten Ergebnisse sowohl der escope – Studie als auch Single Center Studien sowie aktuell die VeClose Study sehr gute Ergebnisse. Die Verschlussrate liegt ähnlich hoch wie bei der Radiowelle, in der Zusammenfassung aller Ergebnisse zwischen 93 -100%. Damit erscheint das VenaSeal®-Verfahren dem Hochfrequenzsystem Radiowelle in der Effektivität ebenbürtig oder sogar überlegen zu sein.

In den bisher nachuntersuchten Zeiträumen zwischen 6 und 12 Monaten sind beide Verfahren in der Effektivität dem Laser recht deutlich überlegen. Nach ersten vergleichenden Studien ergibt sich jedoch eine deutliche Überlegenheit des VenaSeal® – Klebers in Hinblick auf die post op Nebenwirkuungen. Sowohl Schmerzscore, als auch die Nebenwirkungsrate sind vergleichsweise sehr gering. Insbesondere der Schmerz und die neurologischen Nebenwirkungen fallen überhaupt nicht mehr ins Gewicht. Diese sind aber das Hauptproblem von Laser und Radiowelle. Weitere Studien müssen zeigen, ob der Kleber auch bei großlumigen Krampfadern > 1,5 cm Durchmesser die gleiche Effektivität wie die Radiowelle zeigt. Jedes endovenös arbeitende Venenzentrum sollte also mindestens 2 Therapieverfahren beherrschen können. Es darf auch nicht ausgeblendet werden, dass VenaSeal® – Closure einen vergleichsweise hohen Preis hat, der zwar durch das Fehlen an Narkose – oder Anästhesiekosten relativiert wird, aber dessen ungeachtet bei der Wahl zwischen den verschiedenen endovenösen Therapieverfahren nicht außer Acht gelassen werden darf. Für uns bedeutet dies, in der praktischen Arbeit mit VenaSeal® immer möglichst alle insuffizienten Stammkrampfadern in einer Sitzung zu behandeln. Unabhängig davon sehen wir bei SAPHENION® Venaseal® – Closure inzwischen als Therapie der 1. Wahl in der Palette kathetergestützter Therapieverfahren der Stammvaricosis an.

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