Kochsalzlösung zur Verödung – ein Fall für die Justiz?

Kochsalzlösung zur Verödung von Krampfadern

Kochsalzlösung zur Verödung von Krampfadern wird als sog. biologische Verödungstherapie auf hunderten von Google – Anzeigen beworben. Nun wird in Berlin in einem Gerichtsverfahren geklärt, ob der Einsatz von Kochsalzlösung zur Verödung eine Körperverletzung darstellt. Geklagt hat eine Patientin, die bei einer Heilpraktikerin eine Kochsalzlösung zur Verödung von Krampfadern bekommen hatte. Die Patientin war Diabetikerin und war mit insgesamt 300 ml Kochsalzlösung behandelt worden (zum Vergleich: Mikroschaumtherapie 10ml je Sitzung). Nach der Behandlung hatten sich zahlreiche Ulcera (offene Beine) entwickelt, diese mussten stationär behandelt werden.

Hier ein paar Beispiele für eine hochgradig intensive Vermarktung der Kochsalzlösung zur Verödung. Nach Aussagen der praktizierenden Heilpraktiker sind sowohl die hässlichen Besenreiser, als auch dicke Seitenast – und Stammvenen sehr erfolgreich mit Kochsalz behandelbar. Nach dem Motto – um so dicker die Vene – umso besser der Effekt – wird mit völlig unsachlichen und schlichtweg falschen Aussagen eine immense Werbung betrieben.

Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass die Kochsalzlösung zum Veröden von Krampfadern im Heilmittelkatalog für Ärzte gar nicht zugelassen ist. Heilpraktiker hingegen unterliegen nicht dem Heilmittelgesetz – hier gilt das Motto: Alles erlaubt, was gefällt.

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Sogar die Ärztezeitung beteiligt sich an dieser paramedizinischen Werbekampagne…

Zur Geschichte der Kochsalzverödung

Der eigentliche Ausgangspunkt der Verödungstherapie waren Beobachtungen während einer Syphilis – Epidemie vor dem 1. Weltkrieg. Sowohl der französische Dermatologe Jean Sicard als auch der Deutsche Paul Linser entdeckten bei der Behandlung von Syphiliskranken, dass die Armadern bei der Injektion von Salvarsan (Arsenlösung zur Behandlung der Syphilis) verschlossen wurden. Diese Beobachtung lies beide Ärzte über die Möglichkeit der Behandlung von Krampfadern an den Beinen nachdenken und führte dann zur eigentlichen Sklerotherapie der Beinvenen.

Zuerst injizierten beide Ärzte Sublimat, dann hypertonische Kochsalzlösung. Die Erfolge von Linser und Sicard sowie des Assistenten von Sicard, Raymond Tournay, brachten die chirurgischen Eingriffe in den Hintergrund. Auch zahlreiche Chirurgen versuchten sich an der Kochsalzverödung und verliessen die operative Behandlung. Die Methode von Moszkovicz verband beide Techniken – er kombinierte die operative Entfernung der Stammkrampfadern mit der Verödung durch unterschiedlichste Medikamente.

Paul Linser als einer der Erstbeschreiber der Kochsalzverödung verließ aber diese Methode 10 Jahre später (1921). Nach seinem Umzug nach Berlin führte er die Verödungen nur noch mit hochprozentiger Glukoselösung durch – die Kochsalzverödung war ihm zu ineffektiv und hatte sehr viele Nebenwirkungen. Er konnte sogar Ferdinand Sauerbruch für die Glukoseverödung begeistern – die Chirurgische Klinik der Charité führte ab 1929 keine radikale Stripping – OP mehr durch.

Kochsalzlösung für Ärzte nicht zugelassen

https://www.phlebology.de/aerzte/aktuelles/mitteilungen/

Die Kochsalzverödung ist in der ärztlichen Tätigkeit nicht zugelassen. Das einzige Verödungsmedikament mit einer Zulassung ist in Deutschland das Äthoxisklerol. Grosse Vergleichsstudien zur Behandlung von Besenreisern – es wurde zwischen Kochsalz, Äthoxisklerol – Flüssigverödung, Mikroschaumverödung und Laserverödung getestet – haben für die Kochsalzverödung im Vergleich sehr schlechte Verschlussergebnisse bei deutlich erhöhten Komplikationsraten ergeben. In den Leitlinien zur Verödungstherapie findet sich die Kochsalzverödung ebenfalls nicht mehr.

Wir haben in den letzten 22 Jahren recht viele Patienten nachbehandeln müssen, die zuvor bei einem Heilpraktiker mit Kochsalzverödung sich haben therapieren lassen. Unsere Frage nach der Motivation für die Wahl dieser Therapie ergab immer die gleiche Antwort: Die Kochsalzverödung sei rein biologisch und sie ist nicht so teuer.

Es ist also eine Nachfrage nach dieser – bereits vor 100 Jahren als wenig effektiv und sehr komplikationsträchtig bekannten Therapiemethode – vorhanden. Insofern muss sich jeder Patient hinterfragen, inwieweit er sich wirklich umfassend informiert hat und welche Motivation er hat, sich Krampfadern beim Heilpraktiker behandeln zu lassen und nicht beim Venenspezialisten.

Es ist aber auch die Gesundheitspolitik zu hinterfragen, inwieweit es überhaupt möglich ist, das Ärzten diese Methode quasi verboten ist, aber Heilpraktiker weiterhin damit arbeiten dürfen. Darin besteht der eigentliche Skandal – und dies hat nichts mit Verteilungskampf zu tun. Die schlechten Ergebnisse und die hohen Komplikationsraten der Kochsalzverödung sind hinreichend wissenschaftlich erwiesen und historisch eigentlich bereits aufgearbeitet. Auch die reine Kochsalzverödung ist bei Seitenast – und Stammkrampfadern nicht vergleichbar effektiv und hat – wie schon vom Erstbeschreiber Paul Linser 1921 mitgeteilt – erhebliche Nebenwirkungen. Auf Grund der erheblichen Komplikationsraten nach Kochsalzverödung war diese Methode schon Mitte der 20er Jahre kritisch hinterfragt und durch die Glucoseverklebung ersetzt worden.

Zu der von einigen Kollegen praktizierten Mixtur mit Eigenblutentnahme, Koagulation des entnommenen Blutes im warmen Wasserbad und Mischung mit Äthoxisklerol gefolgt von der Reinjektion in die erkrankten Krampfadern haben wir ebenfalls eine distanzierte Haltung. Dieses auch aus der Naturheilkunde bekannte Verfahren ist zunächst in der Wirksamkeit umstritten, dazu kommen erhebliche Nebenwirkungen, wie Schüttelfrost und Fieber nach der Therapie.

http://www.saphenion.de/news/kleben-mit-mikroschaum-35-monate-therapie-an-stammvenen/

03/2020

Deutsche Gesellschaft für Phlebologie – Patienteninformation zur salinen Krampfaderentfernung bzw. Kochsalzverödung

https://www.phlebology.de/aerzte/aktuelles/mitteilungen/?fbclid=IwAR3A_It-ZdMemQrLX7g5o1HUnkqYGv8kw_xT5PL_KY9R1xsKnQXUQav1rz0

Der Mythos der „sanften“ Krampfaderentfernung ohne Komplikationen

Aktuell wird besonders von Heilpraktikern für die „sanfte“ oder „saline“ Krampfaderentfernung (auch Kochsalzverödung genannt) durch Injektion einer hochprozentigen Kochsalzlösung geworben. Die Behandlung soll nicht nur besonders sanft sein, sondern im Gegensatz zu allen anderen Therapien auch keine Komplikationen verursachen. Wir – als Venenfachärzte – möchten Sie über die Kochsalzmethode aufklären.

Ist die Kochsalzlösung ein zugelassenes Sklerosierungsmittel?

Bei der Sklerotherapie (Verödung) wird ein Medikament, das so genannte Sklerosierungsmittel, in die Besenreiser und Krampfadern eingespritzt. Durch das Sklerosierungsmittel wird die erkrankte Vene durch körpereigene Prozesse in einen Bindegewebsstrang umgewandelt und mit der Zeit abgebaut. Dadurch verschwinden auch die Beschwerden.

Die hochprozentige Kochsalzlösung (10%ig bis 27%ig) ist zwar ein Sklerosierungsmittel, aber nicht zur Behandlung von Beseneisern und Krampfadern zugelassen.

In Deutschland ist als Sklerosierungsmittel der Wirkstoff Polidocanol zugelassen. Wirksamkeit und Sicherheit dieses Arzneimittels sind durch zahlreiche klinische Studien bewiesen. Heilpraktiker dürfen das verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht beziehen.

Ist die Kochsalzverödung eine „sanfte“ Krampfaderbehandlung?

Nein, das Gegenteil ist der Fall. Die Injektion von hochprozentiger Kochsalzlösung führt nachweislich zu minutenlangen Schmerzen und Muskelkrämpfen bei und nach der Injektion. Mehrere Studien zeigen, dass sowohl die Schmerzhaftigkeit als auch die Häufigkeit von Gewebezerstörungen und Geschwüren im Injektionsbereich deutlich höher sind als mit anderen Sklerosierungsmitteln.

Ist die Kochsalzbehandlung natürlich und daher anderen Methoden vorzuziehen?

Es stimmt, dass Kochsalzlösung im menschlichen Körper in einer Konzentration von etwa 0,9% vorkommt. Eine 10%ige bis 27%ige Kochsalzlösung, wie sie zur Behandlung von Krampfadern verwendet wird, kommt jedoch nicht im Körper vor und ist nicht natürlich. Zu viel Kochsalz kann sogar schädlich sein und zu ernsten Komplikationen führen. Das zeigt sich in der Natur schon daran, dass in hochkonzentrierten Salzseen außer einigen Bakterien und Algen keine anderen Organismen überleben können.

Ist die Kochsalzlösung bei Krampfadern wirksam?

Die hochkonzentrierte Kochsalzlösung ist ein relativ schwaches Sklerosierungsmittel und bei Krampfadern mit einem Durchmesser von mehr als 3 bis 4 mm ist laut Studien von keiner Wirksamkeit auszugehen. Es gibt keine Studien, die eine Wirksamkeit der Kochsalzlösung bei der Behandlung von Seitenästen und Stammvenen zeigen konnten, daher ist von Kochsalzlösung bei größeren Krampfadern abzuraten.

Kochsalzlösung wird in den medizinischen Leitlinien zur Behandlung von Besenreisern und Krampfadern nicht als Therapieoption erwähnt oder empfohlen.

Ist die Krampfaderbehandlung mit hochkonzentrierter Kochsalzlösung schmerzhaft?

Schmerzen und Muskelkrämpfe bei und nach der Injektion sind typisch für die Kochsalzlösung. Die Muskelkrämpfe können minutenlang nach der Injektion anhalten und als Muskelschmerzen wahrgenommen werden. Mehrere Studien zeigen, dass die Schmerzhaftigkeit von Kochsalzlösung deutlich höher ist als mit anderen Sklerosierungsmitteln. Kochsalzlösungen verursachen zudem nachweislich häufiger Gewebezerstörungen und Geschwüre im Vergleich mit z. B. Polidocanol.

Daher haben weniger schmerzhafte und besser verträgliche Sklerosierungsmittel die Kochsalzlösung weltweit verdrängt.

Können bei der Kochsalzverödung Nebenwirkungen auftreten?

Ja, Nebenwirkungen können nachweislich auch nach der Kochsalzmethode auftreten, insbesondere nach der Behandlung größerer Krampfadern. Das Wirkprinzip ist bei allen Sklerosierungsmitteln gleich und daher können auch nach der Behandlung mit hochkonzentrierter Kochsalzlösung u. a. Thrombosen der tiefen Beinvenen, Lungenembolien, Nervenverletzungen und Hautverfärbungen vorkommen. Nach Injektion von größeren Mengen kann Kochsalzlösung zusätzlich das Ionen-Gleichgewicht im menschlichen Körper verschieben und zu ernsten Komplikationen führen.

Prinzipiell treten ernsthafte Komplikationen bei ordnungsgemäßer Durchführung der Sklerotherapie durch einen Venenfacharzt sehr selten auf.

Können mit der Kochsalzlösung Allergien auftreten?

Allergien sind bei reiner Kochsalzlösung sehr unwahrscheinlich. Dies gilt allerdings nur, sofern der Lösung keine örtlichen Betäubungsmittel wie z. B. Lidocain gegen die bei der Injektion auftretenden Schmerzen hinzugesetzt wurden. Diese können durchaus Allergien auslösen. Allergische Reaktionen können bei anderen Sklerosierungsmitteln zwar auftreten, sind aber äußerst selten.

Können bei der Therapie mit Kochsalzlösung Thrombosen auftreten?

Ja, tiefe Beinvenenthrombosen können nach Anwendung aller bekannten Behandlungsmethoden für Krampfadern und auch mit allen Sklerosierungsmitteln auftreten, also auch mit der Kochsalzlösung. Insgesamt sind das aber seltene Nebenwirkungen, die – wenn sie auftreten – vom Arzt schnell und gut beherrscht werden können.

Schadet viel Kochsalz dem Körper?

Viel ist immer relativ, aber auch Kochsalz kann giftig sein. Etwa 100 bis 150 g Kochsalz über den Tag verteilt (10 Esslöffel Speisesalz) können beim erwachsenen gesunden Menschen tödlich enden, beim Kleinkind bereits 1 Esslöffel. Nach Injektion von größeren Mengen – wie bei der Krampfaderbehandlung üblich – kann die Kochsalzlösung das Ionen-Gleichgewicht im menschlichen Körper verändern und insbesondere bei Nieren und Herzerkrankungen und hohem Blutdruck zu ernsten Komplikationen wie Schock oder Herzstillstand führen.

Ist vor der Behandlung von Krampfadern eine Ultraschalluntersuchung wichtig?

Eine gute Diagnostik ist auf jeden Fall Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Dazu zählt auch eine Ultraschalluntersuchung der Venen durch einen ausgebildeten Arzt. Sogar bei Besenreisern können tiefer liegende Probleme vorhanden sein, die mitbehandelt werden müssen und ohne Ultraschalluntersuchung übersehen werden können. Eine Bestimmung des Venenstatus durch einen Venenfacharzt oder Phlebologen ist daher empfehlenswert.

Von wem sollte man Krampfadern behandeln lassen?

Neben einer guten Diagnostik sind ein umfangreiches Wissen über Venen und eine optimale Behandlungstechnik essentiell für den Erfolg und die Sicherheit der Krampfadertherapie. Größere Krampfadern sollten nur unter Ultraschallkontrolle behandelt werden, so dass z. B. die unbeabsichtigte Injektion in eine Arterie oder an einen Nerv ausgeschlossen werden kann. Optimal ausgebildet für die Therapie von Krampfadern sind der Venenfacharzt oder ein phlebologisch tätiger Arzt, der aus den verschiedenen anerkannten Therapieoptionen die optimale Behandlung für den jeweiligen Patienten auswählen kann. Sollten nach einer Behandlung Komplikationen wie Schwellungen des Beines oder Schmerzen auftreten, sollte man auf jeden Fall unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Literatur:

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/037-015l_S1_Sklerosierungsbehandlung_Varikose_2012-07-abgelaufen.pdf

https://www.tagesspiegel.de/berlin/hochaggressive-therapie-berliner-heilpraktikerin-wegen-koerperverletzung-vor-gericht/24227570.html

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2213333X15000554

https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/037-015.html

Kommentare

  1. Eine Liste aller VenaSeal anwendenden Ärzte in Deutschland wäre für vom HeilprakTiker verblendete PaTienten sicher hilfreich…
    Ich würde mich, falls notwendig, immer nur für VenaSeal entscheiden.

  2. Werter Herr Zierau, ich habe meine Krampfadern vor 10 Jahren als ich noch in Deutschland gelebt habe mit Kochsalzlösung behandeln lassen. Jetzt wollte ich es wieder machen lassen und bin bei meiner Suche auf Ihren Blog gestoßen. Es ist mir ein Bedürfnis hier kurz meine Erfahrungen zu schreiben, auch wenn Ihnen das vielleicht nicht passen wird und auch weil Sie meiner Meinung nach zu Unrecht kein gutes Haar an dieser Behandlung lassen.
    ‌Von den ach so vielen Nebenwirkungen gab es bei mir keine gravierenden, außer das während der Behandlung ein starker Krampf auftrat der auch schnell wieder weg war. Danach war die Krampfader für ein paar Tage empfindlich, wegen einer leichten Entzündung wie mir gesagt wurde, das war’s dann auch schon. Ansonsten war ich mit dem Ergebnis zufrieden. Habe die Methode auch weiter empfohlen und alle waren gut zufrieden. Weiß nicht von welchen Komplikationen Sie schreiben und wie häufig da bei anderen was auftritt. Das klingt für mich etwas übertrieben. Sie sollten aufpassen das Sie nicht Ihre Glaubwürdigkeit untergraben bei dem was die schreiben. Das nur als gut gemeinten Rat. Denn ich bin erstaunt wie viele Ärzte und Heilpraktiker diese Behandlung anbieten, das war damals nicht so, ich musste lange suchen um jemanden zu finden. Und man ließt eigentlich nur Gutes darüber, nur in Ihren Augen ist alles schlecht und gefährlich.
    ‌Und eins noch – das eine Behandlung bei einer Heilpraktikerin schief gelaufen ist, ist sehr bedauerlich. Das Sie aber von einem Einzelfall auf die ganze Methode schließen ist nicht nachvollziehbar und ich weiß nicht was sie damit bezwecken wollen. Entschuldigung aber das Gefühl bekommt man beim lesen.
    ‌Ich kann Ihnen sagen es hat mich als Krampfaderpatientin ärgerlich gemacht Ihren Artikel zu lesen und darum musste ich das mal loswerden. Vielleicht können Sie das verstehen. Danke.
    ‌Herzliche Grüße Franziska

  3. Sehr geehrter Herr Dr. Zierau,

    nachdem Sie meinen bereits geschribenen Kommentar gelöscht haben, versuche ich es nun noch einmal.
    mit Entsetzen und Bedauern habe ich Ihren Beitrag gelesen. Ich darf mich dem Erfahrungsbericht von Franziska anschliessen, denn auch ich habe nur positve Erfahrungen mit der Krampfaderbehandlung mit Kochsalzlösung gemacht. Es ist sehr bedauerlich, was der Patientin widerfahren ist , jedoch geht bei schulmedizinischen Behandlungen viel öfter etwas schief und deshalb wird sie nicht verteufelt. Vor der Behandlucng wurden mir die Risiken schriftlich mitgeteilt und ich habe mich bewusst für diese Behandlucng entschieden und habe demzufolge mind. 50% Verantwortung für meine Entscheidung. Es ist sogar so, dass die Schulmedizin die drittgrösste Todesursache ist, wie Sie diesem Artikel aus dem Ärzteblatt entnehmen können: siehe Studie, die im Ärzteblatt veröffentlicht wurde:
    https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:m3hpNlYBoNkJ:https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/66550/US-Studie-Medizinische-Irrtuemer-dritthaeufigste-Todesursache+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de
    Die Zukunft kann meiner Meinung nach nur die Zusammenarbeit der Schulmedizin mit der ganzheitlichen naturmedizin sein.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Yvonne Gerber

  4. Ich habe mir vor 7 Jahren die Krampfadern per Kochsalzmethode entfernen lassen. Da es nur sehr wenige Ärzte und Heilpraktiker in Deutschland gibt, die diese Behandlung ausführen können und dürfen musste ich schon etwas suchen was sich in meiner Nähe befand. Ich wurde über sämtliche Details aufgeklärt und auf meine Fragen erhielt ich aussagekräftige Antworten. Mit dem Ergebniss der Behandlung bin ich sehr zufrieden. Ich habe endlich wieder schöne Beine und keine Beschwerden mehr. Die Methode habe ich meinen Freunden und Bekannten weiter empholen. Ich kann nicht verstehen, warum diese Methode von Ihnen so verteufelt und in den Medien permanent schlecht gemacht wird. Warum hat die Schulmedizin solche große Angst vor dieser Methode das man sofort juristisch gegen eine Heilpraktikerin vorgehen muss? Was geschieht, wenn der Arzt eine verkehrte Tablette verschreibt und der Patient verstirbt daran? Geht das durch die Medien? Richtig- man hört nix darüber. Jeder Mensch trägt für sich die Verantwortung was er für sich möchte und das sollte respektiert werden. Ich finde es sehr gut, dass es Ärzte gibt, die nebenbei noch alternative Medizin studiert haben. Die passen bestimmt nicht unbedingt in das Weltbild einiger, aber schön das es sowas gibt. Die alternative Methode der Krampfaderentfernung ist eine gute Sache und sollte Jedem angeboten werden.
    Mit freundl. Gruß Anke K.

    • Sehr geehrte Frau Kehnitz – vielen Dank zunächst für Ihren Kommentar – die Quintessenz zuerst – jeder Patient ist Herr über seinen Körper, wir Ärzte und Therapeuten sind beauftragt, Therapien zu empfehlen und ggf. auch durchzuführen, nicht mehr und nicht weniger. Insofern ist es doch gut, wenn Sie eine Entscheidung getroffen haben und nach der Therapie auch zufrieden sind. Aber in medizinischer Sicht sind eine Reihe Fragen offen, die wir hier nicht klären werden können. Ich hatte dezidiert auf unsere Erfahrungen hingewiesen und auf die wissenschaftliche Literatur und auch die geltenden Leitlinien zur Therapie des Krampfaderleidens. Zu dem anhängigen Rechtsstreit kann und darf ich mich nicht äußern.
      Aber ich darf meine fachliche Meinung kundtun.
      Paul Linser, der seit 1911 bis 1919 über 15000 Kochsalzverödungen durchgeführt hatte, ist Anfang der 20ger Jahre von dieser Methode gänzlich zurück getreten. Er hat das gesehen, was auch wir immer wieder sehen – erhebliche Komplikationen und schlechte Therapieergebnisse.
      Ich möchte Ihnen abschließend aus der Chirurgischen Operationslehre Bier,Braun,Kümmell, erschienen 1958 im Verlag J.A.Barth, Leipzig aus dem Band VI – Die Operationen an den Extremitäten – Folgendes zitieren:“Fast überall ist die operative Behandlung der Krampfadern ganz oder nahezu völlig verlassen zugunsten der Verödung auf chemischem Wege. Diese leistet mehr und Vollkommeneres als die chirurgischen Verfahren zustande gebracht haben… Zur Injektion der Varizen zum Zwecke der Verödung stehen mehrere Lösungen zur Verfügung. Die ursprünglich von Linser angegebene Sublimatlösung ist wegen ihrer toxischen Nebenwirkungen verlassen. Heute werden meistens angewandt: 1. hypertonische 10-30% Kochsalzlösung, 2. konzentrierte 50-60% Zuckerlösung, 3. ungesättigte Lösung von Fettsäuresalzen. Die Kochsalzlösungen wirken sehr sicher, haben aber den Nachteil…dass sie unangenehme schmerzhafte Gewebsnekrosen machen, die lange Zeit zur Abheilung brauchen. Diese beiden Nachteile, die Gewebsnekrodse und das Rezidiv, haben wir beim Einsatz der Lösung mit Fettsäuresalzen in vielen Hunderten von Anwendungen nicht gesehen.

      Die Kochjsalzverödung ist also nicht erst seit heute ein medizinischer Streitfall, schon der Erstbeschreiber hat sie kritisch gesehen. Unabhängig davon ist meine Meinung kein Statement gegen alternative Medizin. Ich sehe aber die Rechtslage, die Wissenschaft und unsere eigenen Erfahrungen. Eine Meinungsäusserung dazu ist mir sicher gestattet.
      Freundliche Grüsse

  5. Lieber Herr Dr. Zierau,
    der Fairness halber wäre es angebracht, in Ihren Ausführungen zu erwähnen, dass die genannte Patientin, die geklagt hat, der Heilpraktikerin die Vorerkrankung Diabetes verschwiegen hat. Mit dieser Kenntnis wäre die Behandlung niemals durchgeführt worden. Schade, dass die Berichterstattung immer so einseitig ist.

    • Liebe Frau Stiegele – diese Fairniss bringen Sie jetzt in die Diskussion rein – denn das ist weder veröffentlicht worden, noch wurde es mir mitgeteilt. Unabhängig davon halte ich den Einsatz nicht medizinisch zugelassener Verfahren, die bereits eine lange, auch kritische Geschichte haben (seit 1911) für fragwürdig. Unabhängig davon ist ein Strafprozess in jedem Fall zu hinterfragen, da die Patientin ja sicher umfassend aufgeklärt worden ist – ich wundere mich immer wieder – auch aus eigenem Erleben heraus – das trotz umfassender Aufklärung einige wenige Patienten den Weg zum Strafgericht suchen – normalerweise müsste uns medizinisch Tätigen erlaubt sein, jedes Aufklärungsgespräch aufzuzeichnen, denn vor einem Gericht hat ein Patient immer den Bonus des Nichtwissens.

  6. Ich habe die“ sanfte Methode“ im Herbst 2019 bei mir machen lassen.
    Ich habe diese Methode als äußerst schmerzhaft empfunden und habe starke Hautverfärbungen zurück behalten.

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