Von der Venenchirurgie zum Venenkatheter – 160 Jahre operative Krampfadertherapie

 

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Die Geschichte der operativen Krampfadertherapie

Die neuzeitliche Krampfadertherapie begann mit Schede in Berlin, er entfernte ab 1866 Seitenastkrampfadern über viele Hautschnitte. In 1884 berichtete Madelung von Ausschäloperationen „zirkoider Varizen“, auch der Vena saphena magna. Trendelenburg beschrieb 1888-1891 den pathologischen Rezirkulationskreislauf bei Krampfadern.

Mayo und Babcock legten die Grundlagen der sog. „Stripping-Operation“ zwischen 1904-1907. Linser führte in den Jahren 1915-1925 über 10 000 Verödungstherapien durch, Moro modifizierte die Babcock`sche „Stripping-OP zwischen 1910 und 1919. Moszkowicz unterband ab 1927 die V. saphena magna am Oberschenkel und verödete den den Venenstamm dann mit einer Zuckerlösung.

Venenchirurgie nach dem 2. Weltkrieg

Die heute noch eingesetzten chirurgischen Op-Techniken am Venensystem wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Linton (1949), Dodd und Cockett (1956) sowie von May (1963) begründet und etabliert. Als Begründer der modernen Verödungstherapie gilt Linser (1912-1925). Dieses Verfahren muss als  Beginn der endovenösen Therapie gesehen werden.

Konkurrenz und Zusammenspiel der chirurgischen Therapie und der Verödungstherapie waren bis Mitte des 21. Jahrhunderts jedoch nicht ausdiskutiert.

Beginn der modernen Kathetertherapie

Ab 1993 – 1997 wurde durch Schadeck und Monfreux die Mikroschaumtherapie weiter entwickelt und  in grossem Rahmen in die Praxis eingeführt.

Die endovenöse (endoluminale)  kathetergestützte Therapie begann dann in 1999 – es wurde der erste Radiowellenkatheter, ein VNUS RF Closure plus eingeführt. Es folgten in den Jahren 2001-2003 die ersten Laserkatheter mit Wellenlängen zwischen 810nm und 980 nm.

Ab 2006 verwendeten die Venenspezialisten auch Heißdampfkatheter bei der Behandlung der Stammvaricosis.

Ab 2007 kam ein verbesserter- heute noch eingesetzter – Radiowellenkatheter – der VNUS Closure fast in die Praxen und Fachkliniken. Die Lasertechnik wurde ebenfalls verbessert, Wellenlängen zwischen 1320 und 1480 nm und veränderte Katheterspitzen mit radialem Laserstrahl kamen ab 2008 auf den Markt.

Im Jahre 2011 wurde dann das erste System zur „kalten“ Verklebung von Krampfadern, der Venasealkatheter, zur Behandlung der Stammkrampfadern in Europa, England und Norwegen zugelassen (Pröbstle, Almeida).

Endovenöse Krampfadertherapie bei Saphenion

Der Autor begann in 2002 mit der Behandlung von Stammkrampfadern mittels eines 980 nm – Linearlasers (ca. 3500 Behandlungen). Wir stellten in 2007 auf einen bipolaren Radiowellenkatheter (RFITT) um (ca. 1600 Behandlungen). Hierbei waren sowohl Effektivität, als auch der post operative Komfort für den Patienten deutlich besser, als beim Linearlaser.

Ab 8 / 2012 wurde dann zusätzlich zum Radiowellenkatheter auch das neue Venaseal – System zum Venenkleben eingesetzt. Die Ergebnisse waren vergleichbar gut zum Radiowellensystem, der Komfort für den Patienten aber noch einmal deutlich höher. So wurde bei Saphenion aus dem anfänglichen zaghaften Beginn mit dem Venenkleber inzwischen die tragende Säule der Therapie von Stammkrampfadern an inzwischen 1711 Venen bei 946 Patienten.

 

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Quellen:

Funktionelle Phlebologie; G.Thieme Verlag Stuttgart, New York

Basics for vein treatments and procedure set up – Dieter Bielang, Vortrag Warschau 2014

Chirurgische Operationslehre, 7. Auflage, Band VI, J. Ambrosius Barth Verlag, Leipzig 1958

 

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