Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: CVI

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: Die sog. CVI gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Weltbevölkerung. Allein nur Deutschland betrachtet, leiden ca. 25% aller Frauen und 20% aller Männer an der CVI. Dabei ist die Häufigkeit und Schwere dieser Erkrankung mit dem Alter der Menschen zunehmend. Auch ist städtisches Leben ein Faktor, der die CVI befördert.

Die Risikofaktoren der chronisch venösen Funktionsstörung an den Beinvenen (CVI) sind deshalb in erster Linie das Alter der Patienten und eine postive Familienanamnese im Sinne der Vererbung einer bindegewebigen Venenwandschwäche. Dazu kommen des Weiteren Fettleibigkeit und Adipositas. Auch Schwangerschaften und Hormontherapie mit Östrogenpräparaten spielen eine grosse Rolle.

Und, etwas überraschend, auch intensive sportliche Betätigung und Leistungssport befördern die Entstehung der CVI. Dies belegen vielfältige eigene Untersuchungen und Erfahrungen mit Sportlern aus verschiedenen Sportarten (Ballsportarten, Kraftsportarten, Läufer).

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beine. Das postthrombotische Syndrom

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: Die Pathophysiologie

Der funktionelle Hauptdefekt der CVI liegt in defekten Venenklappen der Hautvenen, Verbindungsvenen und tiefen Beinvenen. Aus diesem Defekt heraus entsteht ein Rückfluss des venösen Blutes nach peripher mit folgend chronischer Druckerhöhung in Hautvenen, Verbindungsvenen, tiefen Venen, Venolen und auch Kapillaren des Unterschenkels. Der daraus resultierende chronische Venenhochdruck in den Beinvenen und – kapillaren führt mittelfristig zu Veränderungen der Venenwandstruktur, einem Austritt von Fibrinogen in das Gewebe, der Entstehung von kleinen Blutgerinseln und eine Reduzierung der für die Sauerstoffversorgung wichtigen Kapillarnetze.

Im Wesentlichen gibt es vier pathogenetische Faktoren für die chronische Funktionsstörung der Beinvenen. Hauptsächlich sind defekte Venenklappen des Hautvenensystems in Zusammenwirken mit den Perforanzvenen in das tiefe Venensystem relevant (Stammkrampfadern, Verbindungsvenen). Diese können primär durch Venenwandschwächen entstehen, als auch sekundär durch stattgefundene Verschlüsse der tiefen Venen im Becken und Bein (Thrombosen, Tumoren, Entzündungen, Viren – Grippe/Corona) entstehen.

Des Weiteren spielen primär defekte Venenklappen des tiefen Beinvenensystems eine Rolle (Klappenagenesie).

Auch die Adipositas oder Einschränkungen in der Beweglichkeit des Sprunggelenkes erzeugen durch verminderte Pumpfunktion der Unterschenkelmuskulatur eine venöse Stauung der Beinvenen, hier insbesondere am Unterschenkel. Daraus folgend entwickeln sich, ähnlich wie bei der Thrombose, sekundär defekte Venenklappen.

In der Peripherie des Beines, ab Höhe Sprunggelenk, kommt dazu noch symptomverstärkend hinzu, daß die Venen hier schon anatomisch keine Venenklappen mehr haben. Dies bedeutet, daß das venöse Blut dann ungesteuert und ungehindert bis zum Fussrücken und zur Fußsohle herabfließt.

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: Klinische Symptome

Die klinischen Zeichen einer CVI zeigen sich zum Beginn dieser chronischen Erkrankung in vermehrter Stauung am Unterschenkel, insbesondere im Knöchelbereich. Dazu gesellen sich im weiteren Verlauf Hautverfärbungen, sichtbare Seitenastkrampfadern, Verbindungsvenenkrampfadern (Perforanzvaricosis) und Stauungen im Kapillar – und Hautvenensystem.

Die Haut erscheint ödematös geschwollen aber trocken und mit mit bläulichen Venchen durchzogen. Dazu kommen dann Fettgewebesverhärtungen und kleine Hautwunden. Diese heilen nur sehr langsam und geben dann den Ausgangspunkt für das sog. Offene Bein (Ulcus cruris).

Subjektiv empfinden die Patienten Schweregefühl und Spannungen im Unterschenkel, dazu gesellen sich Ruhekrämpfe und – schmerzen. Diese subjektiven Symptome korrelieren aber nicht immer mit dem klinischen Bild. Manche Patienten zeigen einen sehr ausgeprägten CVI-Befund ohne sybjektive Beschwerden. Andere Patienten haben heftige Beschwerden, jedoch kaum sichtbare Veränderungen der haut und oberflächlichen Gefäße.

Aufschluss darüber, wie schwer die Erkrankung wirklich ist, kann nur eine spezifische Anamneseerhebung, klinische Untersuchung und spezifische Diagnostik geben.

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: Die Diagnostik

Die moderne Diagnostik besteht, neben der unumgänglichen und wichtigen Anamneseerhebung und der klinischen Untersuchung am stehenden Patienten,im Wesentlichen aus doppler – und duplexsonografischen Ultraschalluntersuchungen der Beingefäße. Diese sollten immer im Stehen durchgeführt werden. Daneben werden Funktionsmessungen an den Beinvenen vorgenommen. Die seit Anfang der 20er Jahre durchgeführte Kontrastmitteluntersuchung mittels Venenröntgen ist nur noch in Ausnahmefällen wirklich notwendig.

Bei speziellen Erkrankungen des Venensystems, insbesondere in der Bauch – und Beckenhöhle, bei venösen Fehlbildungen oder bei der Diagnostik von Arm – und Schultervenen kommt dem Kontrastmittel – MRT eine zunehmende Bedeutung zu. Hier mag als spezielles Beispiel das Beckenvenen-Syndrom dienen.

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: Die Therapieoptionen

Wir unterscheiden hierbei konservative und operative Maßnahmen sowie begleitend allgemeine Maßnahmen.

Zu den konservativen Maßnahmen zählt eine regelmäßige Kompressionstherapie mittels Strumpf und Hautpflegemitteln. Daneben sind physiotherapeutische Maßnahmen, wie z.B. die manuelle Lymphmassage, ausgesuchte sportliche Übungen und auch die Balneotherapie zu nennen. Die medikamentöse Therapie steht eher im Hintergrund.

Die operativen Maßnahmen gliedern sich in radikalchirurgische Techniken (Stripping, Herausziehen, Unterbinden, endoskopisch chirurgische Therapie von Verbindungsvenen) und endovenöse Techniken mittels Kathetertherapie oder chemischer Therapie.

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: Venenkleber beim Offenen Bein

Zu den thermischen Katheter – Verfahren zählen Laser, Radiowelle und Heißdampf, sowie die SONOVEIN – Therapie. Die nicht thermischen Verfahren sind der Venenkleber, der Mikroschaum und das mechano-chemische Verfahren MOCA. In jedem Fall sollten alle defekten Haut-und Verbindungsvenenabschnitte therapiert werden. Das bedeutet, dass auch isolierte Seitenastkrampfadern, als auch Verbindungsvenen unbedingtr aktiv behandelt werden sollten!

Saphenion® – Chronische Funktionsstörung der Beinvenen: Therapie mit Mikroschaum

Daneben sollten auch Therapieoptionen zum Tragen kommen, die nicht primär die Krampfadern behandeln. So gilt Gewichtsreduktion beim Adipösen, Gehtraining unter besonderer Beachtung der Beweglichkeit des Sprunggelenkes sowie eine belastungsadaptierte Kompressionstherapie (Reisen, stehender/sitzender Beruf) als unmittelbare adjuvante Therapie von Operationen oder Kathetereingriffen am Krampfadern.

Nach unserer eigenen Erfahrung ist neben der unmittelbar post operativen Kompressionsmassage auch die Sauerstoff – Mehrschritt – Therapie in ihrer Bedeutung für die Sanierung der venösen Fehlfunktion, insbesondere als Ergänzung nach der aktiven Kathetertherapie von Krampfadern, sehr zu empfehlen.

Photos / Video:

Madleen, Claudia Utzius

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