Saphenion – Mikroschaumtherapie an 1000 Stammkrampfadern

Saphenion – Mikroschaumtherapie an 1000 Stammkrampfadern – Unsere Ergebnisse

Saphenion – Mikroschaumtherapie an 1000 Stammkrampfadern: Die Verödungstherapie ist grundsätzlich auch an den Stammvenen der Arme, Beine und des Rumpfs erfolgreich durchführbar. Der besser geeignete Klebende Mikroschaum (SealFoam®) ist eine Modifikation des bekannten Verfahrens der Mikroschaumverödung von Seitenästen, Netz – und Besenreiservenen mittels Ethoxisklerol – Mikroschaum. Man erweitert die Verödungskomponente des altbekannten Verfahrens um einen Klebeeffekt. Dies wird mit der Zugabe von hochprozentiger steriler Glukose-Lösung erreicht.

Diese Therapie wurde bereits einmal in den 20er – 60er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Behandlung auch von Stammkrampfadern und Seitenastkrampfadern eingesetzt. Auch Ferdinand Sauerbruch ordnete für die Chirurgen der Charitè 1928 an, nicht mehr daß bereits seit 1907 bekannte radikalchirurgische „Stripping“ – Verfahren einzusetzen. Er führte die Therapie mittels Glukoselösung an der Berliner Charitè ein.

Mit dem Erfolg des seit 2011 in Europa zugelassenen und eingeführten Venenklebers lag die Idee nahe, auch den seit Mitte der 90er Jahre eingesetzten Mikroschaum weiter zu entwickeln. Veröden und Verkleben der Stammkrampfader simultan ist eine der möglichen Variationen. Diese Variation eignet sich auch sehr gut für die Therapie der Stammvaricosis.

Saphenion – Mikroschaumtherapie an 1000 Stammkrampfadern: Pathophysiologische Betrachtung

Allerdings sind klare Definitionen für den Einsatz des klebenden Mikroschaums notwendig. Dies umso mehr, als daß aktuelle pathophysiologische Erkenntnisse zur Ursache der Krampfadern davon ausgehen, daß eine inkomplette Sanierung nur einzelner Venensegmente oder ausschließlich einzelner Venenklappen oder auch das sogenannte stadienadaptierte Vorgehen eben doch nicht ausreichend sind für die Therapie der Krampfadern. Pathologische Veränderungen auf Zellebene und Gewebestrukturen sowie chemischen Rezeptoren (Östrogenrezeptoren!) bedingen zunächst die Erweiterung von Hautvenen. Die mechanische Komponente Blutflußumkehr durch Venenklappendefekt ist dann eine Folge dieser zellulären und Gewebeveränderungen.

Es liegt also auf der Hand, dass eben doch das gesamte Hautvenensystem in zeitlicher Abstufung betroffen ist. Nur die Ausprägung verläuft diskontinuierlich. Therapeutisch ändert dies aber den Blickwinkel – nicht mehr nur die duplexsonografisch defekte Vene, eher auch die Vene ab 3mm Durchmesser ist bereits als defekt und deshalb therapiepflichtig anzunehmen.

Saphenion – Mikroschaumtherapie an 1000 Stammkrampfadern: 17 Jahre Mikroschaum

Saphenion setzt die Mikroschaumtherapie seit 17 Jahren ein. Wir haben in unseren Venenpraxen einige Modifikationen der Injektionstechnik eingeführt und den Mikroschaum modifiziert. Die nunmehr fast neunjährige erfolgreiche Arbeit mit dem Venenkleber „VenaSeal®“ legte die Idee nahe, auch dem Mikroschaum zusätzlich eine klebende Wirkung zu geben.

Durch technischen Verbesserungen, Modifikationen des Schaums durch Beigabe von hochprozentiger Glukoselösung und die permanente Nutzung des Ultraschalls ist die Therapie von Seitenästen und partiell oder komplett defekten Stammkrampfadern (von 2,5 mm bis maximal 4,5 mm Durchmesser) möglich geworden und auch in der Effektivität mit den anderen kathetergestützten Therapieformen (Laser, Radiowelle, Heißdampf, Venenkleber) vergleichbar. Sie wird nach der Diagnostik in allen klinisch möglichen Fällen auch empfohlen.

Auch unter Kostenaspekten – gerade beim Selbstzahler – ist der Klebende Mikroschaum (SealFoam®) eine hervorragende Alternative, da wir nicht nur die kostenintensiveren thermischen Katheterverfahren oder den Venenkleber für die Behandlung defekter Stammvenen einsetzen müssen.

Saphenion – Mikroschaumtherapie an 1000 Stammkrampfadern: Unsere Ergebnisse

Nach 65 Monaten Therapie auch an den Stammkrampfadern von Bein, Arm und Rumpf zeigt der Klebende Mikroschaum im genannten Zeitraum und den genannten Indikationen eine vergleichbare Effektivität wie der endovenöse Laser oder das radikalchirurgische Stripping bei deutlich  geringeren Nebenwirkungen. Der Therapieablauf ist gewebeschonender und eine sofort mögliche Mobilisierung ist ohne Einschränkung möglich. Die für die radikale Chirurgie und die thermischen Verfahren bekannten Nebenwirkungen, wie z.B. neurologische Komplikationen und Verletzungen von Lymphbahnen, insbesondere am Unterschenkel, bleiben hier höchst selten. Dies hat auch die Fachgesellschaft für Venenheilkunde (DGP) dazu veranlasst, neben dem Kleber auch den Mikorschaum bei der Therapie von Krampfadern am Unterschenkel eine Präferenz zu geben.

Seit Dezember 2006 haben wir 18068 Mikroschaumtherapien durchgeführt. In den letzten 65 Monaten (1/2016 – 5/2021) wurden bei Saphenion in 6379 Fällen für die Therapie von Krampfadern Klebender Mikroschaum gewählt.

In 1004 Fällen wurde eine Stammvaricosis behandelt. Im Einzelnen betraf dies in 359 Fällen die V. saphena parva, in 256 Fällen die V. saphena magna und in 389 Fällen akzessorische Stammvenen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 56 Jahre (15 – 93 Jahre).

Die Therapie einer inkompletten Stammvaricosis ist im Zeitraum von 65 Monaten nahezu 100 % erfolgreich. Die Vena saphena parva zeigt sich in 89,4% (321 Venen) verschlossen. Die Vena saphena magna war, über den gleichen Zeitraum betrachtet, in 87,9% verschlossen (225 Venen). Die akzessorischen Stammvenen waren in 93,6% verschlossen (364 Venen).

Dies entspricht einer Gesamtverschlussrate von 90,3% für alle therapierten Venen.

Saphenion – Mikroschaumtherapie an 1000 Stammkrampfadern: Unsere Erfahrungen

Mit der Modifikation der Mikroschaumtherapie zum Klebenden Mikroschaum sehen wir eine wesentlich verbesserte Verschlusseffektivität. Auch die häßlichen post therapeutischen braunen Striche und Flecken, sog. Hyperpigmentationen, sehen wir wesentlich seltener. Ecchymosen (Einblutungen unter die Haut) sind seltener (< 8%) aufgetreten. Venenentzündungen haben wir in 35 Fällen (3,5%) gesehen und entsprechend nachbehandelt.

Eine partielle tiefe Venenthrombose von Unterschenkelvenen nach der Mikroschaumtherapie mit Klebendem Schaum sahen wir insgesamt in nur 4 Fällen (0,4%). Dies hat uns trotzdem veranlasst, bei allen Mikroschaum – Therapien im Stammvenensystem eine einmalige Thromboseprophylaxe intra op durchzuführen.

In lediglich 7 Fällen (0,7%) mußten wir offene Stellen (Punktionsulcera) nachbehandeln. Bei einer Paientin aus dieser Gruppe sahen wir mehrere Punktionsgeschwüre, allerdings wurde die Nachbehandlung nicht durch uns durchgeführt. Hier wurde auswärtig mit Salben und Sprays experimentiert, so daß die Ursachen für die Geschwüre nicht fest zu stellen waren und der Heilungsverlauf deutlich prolongiert war.

In keinem Fall wurde von unseren Patienten über Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühl nach der Behandlung berichtet.

Im Wesentlichen berichteten unsere Patienten neben den sichtbaren kleinen Punktionshämatomen in erster Linie von Stranggefühl und Druckschmerz über der behandelten Vene. Auch muskelkaterähnliche Erscheinungen traten auf (dies ähnelt den Symptomen nach dem VenaSeal® – Venenkleben). Andere Nebenwirkungen (Allergie) oder Komplikationen (Embolie) traten nicht auf.

Somit ist die Therapie Klebender Mikroschaum (SealFoam) eine sehr wirkungsvolle, effektive und preisgünstige Alternative und Ergänzung zu den häufig bei der Stammvaricosis eingesetzten thermischen Katheterverfahren Laser, Radiowelle, Heißdampf oder dem non thermischen Clarivein oder Venenkleber. So wird die Mikroschaumtherapie auch für den Einsatz beim kosmetisch anspruchsvollen und bei älteren Patienten interessant.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Erkenntnisse zu den Ursachen von Krampfadern (Zellwandumbau und – Zerstörung, Bindegewebsalterationen, Hormonrezeptorenüberschuss) bietet sich der Klebende Mikroschaum SealFoam auch als eine herausragende Alternativtherapie bei einer ursachenadaptierten Erweiterung der Therapieindikationen an.

Fotos: Utzius

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