SaphenionScience: Muskelvenen – Fusskrampfadern

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern – Grundsätzlich zieht eine Krampfaderbildung von Verbindungsvenen auch die anatomisch – funktionelle Umwandlung von Muskelvenen in krampfadertypische erweiterte und durch hohen venösen Ruhe – und Belastungsdruck belastete Muskelvenen nach sich. Dies wurde von uns auch in der Auswirkung auf das Kapillar – und Arteriensystem schon dargestellt:

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern: Normaler Venenfluss bei verschiedenen Abrollmanövern über den Fuss

Es gibt ca. 95 Venenpaare, die als Verbindungsvenen fungieren, ca. 18 Venenpaare sind vor allem am Unterschenkel lokalisiert. Diese Unterschenkelvenen haben eine hohe klinisch Relevanz – man spricht auch von „chirurgisch – relevanten Verbindungsvenen (May)Schlüsselperforantes“.

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern: Darstellung des normalen und pathologischen Venenflusses, unten bei Krampfadern Reflux in die Hautvenen und Absacken nach peripher

Wichtig ist jedoch die Tatsache, dass diese Verbindungsvenen am Fussrücken und am Knöchel schon in der normalen Anatomie und Physiologie ohne Venenklappen angelegt sind!

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern – Die Verbindungsvenen

Die besondere Bedeutung der Verbindungsvenen liegt darin, dass sie Zwischenverbindungen darstellen, durch die das gesamte oberhalb der Muskelfaszien fließende venöse Blut in die Muskelvenen und tiefen Leitvenen drainiert wird. Sind die Venenklappen der Verbindungsvenen ebenfalls defekt (Perforanzvaricosis) kommt es zu lokalen pathologischen Veränderungen der Muskelvenen und auch zur Ausprägung einer regionalen Varicosis. Diese regionale Varicosis und die pathologisch veränderten Muskelvenen potenzieren die Auswirkungen einer bestehenden allgemeinen Krapfadererkrankung lokal und regional dramatisch.

Es kommt zu lokalen und regionalen Haut – und Gewebeveränderungen, wie Fettgewebsverhärtungen, Einlagerungen von Blutabbauprodukten und einer hochgradig fragilen Haut – diese ist schon bei geringen äusseren Einflüssen sehr verletzlich (Ulcus cruris) und die Abheilung ist dramatisch verlängert.

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern: Die Verbindungsvenenkrampfadern, Entstehung und pathologische Funktion

SaphenionScience. Muskelvenen-Fusskrampfadern – Fussrückenkrampfadern

Das Venenpolster der Fusssohle drainiert das venöse Blut durch klappenlose(!) Verbindungsvenen zu den oberflächlich liegenden Fussrückenvenen. Das Fehlen von Venenklappen ist zwar für die Funktion der venösen Fusspumpe als auch für die spezielle Pumpfunktion im Knöchel – / Sprunggelenkbereich eine wichtige Voraussetzung. Allerdings bilden sich an den Austrittstellen der Verbindungsvenen am Fussrücken und Knöchel sehr schnell Krampfadern – die sog. Fußrücken – und Knöchelvaricosis.

Zunächst in der Venenheilkunde nicht beachtet, haben diese Fuss – und Knöchelkrampfadern jedoch ebenfalls eine grosse klinische Bedeutung bei der Entstehung der Varicosis am Unterschenkel und die Entstehung des „Offenen Beines“ (Ulcus cruris).

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern: Venendruck in den Venen im Stehen und bei Bewegung – sehr deutlich wird der extrem hohe Druck in der Stammvene Vena saphena magna et parva beim Stehen (Sitzen)

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern – Therapieoptionen

Nachdem zunächst die Fussrücken – / und Knöchelkrampfadern therapeutisch nicht beachtet wurden, gilt heute die Aufmerksamkeit des Therapeuten nicht mehr nur den Stammkrampfadern. Mit der Einführung ultraschallgesteuerter Venenpunktionen und der lokalen Therapie mittels Laser, Mikroschaum oder Kleber, ist auch die Knöchel – und Fussrückenvaricosis in den Blickpunkt der Therapie gekommen.

Es gilt nunmehr der Grundsatz, dass nach der Therapie der Stammvaricosis auch die Verbindungskrampfadern , die Knöchel- und Fussrückenkrampfadern zu therapieren sind. Die techniycxhen Möglichkeiten, diese Therapie nicht radikal und ohne Skalpell durchzuführen, haben sich in den letzten 20 jahren erheblich verbessert.

Eine Behandlung der Fussrücken – und Knöchelvenen durch Mikroschaum und die Therapie der Verbindungsvenen sonografiegestützt mittels Mikroschaum, Laser oder Venenkleber sind in guten Facharztpraxen Standard.

Als ausgeprochen interessante Therapieoption kommt nunmehr das nichtinvasive SONOVEIN-System hinzu. Damit dürfte dann – neben der Therapie von Verbindungsvenen – auch die lokale Therapie refluxiver und stark erweiterter Muskelvenen kein Problem mehr sein – ohne Hautschnitt oder Punktion und ohne Einbringung von Fremkörpern.

SaphenionScience: Muskelvenen-Fusskrampfadern – Kompressionsstrumpf?

Es ist aus unserer Sicht unbedingt darauf zu achten, dass bei Bestehen einer Fussrücken – und Knöchelkrampfader KEINE Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsstrumpfhosen mit OFFENER Fusspitze getragen werden sollten. Diese verstärken den pathgologischen Effekt und führen zu einer massiven Vorfuss – Stauung!

Photos/Graphiken:

Utzius: Berlin light games

Weber und May: Funktionelle Phlebologie

Literatur / Links:

Siegenthaler, W.: Klinische Pathophysiologie; Georg Thieme Verlag Stuttgart New York 1987.

Weber, J. und May R.: Funktionelle Phlebologie; Georg THieme Verlag Stuttgart, New York, 1990.

Danneil,O.; C.Kern und M.Stücker: Tiefe Muskelvenenthrombose nach Sklerosierung eines Seitenastes unter laufender Therapie mit Tamoxifen; vasomed 5, 2019.

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