Saphenion®: Vernissage a la Sauerbruch – Aktuell muss die Vernissage auf Grund der verschärften pandemischen Situation auch in Mecklenburg abgesagt und verschoben werden!

Liebe Patientinnen und Patienten! Liebe Kollegen, liebe Freunde!

leider müssen wir den Termin zur Vernissage aus aktuellem Anlaß canceln und wollen ihn verschieben. Wir hatten gehofft, daß der Kelch an uns vorbei ziehen würde.  

Die pandemische Situation auch in MV eskaliert offensichtlich und hat die Landesregierung so unter Druck gesetzt, daß nunmehr 2G+ in Kraft treten wird. Wir haben volles Verständnis für das Agieren der Landesregierung.

Damit können wir aber weder eine Vernissage mit Live -Musik und kurzen Vorträgen, noch ein gemütliches Catering dazu, organisieren.

Und außerdem wollen wir in keinem Fall unsere ungeimpften Patienten und Freunde abweisen und vor der Tür stehen lassen müssen.

Wir danken ihnen und Euch für Eure Lust und auch euer Verständnis und versprechen, dass die Vernissage nicht aufgehoben ist. Sie ist nur verschoben!

Mit freundlichen Grüssen und der Hoffnung auf ein wenig Verständnis 

Sylva Tkotsch Miller und Dr. Ulf Th.Zierau

Saphenion®: Vernissage a la Sauerbruch – Vernissage im Saphenion Venenzentrum Rostock
mit der Künstlerin Sylva Tkotsch Miller



Saphenion®: Vernissage a la Sauerbruch – Das Venenzentrum Saphenion® möchte in modernen Design, mit einer Vernissage am 02.12.2021 ab 16:00 Uhr, dem Wegbereiter der modernen Chirurgie, Ferdinand Sauerbruch, ins korrekte Licht rücken. Zu Ferdinand Sauerbruch, der eine zweifelhafte Rolle im Dritten Reich gespielt haben soll, sind „…2021“ aktuelle, fundierte Tagebücher und Dokumente herausgegeben worden, welche seinen Lebenslauf umschreiben lassen.

Für den Leiter des Saphenion® Venenzenrums in Rostock und Berlin, Dr. Ulf Thorsten Zierau (Mitglied im Kunstverein Rostock) gibt es aber noch einen anderen Grund, kurzweilig über Ferdinand Sauerbruch zu referieren. Sauerbruch hat 1930, 2 Jahre nach seiner Ernennung zum Chefarzt der Chirurgischen Klinik an der Charitè, eine komplette Umkehr in der Krampfadertherapie durchgesetzt. Die bis dahin favorisierte radikale Chirurgie wurde in der Charitè komplett abgesetzt und durch schonende endovenöse Verfahren folgend auch in 10 weiteren deutschen Universitätskliniken etabliert. Damit hatte Sauerbruch – bis heute wenig bekannt – auch hierin eine revolutionäre fachliche Entwicklung eingeleitet, die 70 Jahre später weltweit eine sehr engagierte Fortsetzung zu erleben begann.

Saphenion®: Vernissage a la Sauerbruch – 110 Jahre Endovenöse Krampfadertherapie

Ferdinand Sauerbruch, 1875 bei Wuppertal geboren, wurde im Laufe seiner ärztlichen und wissenschaftlichen Karriere, die ihn alle viele grosse und weltbekannte Kliniken führte, zu einem der bekanntesten Chirurgen weltweit. Bekannt sind die vielen Arbeiten zu Hand – und Beinprothesen sowie die Entwicklung der Unterdruckkammer zur Operation am offenen Herzen und offenen Brustkorb. Dabei geht ein wenig unter, daß Sauerbruch sich auch intensiv mit der Therapie von Krampfadern beschäftigte. Zum Einen führte er selbst Operationen verschiedener Techniken an seinen Privatpatienten aus – hier ist als ein berühmter Patient Ludwig Rothschild zu nennen. Zum Anderen hatte er an seinen verschiedenen Wirkungsstätten immer wieder Kontakt mit weithin bekannten Krampfaderspezialisten.

Nach seiner Zeit in Leipzig, Jena und am Krankenhaus Moabit in Berlin (1903) folgten Breslau und dann Greifswald (1905). Hier traf er seine späteren Kollegen der Uniklinik Berlin August Bier erstmals. Dann ging es 1908 nach Marburg, hier wurde er mit Narath bekannt und reiste dann 1910 in die USA zu Charles Mayo und ließ sich u.a. auch die Venen-Curette zum stückweisen Herausziehen von Krampfadern vorführen. 

Ab 1910 arbeitete Sauerbruch in Zürich, lernte dort u.a. Kocher kennen und damit auch die Umstechungstechnik von Krampfadern. Ein weiterer Kontakt entstand während des Weltkrieges mit Madelung, der zusammen mit Trendelenburg bereits ab 1882 an der Universitätsklinik Rostock Krampfaderbehandlungen durchgeführt hatte. Trendelenburg veröffentlichte dann 1891 seine noch heute gültigen Regeln zur Pathophysiologie von Krampfadern.

Ab 1918 arbeitete Sauerbruch bis zu seinem Wechsel nach Berlin dann in München, Kontakte mit Linser und Haberer sind hier beschrieben, so daß auch die Verödungstechnik in das Blickfeld von Sauerbruch geriet.

Mit seinem Wechsel an die Charitè traf er August Bier wieder, daneben lernte er Klapp (Klapp`sches Messer), Baur, Linser, Fränkel und Meyer – allesamt Vertreter einer schonenden minimalinvasiven Op-Technik beim Krampfaderleiden – kennen.

Bierendempfel, ebenfalls Chirurg in der Berliner Charité , stellte bereits 1927 fest, dass die Verödungstherapie hervorragende Frühergebnisse zeigt, er jedoch noch auf Langzeitergebnisse wartet. Diese Ergebnisse wurden dann 1930 ausgewertet und zeigten sehr gute Therapieerfolge. Im Ergebnis dieser klaren fachlichen Message wurden dann ab 1930 in der Chirurgischen Klinik der Charité keine radikalchirurgischen Operationen mehr (Stripping) an den Krampfadern durchgeführt. Die Chirurgische Klinik, seit 1928 unter der Leitung von Prof. Ferdinand Sauerbruch stehend,  hatte sich der endovenösen Verödungstherapie verschrieben.Dieser Entscheidung sollten dann bis 1933 weitere 10 Universitätskliniken in Deutschland folgen.

Saphenion®: Vernissage a la Sauerbruch

Zu diesem Anlass werden Drei, insgesamt 14,79 m2 große Fassaden Außen Bilder der Künstlerin Sylva Tkotsch Miller, in Zukunft die Praxisfassade zieren. Im Praxisgebäude wird zudem eine Skulpturen – Ausstellung der Künstlerin gezeigt. (www.atelierhaus-schwaan.de)

Bei jazziger Livemusik von Andreas Pasternack, bei inspirierender Bewirtung von Sol Catering Rostock, mit Finger-Food und angenehmen Getränken unter drei WärmePilzen, freuen wir uns auf eine freundliche und ruhige Atmosphäre, mit inspirierenden Gesprächen in vorweihnachtlicher Stimmung.

Anmeldungen unter Venenzentrum Rostock, Steuerbordstr. 9 in 18147 Rostock unter Tel. 0381-600664511 oder rostock@saphenion.de werden erbeten.

Es gilt die 3G-Regel, es wird ein Außenbereich gestaltet, in dem Gespräche und Catering von Sol Catering stattfinden werden. Die Skulpturen von Sylva Tkotsch Miller befinden sich im Inneren der Praxis und können dann unter Beachtung der geltenden Hygieneregeln gerne besichtigt werden.

Bilder: Max Liebermann, Sylva Tkotsch Miller

Fotos: Utzius

Literatur / Links:

  • Brungräber, Simone: „Der Beitrag Berliner Chirurgen zur Entwicklung der deutschen und europäischen Gefäßchirurgie bis 1939“- Dissertation A, vorgelegt der Medizinischen Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin; 1/1995; Betreuer Prof. Dr. Klaus Bürger, Dr. Ulf Th.Zierau
  • Baur, Carl Josef: Berliner Medizinische Gesellschaft; 23.1.1935;  Dtsch. Med. Wschr. 61; (1935); S. 403;
  • Baur, C. J.: Krampfaderverödung bei Ulcus cruris. Dtsch Med. Wschr.: 60 ( 1934); S. 761.
  • Baur, C.J.: Krampfaderverödung: Ihre Bedeutung für Wehrmacht und Krankenkassen. Münchner Med. Wschr. 88 (1941); S.  89 – 92.
  • Bier, Braun, Kümmell: Chirurgische Operationslehre, 7. Auflage, J.A. Barth, Leipzig, 1958
  • Bierendempfel: Über die Bedeutung des Injektionsverfahrens bei der Varizenbehandlung mit Berücksichtigung des “ Varicophtins“; Dtsch..  Med. Wschr.: 53; (1927)  S. 446 – 448.
  • Hach, W. et al.: VenenChirurgie; Schattauer Verlag Stuttgart, 2006.
  • Hardinghaus, C.: Ferdinand Sauerbruch und die Charitè – Operationen gegen Hitler; Europa Verlage GmbH, München; 2021.
  • Leriche, Renè: Chirurgie des Schmerzes; J.A.Barth, Leipzig, 1958:
  • Linser, P.: Krampfaderverödungen;  Zbl. Gyn. 1931; Nr. 17.
  • Meyer-Steinegg, Th. und Sudhoff, Karl: Geschichte der Medizin im Überblick mit Abbildungen; Verlag von Gustav Fischer, Jena 1928.
  • Meyer,  F. G.: Über Varizenbehandlung mit den Linser`schen Sublimatinjektionen;  Dtsch. Med. Wschr. 50 (1924 ); S. 1832 f.
  • Salomon,A.: Injektionsbehandlung der Krampfadern. Dtsch. Med.. Wschr. 54; 1928; S14-19
  • Weber,J. und May, R.: Funktionelle Phlebologie; G. Thieme Verlag Stuttgart, New York 1990. 
  • Wresszynski, E.: Zur Verödungstherapie der Varizen mit sklerosierenden Injektionen. Etsch. Med. Wschr.; 55 (1929); S 791 f.
  • Zierau, U.Th. und Lahl. W.: The fate of „Saphena“ – Views into the past (extended version); LAP Lambert Acadenic Publishing; 2020.
  • Zierau U. Th.: Brungräber, S.:  Das gefäßchirurgische Erbe: Die Entwicklung Berlins zu einem Zentrum gefäßchirurgischer Forschung in Europa im Zeitraum von 1880 – 1930. angio 16 (1994); Nr. 3; S. 93 – 105
  • Deutsches Chirurgenverzeichnis; 3. Auflage; Johann Ambrosius Barth; Leipzig, 1938
  • Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des 19. JH.; Urban & Schwarzenberg; 1901