Venenkleber über 79 Monate: Erlebnisse bei 2205 Venen…

 

Venenkleber 79 Monate im klinischen  Einsatz

Wie kürzlich beschrieben, setzen wir den Venenkleber VenaSeal seit fast 7 Jahren bei der Therapie von Krampfadern ein.

Am 25. 7. 2012 haben wir den damaligen Europamanager der Fa. Sapheon, Herrn Dieter Bielang, morgens beim Zähneputzen gestört und ihn telefonisch gebeten, uns das neue VenaSeal – System (Venenkleber) in der Berliner Praxis einmal vor zustellen. Ausgangspunkt unsere Intentionen war aber nicht Berlin – wir wollten in der 4 Tage später, am 1.8.2012 eröffneten Rostocker Praxis, ein Therapieverfahren anbieten, welches ohne Narkose oder Tumeszenzanästhesie praktiziert werden kann.

Dieter Bielang kam – sofort – aus Stuttgart nach Berlin geflogen und stellte uns das neue endovenöse Verfahren vor.

Vielen Dank für Deine Eile, Dieter!

 

 

 

 

 

 

 

Dieter Bielang und Gary Maccord – ehemalige Manager der Fa. Sapheon

 

 

 

Wir konnten den VenaSeal – Katheter zur Eröffnung der Rostocker Praxis tatsächlich pünktlich in unser Therapiespektrum einführen.

 

Das Venenkleben in ungewöhnlichen Zahlen…

Erstmals hatte ich den Cyano – Kleber 1988 in der Hand. Während der chirurgischen und gefäßchirurgischen Facharztausbildung setzten wir auch in der DDR bereits den Biokleber ein. Bei Blutungen an der Bauchdecke, bei Darm -OP`s, an Operationen an der Bauch – und Brustaorta und den Becken – und Beinarterien.

Wir haben den Venenkleber VenaSeal nunmehr bei  1181 Patienten an 2205 Stammvenen eingesetzt.

Die jüngste Patientin war eine 17 – jährige Jura-Studentin, der älteste Patient ist heute 92 Jahre alt – Hans Modrow, der letzte Ministerpräsident der DDR.

In über 10% verzichteten unsere Patienten auf jegliche Beruhigungsmittel oder Lokalanästhesie.

Dabei war es egal, ob wir nur eine Stammkrampfader oder simultan mehrere Krampfadern an beiden Beinen therapiert haben.

Das Verfahren arbeitete ohne Hitze, ohne Druck, ohne Therapieschmerz. Die Punktion der Vene zum Einführen des Katheters stellt offensichtlich nicht den großen Schmerzreiz dar.

Mehr als zwei Drittel der Patienten erhalten eine Therapie simultan an allen defekten Stammvenen in einer Sitzung – dieses Vorgehen ist im Allgemeinen eher die Ausnahme.

In lediglich 8% der Fälle wurden von uns zeitweise Nebenwirkungen gesehen. Das waren leichte Geweberötungen und blaugrüngelbe Streifen, die – nach unterschiedlichen Zeiträumen – verschwanden.

Die Verschlusseffektivität liegt über den gesamten Nachbeobachtungszeitraum von nun 79 Monaten bei 96,42%, dieses sehr gute Ergebnis haben wir ansonsten bei keinem anderen Verfahren gesehen.

Mit der Einführung des neuen Verfahrens übertrugen  wir unsere bereits mit dem Radiowellenkatheter eingeführte Therapiegarantie auch auf das Venenkleben. Jeder Patient bekam eine Garantiekarte, die den versprochenen Verschluss der Stammkrampfader über einen  Zeitraum von 3 Jahren garantiert. Im gesamten Zeitraum von 6 Jahren haben 17 Patienten diese Garantie in Anspruch genommen und wurden von uns – kostenlos – noch einmal mit dem Venenkleber effektiv behandelt.

 

 

Das Venenkleben in ungewöhnlichen Therapieerlebnissen…

Bedingt durch das Fehlen einer Narkose oder einer Tumeszenzanästhesie hatten wir nicht selten die Möglichkeit, Patienten in ungewöhnlichen Situationen im OP zu erleben.

Einige Beispiele sind zu berichten:

Wir freuten uns sehr,  als eine Patientin – ehemalige Kanusportlerin – bei der Intervention an beiden Beinen in ihrem E – Book – Reader einen Krimi las – es war ein Tom Clancy. Und nach der OP fuhr sie auf den Golfplatz nahe Warnemünde.

 

Ein weiterer Patient spielte mit uns – und dem Soundsystem im OP – „sing my song“ .  Auch hier behandelten wir – wie nebenbei – mehrere Stammkrampfadern simultan und sangen – im Rahmen unserer Möglichkeiten – fleißig mit bei Max Herre, Philipp Poisel und Helene Fischer.

 

Ernster wurde es mit unserem ältesten Patienten. Hier lag der Schwerpunkt der Diskussion während der OP an 3 Stammvenen bei politischen  Themen: PDS, Die Linke, Nord – und Südkorea, China und Kuba.

 

Auch sehr beeindruckend für uns: ein Berliner Patient hatte mit seiner Segelyacht in der Marina vor der Rostocker Praxis festgemacht, ließ sich an einem Donnerstag an beiden Beinen die Stammvenen verkleben, übernachtete auf der Yacht. Und fuhr nach der Befundkontrolle am drauf folgenden Freitag mit dem Segelboot auf die Ostsee hinaus zu einem Segeltörn „Rund Rügen“.

 

Und nie vergessen werden wir unseren Patienten mit dem frühkindlichen Hirnschaden. Ohne Narkose, ohne Anästhesie wurde im OP-Saal – wen wundert es – Helene Fischer gespielt.  Schwester und Schwager sangen mit, hielten die Hand des Patienten und zeigten sich ob der ungewöhnlichen Atmosphäre in einem OP ganz tapfer!

Nicht vergessen werden darf der Marathonläufer, Kathetereingriff  Ende Juli 2017 an beiden Beinen simultan, Lauf beim Berlin Marathon Mitte September 2017. Er begann 4 Tage nach der Op wieder mit dem Langstreckentraining….

Ein großes Danke erneut an unsere Patienten für ihr Vertrauen!

 

 

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.