Cool durch die heißen Tage – Krampfadertherapie im Sommer?

Cool durch die heissen Tage – und das mit Venenleiden.  Geht das? 

Mit aller Macht hat sich der Sommer angekündigt, die Autobahn A19 ist rappelvoll in Richtung Ostsee und die Hotels in Rostock und Warnemünde können ein kräftiges Umsatzplus verbuchen. Die heisse Jahreszeit hat sich eindrucksvoll zurück gemeldet – seit Tagen hohe Temperaturen unterbrochen von Hitzegewittern gestern und heute Und wir können in der Rostocker Praxis viele Segelboote auf der Warnow,  in Richtung Ostsee segelnd, beobachten

Wir freuen uns, sind geradezu euphorisch.

Doch die zunehmende Wärme macht gerade Menschen mit Störungen der Venenfunktion arg zu schaffen – wir merken das u.a. auch an einer ganz paradoxen Situation – die  Anrufe in unserer Praxis nehmen mit zunehmender Wärme erheblich zu, die Klicks auf die Website ebenfalls. 

Wir haben wieder mehr zu therapieren, Termine für Venenkleber, Radiowelle und sealing microfoam werden vermehr vereinbart!

Dies ist  eine seit ungefähr drei Jahren bei uns in den Praxen Berlin und Rostock verstärkt zu beobachtendes Phänomen.

Zunehmende Beschwerden im Sommer

Gerade Menschen mit bekannten Venenleiden, aber auch vermeintlich Venengesunde klagen über die Zunahme an Schwellungen und schmerzenden Beinen. Immerhin leiden ca. 60% aller Erwachsenen Männer und Frauen an Krampfadern, aber nur 11 % aller Patienten haben tatsächlich Beschwerden oder ordnen ihre Beschwerden den Venen zu.

Pathophysiologisch muss man sich den Mechanismus in etwa so vorstellen: Um sie bei Wärme selbst abkühlen zu können, hat der Körper einige Regulationsmechanismen eingebaut. Die Beinvenen spielen dabei eine zentrale Rolle – wenn sich der Körper aufheizt, weiten sich die Venen auf und es fliesst mehr Blut hindurch – es wird abgekühlt und so wird dem Körper Wärme entzogen.

Menschen mit gestörter Venenfunktion – meistens aber ohne Beschwerden –  sind also im Sommer doppelt belastet. Zum Einen die defekte Venenfunktion, zum Anderen die Wärmeregulation mit zusätzlicher Ausweitung der eh erweiterten Krampfadern. Über den Tag schwellen die Beine schmerzhaft an und die Hitze wird zur Qual. Krampfadern können sich lokal entzünden  oder es kommt gar zu Beinvenenthrombosen. Auch rein kosmetisch störende Besenreiser werden deutlicher sichtbar und könne auch zu lokalen Schmerzen führen.

 Hier unsere Tipps für eine aktive Therapie bei venös bedingten Beschwerden

Konservative Maßnahmen:

In der Regel sind regelmäßige kalte Güsse, das Hochlagern der Beine und das Tragen von dünnen Kompressionsstrümpfen aus Baumwollgewebe eine einfache Grundtherapie. Die speziellen Baumwollstrümpfe können auch angefeuchtet oder abgekühlt werden. Sie sollten regelmäßig gewaschen werden und ggf. kann man das Tragen der Strümpfe (vorteilhaft Halbstrümpfe) auch bei hohen Temperaturen einmal unterbrechen. Viel Bewegung hilft auch den Venen,  Schwimmen, Fahrradfahren und Walking sind gut geeignet.                                                                                                                                                           

 Aktive Sanierung der Venenleiden:

Hier spielen seit 15 Jahren die minimalinvasiven  kathetergestützten endovenösen Verfahren, z.B.  Laser, Radiowelle und Kleber sowie die Mikroschaumtherapie eine immer größere Rolle – denn die Einschränkungen nach dem Eingriff sind im Vergleich zum althergebrachten radikalen Stripping-Verfahren vergleichsweise sehr gering.

In den letzten 5 Jahren werden zunehmend die nicht thermischen Verfahren –  die VenaSeal – Therapie des Venenklebens und die Mikroschaumtherapie mit kurzzeitiger Kompression nachgefragt.

Das VenaSeal – Verfahren erfordert als erstes minimalinvasives kathetergestütztes Verfahren keine Kompressionstherapie mehr. Man kann also bereits am 1. Tag nach dem Eingriff wieder baden und schwimmen gehen.  Zum Zweiten sind auch schmerzhafte Besenreiner und Netzkrampfadern mittels der Mikroschaumablation auch im Sommer therapierbar. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen (aus Baumwolle) ist auf wenige Tage begrenzt. Baden und Duschen sind sofort wieder möglich. Selbst ein Segeltörn auf der Ostsee, eine Fahrradtour im Harz oder ein Golf-Turnier in Warnemünde bereits am ersten Tag nach dem Eingriff sind uns von unseren Patienten beschrieben worden

Neues Therapieverständnis

Im Resultat verändern  neue Therapieoptionen nicht nur das Denken unserer Patienten über eine Krampfaderntherapie im Sommer. Auch wir Venentherapeuten nehmen die neuen therapeutischen Möglichkeiten dankbar an und verabschieden uns vom ehernden Gesetz, eine Venentherapie nicht im Sommer durchzuführen. Die aktuellen Zahlen aus unseren eigenen Praxen sprechen hier eine ganz klare Sprache…

der Sommer ist kein Tabu mehr für die Venentherapie!

 

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