Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle

Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle – Vergleich der Ergebniss über 162 Monate:

Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle: Wir berichten unsere Therapieergebnisse über 162 Monate Einsatz dieser Behandlungsverfahren bei der Therapie von Stammkrampfadern in einer eigenen single center – Vergleichsstudie zwischen dem VenaSeal® Closure System an 4927 Stammvenen versus Radiofrequenztherapie (RFITT®) an 2711 Stammvenen. Im vorliegenden Bericht werden die Vor – und Nachteile beleuchtet und die Ergebnisse unserer eigenen klinisch ambulanten Studie dargestellt.

Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle: Endovenöse Therapie bei Krampfadern

Venenkleber versus Radiowelle – 136 Monate: Seit nunmehr 26 Jahren wird die Varikosis zunehmend kathetergestützt endovenös therapiert. Am Anfang stand das recht umständliche VNUS® Closure-Verfahren und der einfacher bedienbare Linearlaser. Darauf folgten 2006 / 2007 der bipolare RFITT®-Katheter und das VNUS® – ClosureFast System sowie der Radiallaser.

Gesagt werden sollte aber, der medizinsch historischen Wahrheit folgend, dass bereits seit 1911 endovenöse Verödungstherapien entwickelt und eingesetzt wurden. Und bereits Ende der 20er Jahre setzten in Deutschland viele Chirurgen die Verklebungstechnik mit Glukose – Lösungen ein. Auch Ferdinand Sauerbruch und sein Oberarzt Bierendempfel von der Berliner Charitè waren Freunde dieser Methode.

In den letzten Jahren wurden somit viele Erfahrungen in der endoluminalen endovenösen Therapie gesammelt, Qualitätskriterien festgelegt und Standards für die verschiedenen Techniken entwickelt. Vor 20 Jahren begann zudem, abseits der thermischen Therapiekonzepte von Radiowelle und Laser, die Entwicklung einer gleichwohl faszinierend einfachen, aber andererseits auch sehr effektiven Methode des Venenklebens, die VenaSeal® Closure – Technik. Nach der CE- Zulassung im Herbst 2011 begannen einige Venenzentren in Deutschland und Europa mit dem Einsatz des Venenklebers. Inzwischen arbeiten 35 Zentren erfolgreich mit dem neuen Therapiesystem. In 2014 / 2015 wurde dass System auch in Kanada und den USA zugelassen. Seit 2018 ist die VenaSeal® – Technik in den USA Pflichtleistung für die Versicherungen.

Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle – 162 Monate

Vom 01. 08. 2012 bis zum 06. 03. 2026 (162 Monate) wurde bei 4927 Stammvenen die Venenverklebung zum Verschluss der Vene eingesetzt, und 2711 Stammvenen wurden mit der Radiowelle RFITT® behandelt, Einschlusskriterium war eine Stammvarikosis Grad II bis IV nach Hach bei der Vena saphena magna und und Grad II – III nach Hach bei der Vena saphena parva. Auch die Vena saphena anterior am Oberschenkel wurde zunehmend kathetergestützt therapiert.

Der maximal behandelte Venendurchmesser betrug beim Venenkleber 2,8 cm und beim Radiofrequenzverfahren 2,5 cm.

Der Nachbeobachtungszeitraum unserer Studie betrug maximal 120 Monate.

Mit dem Venenkleber wurden in 3186 Fällen die Vena saphena magna und in 1741 Fällen die Vena saphena parva therapiert. Während wir beim Einsatz des Venenklebers nach Möglichkeit die simultane Therapie aller insuffizienten Stammvenen in einer Therapiesitzung anstreben, wurden in der Gruppe der Radiowellen – Patienten in den meisten Fällen jeweils 1 – 2 Stammvenen therapiert.

Mit der Radiowelle wurden 2711 Venen behandelt, davon waren 1815 Magnavenen und 896 Parvavenen.
Die Venenklebung wurde unter leichter Dormicum – Sedierung oder in Lokalanästhesie für den Venenzugang und gleichzeitiger Musiktherapie durchgeführt. Die Radiowellen – Therapie erfolgte in Tumeszenz – oder in Vollnarkose.

Alle Patienten wurden / werden im Rahmen einer Studie (eigenes Qualitätsmanagement) am ersten Tag, nach 1 – 3 Monaten, 4 – 6 Monaten, und nach 7 – 9 Monaten, sowie dann einmal jährlich klinisch und duplexsonographisch nachuntersucht.

Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle: Unsere Ergebnisse

Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle – 162 Monate Erfahrungen: Im Verlauf von 162 Monaten Anwendung des Venenklebers VenaSeal® konnten bisher 4927 Fälle duplexsonographisch nachuntersucht werden. Bei 172 Venen wurde eine Rekanalisation festgestellt.  Die Verschlussquote liegt bei 96,50%.

In der Radiofrequenz – Gruppe konnten bisher 2711 Patienten post op nachuntersucht werden. Es zeigten sich 197 Rekanalisationen in diesem Zeitraum (7,23%). Die Verschlussrate über 162 Monate liegt bei der Radiofrequenztherapie für die Gesamtzahl an Behandlungen an 2711 Stammvenen somit bei 92,77 %.

Saphenion® Gefäßzentrum Rostock: Graphik aus 2021 zur Verschlusseffektivität VenaSeal / RFITT

Der subjektiv empfundene Schmerzscore am ersten postoperativen Tag (Range 1-10) lag beim Venenkleber zwischen 1 und 3 und beim Radiowellenverfahren RFITT zwischen 3 und 8 (4,1).  Er reduzierte sich bis zum siebenten postoperativen Tag beim Venenkleber auf 0,9 und bei der Radiofrequenztherapie auf 2,7.

In 3,9 % sahen wir postoperativ eine unspezifische entzündliche Hautreaktion nach circa sechs bis zehn Tagen in der Venenkleber – Gruppe, diese klang bei entsprechender antiphlogistischer Therapie mit kühlenden Verbänden (bei Bedarf Prednisolon) innerhalb von drei bis fünf Tagen ab.

Bei den Radiowellen – Patienten zeigte sich eine thermische oder entzündliche Hautreaktion in 269 Fällen (9,92%) bereits am ersten bis dritten postoperativen Tag, sie war in 115 Fällen (4,24%) noch nach drei Monaten nachweisbar. Insbesondere bei dicht unter der Haut gelegenen Stammvenen ist diese Hautreaktion bei thermischen Verfahren allgemein sehr nachhaltig und langwierig. In drei Fällen (0,1 %) fand sich in dieser Gruppe eine offene Verbrennungswunde der Haut des Oberschenkels, wobei in einem Fall eine eitrige Gewebeentzündung offen chirurgisch nachbehandelt werden musste (0,04 %).

Ultraschallkontrolle 7 Jahre nach Venenkleber-Therapie

Saphenion® Rostock: Venenkleber versus Radiowelle: Unsere Erfahrungen

Venenkleber vs. Radiowelle: Das nicht thermale und nicht tumeszente Venenkleben mit einen bioresorptiven Gewebekleber ist ein modernes, inzwischen seit 14 Jahren etabliertes endovenöses Therapieverfahren beim Krampfaderleiden. Die Zahl der therapierten Patienten geht weit über 1,5 Mio. Venen hinaus. Nebenwirkungen, wie sie aus der Laser – oder Radiofrequenztherapie bekannt sind, spielen hier keine signifikante Rolle.

Wir brauchen keine Vollnarkose oder Tumeszenzanästhesie und in den meisten Fällen ist keine post operative Kompression notwendig. Die deutlich reduzierten Nebenwirkungen und ein sehr geringer Schmerzscore während und vor allen nach der OP sind entschiedene Vorteile im Vergleich zu Laser – oder Radiowellentherapie. Wir sehen kein Kribbeln, keine Taubheit, keine motorischen Störungen und keine Venenentzündung.

Selten kommt es im Zusammenhang mit dem Venenkleber – durch eine rote Hautverfärbung erkennbaren – zeitweisen Fremdkörperreaktion (3,9% aller Fälle bei postop Therapie mit Sauerstoff- Mehrschritt-Therapie / 7,2% aller Fälle ohne Nachbehandlung mit Sauerstoff -Mehrschritt-Therapie) mit einer länger sichtbaren strichförmigen Hautpigmentation.

Thrombosen der Hautvenen oder der tiefen Venen haben wir nach dem Venenkleber noch nicht gesehen.

Saphenion® Gefäßzentrum Rostock

Fotos / Video: Nancy, Utzius

References / Artikel

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