Ist der Venenkleber gefährlich?

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Das  als Venenkleber verwendete n-butyl-2-Cyanoacrylat steht im Ruf, Allergien auszulösen. Die Wahrscheinlichkeit dafür sind aber verschwindend gering und kein Grund, die medizinisch wertvollen Eigenschaften des Venenklebers zu missachten. Zudem wird die Verarbeitung im Körper genau überwacht…

In einigen wenigen Fachkommentaren, Kongressstatements und Artikeln von phlebologisch tätigen Ärzten wird immer wieder vor der Entstehung einer Allergie oder von Fremdkörpergranulomen  beim Einsatz des Venenklebers Cyanoacrylat gewarnt. Was findet sich in der wissenschaftlichen Literatur dazu? In den letzten 30 Jahren gab es insgesamt 84 Literaturangaben zu verschiedenen Reaktionen auf die Grundsubstanz des Klebers. Die absolute Mehrzahl der Fachartikel wurde von hautärztlichen Kollegen sowie aus der ästhetischen Medizin veröffentlicht. Es handelt sich in allen Veröffentlichungen um Einzelfallbeobachtung.

Im Verhältnis zur Zahl der Patienten, bei denen ein Cyanoacrylatkleber verwendet wurde, sind diese Zahlen extrem gering. Im Wesentlichen geht es um den Verdacht allergischer Hautreaktionen und Entzündungen beim Verschluss von Wunden nach hautchirurgischen Eingriffen. Weitere Berichte kommen aus dem Bereich der Ästhetik und Kosmetik. So sind beim Kleben künstlicher Fingernägel, Augenbrauen- und Wimpernverdichtung Hautentzündungen beschrieben worden. In drei Fällen berichteten Patienten von Schnupfen und leichten Asthmaanfällen. Letztere waren im Wesentlichen beim Einatmen von Kleberdämpfen und beim Hautkontakt bemerkt worden. Auch beim Arbeiten mit unsterilem, unverändertem Cyanoacrylatkleber im Modellbau ist ein Fall beschrieben, bei dem es zu einem Asthmaanfall gekommen sein soll.

Verwendung von Cyanoacrylat in der Medizin seit 1960
Seit 1949 ist das Cyanoacrylat chemisch bekannt. 10 Jahre später konnte die sehr gute Klebeeigenschaft erstmals auch in biologischen Geweben nachgewiesen werden. Seit 1960 wird der Acrylatkleber in der Medizin in fast allen Fachrichtungen vielfach eingesetzt. Zunächst nur als Wundkleber, als Ersatz von Wundnähten, auf dem Körper verwandt, kamen bald auch Anwendungen im Inneren des Körpers hinzu. Nahezu alle operativen Disziplinen benutzen seither das Cyanoacrylat zur Blutstillung und auch zum Verschluss blutender Gefäße.

Verwendung als Venenkleber seit 2011

Die Zulassung des Cyanoacrylatklebers für die Therapie am Venensystem erfolgte europaweit 2011. Auch in England, Irland und Norwegen ist das System zugelassen. Die Zulassung in Kanada erfolgte 2014, in den USA ist das System dann im Februar 2015 zugelassen worden. Bei der Behandlung von Krampfadern werden keine ausgedehnten Klebermengen eingesetzt. Je Krampfader werden lediglich zwischen 1,2 ml und 1,8 ml (!) des Klebers benötigt. Als Nebenwirkung kann eine kurzzeitige unspezifische Entzündungsreaktion auftreten, die durch den Kontakt von Gewebewasser (Lymphe) mit dem Kleber, durch die durchlässige Venenwand hindurch, hervorgerufen wird. Dabei kommt es zu einem kurzzeitigen Anstieg der unspezifischen Entzündungsparameter (c-reaktives Protein, Lymphozyten). Durch Auflegen von kühlenden Verbänden lässt sich dieser leichte Reaktion umgehend regulieren. Andere Nebenwirkungen oder gar Komplikationen sind nach Jahrzehnten Einsatz noch nicht beschrieben worden. Insbesondere der Einsatz in den Gehirnarterien verläuft völlig nebenwirkungsfrei.

Kleber wird biologisch abgebaut

Entgegen anderslautenden Einzelmeinungen wird die minimale therapeutische Menge des Klebers biologisch abgebaut. Dies hat auch die FDA (amerikanische Gesundheitsbehörde) in ihrer umfassenden Studie zum VenaSeal-Kleber festgestellt

Auch sind bisher keine Bestandteile oder Reste des Klebers dauerhaft im Körper verblieben. Die biologischen Abbauprozesse des Venenklebers lassen sich sonografisch sehr gut verfolgen.  In unseren eigenen umfassenden  Untersuchungen konnten wir  einen Abbau des Klebers zwischen 1-3 Jahren nach Einbringen in die Vene mittels Ultraschall nachweisen  Eine Plazentagängigkeit ist ebenfalls nicht nachgewiesen worden.

Allergenität wirklich real?

Selbstverständlich muss, wie bei jedem Medikament, eine Aufklärung zur Problematik einer möglichen Allergie erfolgen. Das Risiko einer tatsächlichen Ausbildung allergischer Reaktionen ist beim Venenkleben jedoch verschwindend gering und von den mit dem Venenkleber regelmäßig arbeitenden Fachkollegen noch nicht beschrieben worden. Das beim Venenkleben eingesetzte Derivat des Cyanoacrylats n-butyl-2-cyanoacrylate (n-BCA), ist von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA als biokompatibel und bioresorptiv eingestuft worden. Ein Abbau ist in 18-36 Monaten  zu sehen. Allergische Reaktionen hat auch die FDA nicht gesehen und beschrieben.

 

Nahaufnahme VenaSeal Katheter

Nahaufnahme VenaSeal Katheters – Operateur Dr. Zierau

 

Lesen Sie mehr unter den nachfolgenden Links:

Eine Aufklärung über die Gefahren des Venenklebers

http://google2.fda.gov/search?q=venaseal&client=FDAgov&site=FDAgov&lr=&proxystylesheet=FDAgov&requiredfields=-archive%3AYes&output=xml_no_dtd&getfields=*

 

 

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