Therapie Chronische Venenerkrankungen – Konsensuspapier

HINTERGRUND:
Chronische Venenerkrankungen sind eine Volkskrankheit. Venöse Symptome wie Schwellung und Schweregefühl können bereits früh ohne sichtbaren Befund auftreten und werden als belastend erlebt. Ein Fortschreiten im Sinne einer objektivierbaren Varikose bzw. chronischen venösen Insuffizienz schränkt die Lebensqualität erheblich ein.

Background:  chronic venous diseases are very common: Early symptoms such as a sensation of swelling  and heaviness may occur without objectifiable findings, but are nevertheless perceived as bothersome.Progressive disease – marked by varicose veins and symptoms of chronic venous insufficiency – is associated with considerable impairment in quality of life.

METHODIK:

Pubmed-gelistete Publikationen sowie relevante Leitlinien zur Therapie chronischer Venenkrankheiten bilden die Basis der vorliegenden Konsensusempfehlungen. Inkludiert in die Bewertung wurden ausschließlich aussagekräftige randomisierte Studien (RCT) und Übersichtsarbeiten (Reviews/Metaanalysen).

ERGEBNISSE:

Die symptomorientierte Behandlung chronischer Venenerkrankungen stützt sich auf drei Säulen mit nachgewiesener Wirksamkeit: invasive Therapie, Kompressionstherapie und orale medikamentöse Therapie. Gemäß Empfehlungen aktueller Leitlinien sollte zunächst eine Sanierung des venösen Gefäßbetts erwogen werden, um einen störungsfreien venösen Blutfluss wiederherzustellen und Symptome und pathologische Veränderungen zu beseitigen oder zu bessern. Ist ein invasiver Eingriff nicht möglich bzw. nicht erwünscht oder bestehen nach einem Eingriff noch Restsymptome, gilt es, die symptomatischen Therapieoptionen optimal auszuschöpfen. Kompressionstherapie und medikamentöse Therapie können allein oder in Kombination angewendet werden. Welche Strategie den größten Erfolg verspricht, ist individuell zu entscheiden.

Neben der therapeutischen Evidenz sollte sich die Auswahl des therapeutischen Verfahrens auch nach der Erfahrung des Therapeuten, der Präferenz des Patienten und der Verfügbarkeit der Behandlung richten.

SCHLUSSFOLGERUNGEN:

Chronische Venenerkrankungen sollten auf der Basis der individuellen pathophysiologischen Störung behandelt werden. Die symptomorientierte Behandlung chronischer Venenerkrankungen fußt auf der invasiven Therapie, der Kompressionstherapie und der medikamentösen Therapie. Bei der Indikationsstellung sind objektive Symptome ebenso wie subjektive Beschwerden zu berücksichtigen.

Wenn möglich, steht eine invasive (operative) Sanierung eines symptomatischen Krampfaderleidens an erster Stelle der Therapie!

Unser Statement:

Nach unserer Auffassung ist eine alleinige Therapie mittels Kompressionsstrumpf oder Venenmedikamenten allenfalls symptomatischer Natur. Eine wesentliche und entscheidende Verbesserung der Pathophysiologie ist damit nicht zu erreichen.

Deshalb sehen  wir in den Empfehlungen des Konsensuspapiers zur Wertigkeit der Therapieverfahren unsere eigenen Erfahrungen vollumfassend bestätigt. Wir halten es aber für zwingend, die endovenösen Verfahren (Laser,Radiowelle, VenaSeal, Mikroschaum) in der Wertung an die erste Stelle zu setzen. Für uns sind die operativen klassischen Verfahren inzwischen – wie bereits des öfteren dargestellt – Therapie der 2. Wahl.

Das Konsensuspaper wurde von Markus Stücker et al. erarbeitet.

saphenion-Berliner Abend2

links:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27240061

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.13006_g/full

http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=8691

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