SaphenionScience: 57 Monate Klebender Mikroschaum

SaphenionScience – 57 Monate Klebender Mikroschaum: Unsere Erfahrungen an 850 Stammkrampfadern

SaphenionScience – 57 months Sealing Microfoam on 850 truncal varicose veins

SaphenionScience57 Monate Klebender Mikroschaum an 850 Stammkrampfadern: Diese Verödungstherapie ist eine Modifikation des zur Verödungstherapie eingesetzten Ethoxisklerol – Mikroschaums. Man erweitert die Verödungskomponente um einen Verklebungseffekt. Dies geschieht mit Hilfe von hochprozentiger steriler Zuckerlösung. Diese wurde bereits einmal in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Behandlung auch von Stammkrampfadern und Seitenastkrampfadern eingesetzt.

Klebender Mikroschaum in 57 Monaten Anwendung – Mit dem Erfolg des Venenklebers lag die Idee nah, auch den Mikroschaum weiter zu entwickeln. Veröden und Kleben simultan ist eine der möglichen Variationen. Diese Variation eignet sich dann auch sehr gut für die Therapie der Stammvaricosis. Allerdings sind klare Definitionen für den Einsatz des klebenden Mikroschaums notwendig.

Dies umso mehr, als daß aktuelle Erkenntnisse zur Ursache der Krampfadern davon ausgehen lassen, daß eine inkomplette Sanierung von einzelnen Venensegmenten oder Venenklappen oder das sogenannte stadienadaptierte Vorgehen eben doch nicht ausreichend sind für die Therapie der Krampfadern. Pathologische Veränderungen auf Zellebene und Gewebestrukturen sowie chemischen Rezeptoren bedingen zunächst die Erweiterung von Hautvenen. Die mechanische Komponente Blutflußumkehr und Venenklappendefekt ist dann eine Folge dieser zellulären und Gewebeveränderungen. Es liegt also auf der Hand, dass eben doch das gesamte Hautvenensystem betroffen ist. Nur die Ausprägung verläuft diskontinuierlich. Therapeutisch ändert dies aber den Blickwinkel – nicht mehr nur die duplexsonografisch defekte Vene, eher auch die Vene ab 3mm Durchmesser ist bereits als therapiepflichtig anzunehmen.

SaphenionScience – Sealing Microfoam on 850 truncal varicose veins: Microfoam is a modification of ethoxyclerol microfoam commonly used for sclerotherapy. The sclerosing component is extended by a sealing effect. This is done with the help of a high-percentage sterile sugar solution. This was already used in the ’20s“ of the last century for the treatment of truncal varicose veins and side branches.

Sealing Foam therapy over 55 months – With the success of the vein glue, the idea was close to also develop the sealing microfoam. Sclerotherapy and sealing in one step simultaneously is one of the possible variations. This variation is then also very well suited for the therapy of the truncal varicose veins. However, clear definitions for the indication of the sealing microfoam are necessary.

All the more so since current knowledge about the cause of varicose veins suggests that incomplete rehabilitation of individual venous segments or venous valves or the so-called stage-adapted procedure are not sufficient for the therapy of varicose veins. Pathological changes at the cell level and tissue structures, as well as chemical receptors, initially cause the skin veins to expand. The mechanical component of blood flow reversal and venous valve defect is then a consequence of these cellular and tissue changes. It is therefore obvious that the entire cutaneous vein system is affected. Only the expression is discontinuous. Therapeutically, however, this changes the perspective – not only the vein defective by duplex ultrasound but also the vein from 3mm diameter is already to be assumed as requiring therapy.

SaphenionScience – 57 Monate Klebender Mikroschaum: Historisches

Der Beginn der endovenösen Therapie wird in das Jahr 1911 gelegt. Kurz vor dem 1. Weltkrieg kam es zu einer Syphilis – Epidemie. Sowohl der französische Dermatologe Jean Sicard als auch der Deutsche Paul Linser machten die Entdeckung, daß Armvenen bei der Injektion von Salvarsan verödet wurden. Dies führte dann zur eigentlichen Sklerotherapie an Stammvenen und Seitenästen der Beine. Zuerst injizierten beide Ärzte sublimierte, dann hypertonische Kochsalzlösung. Die Erfolge von Linser und Sicard stellten die chirurgischen Eingriffe in den Hintergrund. Auch zahlreiche Chirurgen verließen nun die operative Behandlung.

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SaphenionScience – Klebender Mikroschaum: Beginn der Verödungstherapie nach Salvarsan-Injektionen 1911.
SaphenionScience – Sealing Microfoam: Start of sclerosis – therapy after Salvarsan injections in 1911.

Ferdinand Sauerbruch, von Ende 1927 – 1949 Direktor der Chirurgischen Klinik an der Berliner Charitè, hatte seinen Chirurgen 1928 alle radikalen Methoden der Krampfadertherapie verboten! Die Chirurgen verwendeten Zuckerlösung zur Behandlung von Krampfadern. Ihm folgten viele andere Kollegen in deutschen Krankenhäusern.

SaphenionScience – Klebender Mikroschaum: Ferdinand Sauerbruch, Chef der Chirurgie Charité (1928 – 1946)
SaphenionScience – Sealing Microfoam: Ferdinand Sauerbruch, Head of Charité Surgery (1927 – 1949)

Während in der BRD ab 1949 die radikale Chirurgie der Krampfadern wieder als Methode der 1. Wahl definiert wurde, ist in der DDR bis Mitte der 60er Jahre die Verödungstherapie dem radikalen Herausziehen (Stripping) vorgezogen worden. Dies belegt neben den eigenen Erfahrungen unseres Senior Consultant PD Dr. W.Lahl u.a. auch folgendes Zitat aus der Sauerbruch`schen Operationslehre, herausgegeben von Bier/Braun/Kümmel, Auflage von 1958 (Verlag J.A.Barth, Leipzig, 1958) aus dem Band VI – Die Operationen an den Extremitäten:

“Fast überall ist die operative Behandlung der Krampfadern ganz oder nahezu völlig verlassen zugunsten der Verödung auf chemischem Wege. Diese leistet mehr und Vollkommeneres als die chirurgischen Verfahren zustande gebracht haben… Zur Injektion der Varizen zum Zwecke der Verödung stehen mehrere Lösungen zur Verfügung. Die ursprünglich von Linser angegebene Sublimatlösung ist wegen ihrer toxischen Nebenwirkungen verlassen. Heute werden meistens angewandt: 1. hypertonische 10-30% Kochsalzlösung, 2. konzentrierte 50-60% Zuckerlösung, 3. ungesättigte Lösung von Fettsäuresalzen. Die Kochsalzlösungen wirken sehr sicher, haben aber den Nachteil…dass sie unangenehme schmerzhafte Gewebsnekrosen machen, die lange Zeit zur Abheilung brauchen. Diese beiden Nachteile, die Gewebsnekrose und das Rezidiv, haben wir beim Einsatz der Lösung mit Fettsäuresalzen in vielen Hunderten von Anwendungen nicht gesehen.

SaphenionScience – 57 Months Sealing Mikrofoam: History facts

The beginning of the sclerotherapy were observations during a lues epidemic in 1911 – before the First World War. Both the French dermatologist Jean Sicard, as well as the German Paul Linser discovered that arm veins at the injection of Salvarsan were sclerosed. This then led to the actual sclerotherapy on truncal veins and side branches. First, both doctors injected sublimate, then hypertonic saline. The successes of Linser and Sicard brought surgical procedures in the background. Also numero, us surgeons left now the operational treatment.

Ferdinand Sauerbruch, director of the surgery hospital Charitè Berlin since the end of 1927, has banned his surgeons at Charitè hospital in 1928 all radical methods of varicose vein therapy! There the surgeons used sugar solution for sklerotherapy. He was followed by a lot of other colleagues in German hospitals.

While radical surgery of varicose veins was once again defined as the method of the first choice in the FRG from 1949, in the GDR until the mid-1960s, sclerotherapy was preferred to radical stripping. This is also evidenced by the following quote from Sauerbruch’s surgery theory, published by Bier / Braun / Kümmel, edition from 1958 (J.A.Barth publishing house, Leipzig, 1958) from volume VI – The operations on the extremities:

Almost everywhere, the surgical treatment of varicose veins is completely or almost completely abandoned in favor of chemical sclerotherapy. It does more and more than surgical procedures have accomplished … There are several solutions for injecting varices for sclerotherapy. The sublimate solution originally specified by Linser is abandoned because of its toxic side effects. Nowadays the most common are: 1. hypertonic 10-30% saline, 2. concentrated 50-60% sugar solution, 3. unsaturated solution of fatty acid salts. The saline solutions work very safely but have the disadvantage … that they cause unpleasant painful tissue necrosis that takes a long time to heal. We haven’t seen these two disadvantages, tissue necrosis and relapse when using the fatty acid salt solution in many hundreds of applications. „

Studentenfilm zur Sealing Foam – Therapie

SaphenionScience – 57 Monate Klebender Mikroschaum an 850 Stammkrampfadern

Saphenion setzt die Mikroschaumtherapie seit 15 Jahren ein. Wir haben in unseren Venenpraxen einige Modifikationen der Injektionstechnik eingeführt und den Mikroschaum modifiziert. Die mehr als achtjährige erfolgreiche Arbeit mit dem Venenkleber „VenaSeal®“ legte die Idee nahe, auch dem Mikroschaum zusätzlich eine klebende Wirkung zu geben.

Durch diese technischen Verbesserungen, Modifikationen des Schaums und die permanente Nutzung des Ultraschalls ist die Therapie von Seitenästen und partiell oder komplett defekten Stammkrampfadern (von 2,5 mm bis maximal 4,5 mm Durchmesser) möglich. Sie wird nach der Diagnostik in allen klinisch möglichen Fällen auch empfohlen. Unter Kostenaspekten – gerade beim Selbstzahler – ist der Klebende Mikroschaum eine hervorragende Alternative, da wir nicht nur die kostenintensiveren thermischen Katheterverfahren oder den Venenkleber für die Behandlung defekter Stammvenen einsetzen müssen.

SaphenionScience – 57 months Sealing Microfoam on 850 truncal varicose veins

Saphenion has been using microfoam therapy for 15 years. We have introduced some changes in the injection technique and modified the microfoam. The almost over 8 years of successful work with the vein glue „VenaSeal“ suggested the idea to give the microfoam additionally a sealing effect.

Through these technical improvements, the modifications of the microfoam and the permanent use of the ultrasound bedside, therapy of side branches, and partially or completely defective truncal varicose veins (2,5 mm up to 4,5 mm in diameter) is possible. It is also recommended after diagnosis in all clinically possible cases. Even with cost aspects – especially with the self – payer – the sealing microfoam is an excellent alternative since we no longer have to use only the expensive thermal catheter procedures or the more expensive vein glue for the treatment of insufficient truncal varicose vein sections.

SaphenionScience – 57 Monate Klebender Mikroschaum: Unsere Ergebnisse bei der Therapie von Stammkrampfadern

Klebender Mikroschaum: Nach 57 Monaten Therapie an Stammkrampfadern zeigt der Klebende Mikroschaum im genannten Zeitraum und den genannten Indikationen eine ähnliche Erfolgsquote wie der Laser oder das radikalchirurgische Stripping, bei deutlich  geringeren Nebenwirkungen. Der Therapieablauf ist gewebeschonender und einer sofort möglichen Mobilisierung zugänglich. Und es entfallen die für die radikale Chirurgie und die thermischen Verfahren bekannten neurologischen Komplikationen insbesondere am Unterschenkel.

Seit Dezember 2006 haben wir 17350 Mikroschaumtherapien durchgeführt. In den letzten 57 Monaten (2/2016 – 11/2020) wurden bei Saphenion in 5579 Fällen für die Therapie von Krampfadern Klebender Mikroschaum gewählt.

In 850 Fällen wurde eine Stammvaricosis behandelt. Im Einzelnen betraf dies in 310 Fällen die V. saphena parva, bei 215 Patienten die V. saphena magna und in 325 Fällen akzessorische Stammvenen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 51 Jahre (15 – 93 Jahre).

Die Therapie einer inkompletten Stammvaricosis ist im Zeitraum von 57 Monaten zu nahezu 100 % erfolgreich. Die Vena saphena parva zeigt sich in 88,7% (275 Venen) verschlossen. Die Vena saphena magna war, über den gleichen Zeitraum betrachtet, in 86% verschlossen (185 Venen). Die akzessorischen Stammvenen waren in 92,7% verschlossen (300 Venen).

Dies entspricht einer Gesamtverschlussrate von 91,8% für alle therapierten Venen.

SaphenionScience – 57 months Sealing Microfoam: Our results in the therapy of truncal varicosis veins

Sealing microfoam: 57 months of therapy on truncal varicose veins with sealing foam was showing in the mentioned period and indications a similar success rate than the radical surgical method „stripping“ or the Laser ablation – with significantly lower side effects, a tissue-sparing treatment, and an immediately possible mobilization. And the neurological complications are known for radical surgery and thermal procedures, especially on the lower leg, are eliminated.

Since December 2006, we have performed over 17350 microfoam treatments. In the last 57 months (2/2016 – 11/2020) Saphenion® has been used in 5579 cases Sealing Microfoam for the treatment of varicose veins.

In 850 cases truncal varicose veins were treated. Specifically, this involved the SSV in 310 cases, the GSV in 215 patients, and accessory veins in 325 cases. The mean age of the patients was 51 years (15 – 93 years).

The therapy of incomplete truncal varicose veins is 100% successful in 57 months. The small saphenous vein (SSV) was closed in 88,7% (275 veins). The great saphenous vein (GSV) was closed in 86% (185 veins) over the 55 months – period. The accessory truncal veins were closed in 92,7% (300 veins).

This corresponds to a total closure rate of 91,8%!

SaphenionScience57 Monate Klebender Mikroschaum: Unsere Schlussfolgerungen

Mit der Modifikation der Mikroschaumtherapie zum Klebenden Mikroschaum sehen wir eine verbesserte Verschlusseffektivität. Auch die häßlichen post therapeutischen braunen Striche und Flecken, sog. Hyperpigmentationen, sehen wir wesentlich seltener.

Ecchymosen (Einblutungen unter die Haut) sind seltener (< 10%) aufgetreten. Venenentzündungen haben wir in 26 Fällen (3,2%) gesehen. Eine partielle tiefe Venenthrombose von Unterschenkelvenen sahen wir in 3 Fällen. Dies hat uns veranlasst, bei allen Mikroschaum – Therapien im Stammvenensystem eine einmalige Thromboseprophylaxe intra op durchzuführen.

In einem Fall entstanden mehrere Punktionsgeschwüre, allerdings wurde hier auswärtig mit Salben und Sprays experimentiert, so daß die Ursachen für die Geschwüre nicht fest zu stellen waren. In keinem Fall wurde von unseren Patienten über Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühl nach der Behandlung berichtet.

Im Wesentlichen wurde neben den sichtbaren kleinen Punktionshämatomen in erster Linie von Stranggefühl und Druckschmerz über der behandelten Vene berichtet. Auch muskelkaterähnliche Erscheinungen traten auf (dies ähnelt den Symptomen nach dem VenaSeal® – Venenkleben).

Andere Nebenwirkungen (Allergie) oder Komplikationen (Embolie) traten nicht auf. Somit ist die Therapie Klebender Mikroschaum (ScleroAdFoam®) eine sehr wirkungsvolle, effektive und preisgünstige Alternative und Ergänzung zu den häufig bei der Stammvaricosis eingesetzten thermischen Katheterverfahren Laser, Radiowelle, Heißdampf oder dem non thermischen Clarivein oder Venenkleber. So wird die Mikroschaumtherapie auch für den Einsatz beim kosmetisch anspruchsvollen und bei älteren Patienten interessant.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Erkenntnisse zu den Ursachen von Krampfadern (Zellwandumbau und – Zerstörung, Bindegewebsalterationen, Hormonrezeptorenüberschuss) bietet sich der Klebende Mikroschaum als eine herausragende Alternativtherapie bei einer ursachenadaptierten Erweiterung der TherapieIndikationen an.

SaphenionScience – 57 months Sealing Microfoam in truncal varicose veins: Our conclusions

In addition to the improved closure effectiveness, we also see much less frequently the ugly post-therapeutic brown lines and spots, so-called hyperpigmentations.

Ecchymoses (bleeding under the skin) have become rare (< 10%). We have seen phlebitis in 21 cases (3,2%). A partial deep vein thrombosis of lower leg veins was seen in 3 cases. This has led us to perform a single thrombosis prophylaxis Intra op for all microfoam therapies of truncal varicose veins.

In one case, multiple puncture ulcers were found, however. Here was experimented outside with ointments and sprays, so that the cause of the ulcers are not fixed. In no case have any of our patients been reported to have any sensory or post – treatment sensation of numbness.

Essentially, in addition to the visible small puncture hematomas, it was primarily extrinsic pressure and tenderness over the treated vein that was reported. Muscular catlike symptoms also appeared. This is similar to the symptoms after VenaSeal – glue therapy.

There were no other side effects (allergies) or complications (embolism). Thus, the Sealing Microfoam therapy is a very good, effective, and inexpensive alternative and supplement to the thermal catheter procedures often used in truncal varicose veins, f.e. laser, radio wave, superheated steam, or the non-thermal Clarivein or vein glue VenaSeal®. Microfoam therapy is also interesting for use in cosmetically demanding patients and older patients.

Taking into account the current knowledge on the causes of varicose veins (cell wall remodeling and destruction, connective tissue alteration, excess hormone receptors), the Sealing Microfoam is an excellent alternative therapy for a cause-adapted extension of the therapy indications.

Photos / Videos:

Claudia, Madleen, Studentin, Utzius

Referenzen / Links:

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