Konsensus 1. NEEF – endovenöse Krampfadertherapie

 

 

Konsens 1. Nordeuropäisches Endovenous Forum

 

NEEF-Konsensus endovenöse Krampfadertherapie: Chronische Venenerkrankungen sind eine sehr häufige Erkrankung der Blutgefäße. Unbehandelt führen sie zu einer signifikanten Verringerung der Lebensqualität. Beim Vorrücken zu Stufe C6 führt dies zu sehr hohen Kosten für die Gesundheitssysteme. Gegenwärtig sind über 95% der Krampfader – Patienten unbehandelt.

 

Im Rahmen des wissenschaftlichen Programms und der inhaltlichen Diskussion sowie in den zahlreichen Diskussionen und  Erfahrungsberichten während des NEEF – Forums ist ein Konsens entstanden.

 

Nach den ESVS – Leitlinien zur Therapie von Krampfadern sind wir uns einig, dass die endovenöse Therapie in den meisten Fällen der offenen radikalen Operation vorzuziehen ist und Therapie der ersten Wahl zur Behandlung von Krampfadern ist. Dies steht auch im Einklang mit den Vorschlägen der NICE-Richtlinien und auch dem American Venous Forum.

 

Gegenwärtig haben sich endovenöse Techniken zum neuen Goldstandard entwickelt. Mit der in vielen Langzeitstudien nachgewiesenen hohen Effektivität auch über einen langen Behandlungszeitraum sind sie Therapie der 1. Wahl und sollten der radikalen Chirurgie vorgezogen werden.

 

Kurze Behandlungszeit, kurze Ausfallzeit und geringe Nebenwirkungen sind entscheidende Vorteile der endovenösen Therapie. Sie kann ohne Vollnarkose durchgeführt werden. Im Allgemeinen sollte sie der offenen radikalchirurgischen Operation als Behandlung der Wahl vorgezogen werden.

 

Neben Radiofrequenz- und Laserablation erwies sich die nicht thermische Cyanoacrylat – Therapie (VenaSeal) als mindestens ebenso effektiv und sicher. Diese braucht weder Narkose noch Gewebe – tumeszenzanästhesie. Eine post op Kompressionstherapie ist in der Regel nicht notwendig.

 

Stammkrampfadern zeigen bei der Cyanoacrylattherapie eine Langzeit-Verschlussrate zwischen 95 und 97%, wie aus verschiedenen Zentren berichtet wurde. Diese nicht thermische Therapie zeigt daneben auch eine  geringere Rate an Nebenwirkungen.

Unsere Zusammenfassung basiert auf einer bis zu 75 – monatigen Nachbeobachtung der Ergebnisse des nichtthermischen Venenklebers. Die Berichte aus 6 Venenzentren mit Behandlungen von über 2000 Patienten an über 3000 Stammkrampfadern zeigten eine Verschlussrate der verklebten Venen zwischen 97,7% nach 3 Jahren und 97,3% nach 6 Jahren.

 

Die nicht thermische endovenöse Therapie von Stammkrampfadern  führt zu geringeren postoperativen Ausfallzeiten und macht Krankenhausaufenthalte gänzlich überflüssig.

 

Die Verklebung von Venen zeigt geringere peri – und postoperative Schmerzen im Vergleich zur thermischen Ablation und zur radikalen chirurgischen Operation. Offensichtlich besteht keine Gefahr einer Nervenverletzung.

 

Der Venenkleber  2 – Butyl – Cyanoacrylat ist biokompatibel und wird im Laufe der Zeit biologisch resorbiert, so dass er kein lebenslanges Implantat ist. Er hat keine mutagene oder karzinogene Wirkung.

 

Die nichtthermische endovenöse Verklebung von Krampfadern ohne Anästhesie oder Tumeszens   ist jetzt in ganz Europa und weltweit akzeptiert.

 

Das Verkleben von Stammkrampfadern ist eine sanfte alternative Methode der endovenösen Therapie – ebenso effektiv wie die endovenöse Radiofrequenz und der Laserkatheter.

 

Es müssen weitere Informationen über Venenerkrankungen zur Verfügung gestellt werden, um den Bekanntheitsgrad und die Sensibilität in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit zu erhöhen. Somit könnte die Progression des Venenleidens oder chronisch venösen Insuffizienz  bis hin zur Ulkusentstehung – Stadium C6 der Krampfadern –  reduziert werden.

 

Rostock, 7.10.2018

 

Dr. Carl Henrik Schelp,  Dr. Ints Üdris,  Dr. Ulf Th.Zierau

Dr. Joachim Thum,  Dr. Kimmo Mäkinen, Dr. Adam Wegrzynowski, 

Dr. Giuseppe Serpieri,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Giuseppe Serpieri und Dr. Ints Üdris bei ihren Vorträgen

 

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