Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme

Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme – Das Lymphödem

Saphenion®: Therapieanalysen Beinödeme – Das Lymphödem: Das Lymphödem ist eine chronische, entzündliche Erkrankung des Gewebezwischenraumes als Folge einer primären (anlagebedingten) oder sekundären (erworbenen) Schädigung des Lymphdrainagesystems:

Unter physiologischen Bedingungen herrscht ein Gleichgewicht zwischen der durch die Blutgefäßwände hindurch filtrierten Flüssigkeit in das Gewebe und deren Abtransport aus dem Gewebe (Transportkapazität des Lymphdrainagesystems). Ein insuffizient gewordenes Lymphdrainagesystem führt zur konsekutiven Vermehrung und Veränderung der interstitiellen Gewebsflüssigkeit. Im weiteren Verlauf ist die Erkrankung durch eine Veränderung von Gewebe gekennzeichnet, unabhängig von ihrer anatomischen Lokalisation.

Da jedes Lymphödem per se krebsverdächtig ist, sei an dieser Stelle der Begriff „malignes Lymphödem“ besonders erwähnt. Es ist immer zu bedenken, dass durch Lymphangiosis carcinomatosa (Tumorbefall der Lymphgefäße) und Lymphknotenbefall der Lymphabfluss massiv behindert werden kann.

Ursachen des Lymphödems

Das primäre Lymphödem geht auf eine genetische Prädisposition zurück. Über die Keimbahn vererbte oder sporadisch auftretende Genmutationen, die sich fetal, perinatal,oder auch erst später im Alter bemerkbar machen können, liegen hier zugrunde.  Mehrere Gene sind bekannt, deren Mutationen zu Lymphödemen führen können.  Lymphödeme sind häufig auch Bestandteil komplexer, kongenitaler Syndrome, die mit Riesenwuchs (z.B. von Extremitäten) einher gehen können. Zunehmend werden aber die genetischen Grundlagen erforscht. 

Das sekundäre Lymphödem kann aufgrund verschiedener Erkrankungen oder Verletzungen und als Folge von Therapien entstehen. Zu den Ursachen zählen die Entfernung axillärer Lymphknoten nach Mammakarzinom, aber ebenso der Becken- und paraaortalen Lymphknoten und der Leisten – und Oberschenkel – Lymphknoten.

Auch bei der radikalchirurgischen Krampfadertherapie durch Stripping und chirurgisches Herausziehen von Krampfadern kommt es infolge mechanischer Verletzung der begleitenden Lymphbahnen gehäuft zum sekundären Lymphödem! 

Unbehandelt ist das Lymphödem eine progrediente, chronifizierende Erkrankung mit konsekutiver Vermehrung und Veränderung der Gewebsflüssigkeit und der extrazellulären Matrix (Grundsubstanz). Dabei ist zu beachten, dass die Lymphe nicht nur ein Ultrafiltrat des Blutes darstellt, sondern auch Organ – und gewebespezifisch sezernierte Proteine abtransportiert. Im weiteren Verlauf ist die Erkrankung durch trophische Störungen von Geweben und Organen gekennzeichnet, einhergehend mit einer Zunahme von Bindegewebe (Fibrose, Sklerose) und Fettgewebe.

Der gestörte Lymphfluss hat auch eine Störung der Zirkulation von Leukozyten zur Folge. Lymphödematöses Gewebe begünstigt akute Infektionen (z. B. Erysipel, akut-infektiöse Dermatitis).

Andere Formen des Lymphödems

Ödeme (Wassereinlagerungen in das Gewebe)  können daneben als Symptom einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten (z. B. Herz, Niere, Leber, Drüsen, Medikamente, Infektionskrankheiten, bösartige Geschwüre etc.), sollten aber nicht mit Lymphödemen verwechselt werden. Dabei ist der Zufluss (Filtration) aus den Blutgefäßen in das Zwischengewebe erhöht und/oder der Abfluss aus dem Gewebe gestört. Ödeme können generalisiert oder lokal auftreten, schmerzhaft oder schmerzlos sein.

Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme – Das Lipödem

Das Lipödem ist eine durch Hämatomneigung charakterisierte, symmetrische, druck- und schmerzempfindliche Akkumulation von Fettgewebe, lokalisiert zumeist unterhalb des Beckenkamms (Hüfte, Oberschenkel). Primär ist das Lymphgefäßsystem nicht betroffen. Im weit fortgeschrittenen Stadium III kann sich das Krankheitsbild zu einem Lipo – Lymphödem erweitern.

Die Ätiologie des Lipödems ist ungeklärt. Eine genetische Komponente ist wahrscheinlich. Es handelt sich um eine Verteilungsstörung des Fettgewebes von der zumeist Frauen betroffen sind. Die hormonelle Komponente der Erkrankung zeigt sich darin, dass sie zumeist mit Einsetzen der Pubertät auftritt, manchmal nach Schwangerschaft oder im Klimakterium. Bei Männern tritt das Lipödem nur in Fällen schwerer hormoneller Störungen auf. Wenn sich zum Lipödem ein Lymphödem hinzu gesellt, dann gelten die lymphologischen Gesichtspunkte.

Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme – kombiniertes Lipödem und Phlebödem: Zustand nach Therapie der Stammkrampfadern an beiden Beinen mit dem Venenkleber – nun ist eine Fettabsaugung geplant.

Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme – Das Phlebödem / Venenödem

Man versteht darunter ein durch Venenerkrankungen bedingtes Ödem, wobei eine Varikosis, Thrombosen oder Venenentzündungen zu einer Schädigung der Venen und Venenklappen führen. Diese valvuläre Insuffizienz bedingt bevorzugt an den Beinen einen erhöhten venösen Gefässdruck und damit auch erhöhten Kapillarblutdruck, wodurch die Filtration erhöht ist. Erst wenn die interstitielle Flüssigkeitsproduktion das Lymphsystem funktionell überfordert ist, kommt es zu einer Ödematisierung, wobei das Ödem eiweissarm und somit in der Regel tief dellbar ist. Weitere typische Symptome eines Phlebödems sind die bläuliche Verfärbung der Haut durch den Hämoglobinrest Hämosiderin (Eisen).

Im Laufe der Jahre kann durch wiederholte Entzündungen mit Schädigung der Lymphbahnen ein zusätzliches sekundäres, postentzündliches Lymphödem entstehen, so dass Phlebödeme sich zu Phleblymphödemen umwandeln können. Die Basistherapie von Phlebödemen ist die Kompressionsbehandlung, welche bei nicht ausreichendem Ansprechen mit ML kombiniert werden sollte. Ebenso spricht die häufige Komplikation des Phlebödems, das Ulcus cruris venosum, auf diese physikalische Ödemtherapie ausgezeichnet an. Bei einer akuten Thrombose ist ML wegen der Gefahr einer Lungenembolie durch eine mechanisch gelöste Thrombose bis zum Festwachsen der Thrombose nach vier bis sechs Wochen kontraindiziert. Bandagierungen sind dagegen auch in dieser Zeit sinnvoll. Letztlich wird aber beim Phlebödem immer nach der venösen Ursache zu suchen sein, diese ist in ca. 70% der Fälle eine Stammvaricosis.

Saphenion®: Therapieanalyse BeinödemeDiagnostik

Die Säulen der Basisdiagnostik sind Anamnese, Inspektion und Palpation und sollten in dieser Reihenfolge durchgeführt werden. Dazu kommen duplexsonografische Untersuchungen von Venen und anderen ödemfördernden Organen sowie szintigrafische Untersuchungen der Lymphbahnen zur Suche von Lymphbahn – oder Lymphknotendefekten.

Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme -Therapieempfehlungen

Das Lymphödem / Lipödem / Phlebödem ist ein behandlungsbedürftiges chronisches Krankheitsbild.

Lymphödeme kommen in jedem Lebensalter vor. Im Kindesalter dominieren die primären Lymphödemformen, mit zunehmenden Alter die sekundären. Mit einer adäquaten Therapie, welche konservative und chirurgische Maßnahmen umfasst, kann einer Progression vorgebeugt werden. Beginnt die Therapie im fortgeschrittenen Stadium, so ist das Ziel der Behandlung das Lymphödem in einen ödemfreien Zustand oder zumindest in ein niedrigeres Lymphödem-Stadium zurückzuführen.

Die Standardtherapie der Lymphödeme ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE). Diese besteht aus folgenden aufeinander abgestimmten Komponenten:

Hautpflege und falls erforderlich Hausanierung

Manuelle Lymphdrainage, bei Bedarf ergänzt mit additiven manuellen Techniken  Kompressionstherapie mit speziellen mehrlagigen, komprimierenden Wechselverbänden und/oder lymphologischer Kompressionsstrumpfversorgung

Entstauungsfördernde Sport-/Bewegungstherapie

Aufklärung und Schulung zur individuellen Selbsttherapie

Saphenion®: Therapieanalyse BeinödemeOperative Therapie

Eine operative Therapie sollte in Betracht gezogen werden, wenn ein Patient trotz leitliniengerechter konservativer Therapie und Therapieadhärenz einen Leidensdruck oder eine Zunahme von sekundären Gewebeveränderungen aufweist. 

Techniken: Mikrochirurgisch autogene Lymphgefäßtransplantation

Interposition autogener Venen

Lappenplastiken mit Inkorporation von Lymphgefäßen

Autogene Lymphknoten – Transplantate

Minimalinvasive venöse Sanierung von Krampfadern

Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme – Simultane Therapie von 4 Stammkrampfadern mittels Venenkleber

Saphenion®: Therapieanalyse Beinödeme Empfehlungen von SAPHENION®

Wir favorisieren zunächst eine intensive Lymphmassagetherapie mit mindestens 2 Sitzungen in der Woche und parallel dazu eine Kompressionstherapie mit Halbstrumpf, Oberschenkelstrumpf oder Strumpfhose, je nach Ausdehnung des Lymph – oder Lipödems. 

Wir empfehlen nicht mehr unbedingt die Kompressionsklasse 3, da sie in realitas doch zu schlechterer Compliance und Unzufriedenheit, insbesondere beim älteren Patienten, führt. 

Unser Schwerpunkt stellt die Lymphmassage manuell oder, wie in unserer Rostocker Praxis, die Behandlung mit Vacuum – Lymphmassage – Computern dar. Parallel dazu wird eine Sauerstoff – Mehrschritt – Therapie angeboten und empfohlen.

Unsere Praxis in Rostock ist mit zwei dieser Geräte ausgestattet und diese werden u.a. auch bei post operativen Schwellungen nach Krampfadertherapie sehr erfolgreich eingesetzt. So können die zeitweise auftretenden Schwellungen des Gewebes unter kosmetischen Aspekten schneller beseitigt werden. 

Beim Venenödem (Phlebödem) ist in jedem Fall eine minimalinvasive Sanierung des insuffizienten Venensystems, der Krampfadern, zu empfehlen.

Fotos: Utzius

Literatur / Links:

1  http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/058-001l_S2k_Diagnostik_und_Therapie_der_Lymphoedeme_2017-05.pdf

2. The diagnosis and treatment of peripheral lymphedema: 2013 Consensus Document of the International Society of Lymphology (Lymphology 2013; 46:1-11)

3. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/037-012l_S1_Lipoedem_2016-01.pdf

4. http://www.lymphologie.ch/81.html