SaphenionPatientenInfo – Covid 19 im Herbst

SaphenionPatientenInfo – Covid 19 im Herbst: Unsere Erfahrungen

SaphenionPatientenInfo – Covid 19 im Herbst: Zum Ersten haben wir mittlerweile auch in der klinischen Praxis ein paar Erfahrungen mit dem nicht so neuen Virus Covid 19 machen dürfen. Einerseits konnten wir 2 Patienten an den Stammkrampfadern operieren, nachdem eine Covid 19 Erkrankung mit den inzwischen bekannten Nebenwirkungen Krampfaderentzündung, Venenthrombose und Lungenembolie aufgetreten war. Diese Komplikationen blieben bei unseren Patienten glücklicherweise ohne weitere Auswirkungen und Konsequenzen, so dass sich Beide zu einer Stammvenenverklebung und Seitenastverödung mittels Klebendem Mikroschaum entschlossen hatten.

Zum Zweiten mussten wir auch in unserem Bekanntenkreis inzwischen positive Covid 19 – Tests erleben. Es waren sowohl Erwachsene Mittfünfziger, als auch Jugendliche – Abiturienten und Jugendweihe – Schüler – betroffen. Wir wurden somit auch mit dem gesamten aktuellen Ablauf der sog. Pandemie – Prophylaxe mit einbezogen. Zugegebenermaßen waren wir von manch einer Entscheidung der Gesundheitsämter, wie auch vom Ablauf der Quarantäne und der Art der Testung etwas überrascht. Dies insofern, als daß es sich nicht mit unserem Verständnis von wissenschaftlicher Medizin vereinbaren ließ.

Und wir werden immer wieder und zunehmend auch in der Praxis – beim Patientengespräch, bei der Durchführung von diagnostischen Untersuchungen und auch bei Operationen – von unseren Patienten über unsere Meinung zur Gesamtproblematik befragt.

Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, folgenden Artikel der Landesärztekammer Hessen hier in unserem Blogg ebenfalls zu veröffentlichen. Unser ausdrücklicher Dank gilt dabei ganz besonders den beiden Kollegen Prof. Dr. med. Ursel Heudorf und Prof. Dr. med. René Gottschalk für ihre sachliche und wissenschaftlich exakte Aufarbeitung des bisherigen Wissens und der kritischen Analyse staatlich verordneter Maßnahmen und den daraus folgenden weitreichenden Einschränkungen im täglichen Leben und den sich ergebenen Konsequenzen für den Einzelnen.

Das wir mit unseren Gedanken und Eindrücken nicht ganz falsch liegen, mag auch mit folgendem Zitat bestätigt werden. Und es ist aus ärztlicher Sicht ein Runder Tisch zu fordern, der die Alleingänge der Bundesregierung mit dem RKI und Herrn Prof. Drosten in eine fachliche Teamentscheidung zu wandeln vermag.

Denn ganz aktuell hat sich auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, in der Osnabrücker Zeitung zum Thema zu Wort gemeldet: “ Die Infektionszahlen in Deutschland steigen weiter – Ärztevertreter sehen aber keinen Grund zur Panik und werfen dem Robert Koch-Institut (RKI) vor, die Bürger mit Warnungen in die Irre zu führen. Der Chef des Kassenärzte-Verbandes, Andreas Gassen, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Wir müssen aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, das führt zu falschem Alarmismus“, sagte Gassen. „Selbst 10.000 Infektionen täglich wären kein Drama, wenn nur einer von 1000 schwer erkrankt, wie wir es im Moment beobachten“ (6).

Die Great Barrington Erklärung

Als Epidemiologen für Infektionskrankheiten und Wissenschaftler im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens haben wir ernste Bedenken hinsichtlich der schädlichen Auswirkungen der vorherrschenden COVID-19-Maßnahmen auf die physische und psychische Gesundheit und empfehlen einen Ansatz, den wir gezielten Schutz (Focused Protection) nennen (7).

Links Arbeit / Artikel:

https://www.laekh.de/fileadmin/user_upload/Heftarchiv/Einzelartikel/2020/10_2020/Die_Covid-19-Pandemie_in_Frankfurt_am_Main.pdf?fbclid=IwAR2Qw6-tYt_0l9pGaIaNjowYNNMX7_U0djZ_ApPYhFClrOGxhav_KfNwZE8+

https://www.tagesspiegel.de/wissen/trotz-mehr-als-4700-neuinfektionen-aerztevertreter-warnen-bei-corona-vor-falschem-alarmismus/26263216.html?fbclid=IwAR3cZmjd5IxTQDCOZ_-OVhlAYXUBbrh2lzOJmOPntm9YYM3cKz0jgrBoLhQ

Die Covid-19-Pandemie in Frankfurt am Main: Was sagen die Daten?

Prof. Dr. med. Ursel Heudorf, Prof. Dr. med. René Gottschalk

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden die Bürgerinnen und Bürger täglich mit den aktuellsten Zahlen und ständig neuen Verordnungen und Gesetzen überschüt- tet. Doch erhalten sie damit sinnvolle und nützliche Informationen? Was bedeuten die täglich steigenden Infektionszahlen? Was bedeutet das für die Infizierten? Wie schwer erkranken sie? Wie sicher sind die Tests? Sind die positiv Getesteten wirklich infiziert und infektiös? Oder sind es – bei niedriger Prävalenz – häufig falsch positive Tests und es werden falsch positiv Getestete isoliert, ihre Kontaktpersonen quarantänisiert?

SaphenionPatientenInfo – Covid 19 im Herbst: Meldedaten in Frankfurt

Die Auswertung der Meldedaten in Frankfurt am Main – mit 750.000 Einwohnern – zeigen:
• Meldezahlen: Nach einer Phase sehr vieler Erkrankungen im April 2020 nahm die Zahl der Meldungen rasch ab und blieb von Mai bis Ende Juli stabil niedrig. Einzelne höhere Zahlen an be- stimmten Tagen waren auf Testungen im Zusammenhang mit Ausbrüchen in einer Kirchengemeinde respektive in Unterkünften für Geflüchtete zurück- zuführen. Ab August sind wieder – insbesondere im Zusammenhang mit größeren privaten Feiern und bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten – sehr hohe Meldezahlen erkennbar (Abb. 1).

• Hospitalisierung und schwere Krankheitsverläufe: Immer weniger Co- vid-19-Infizierte müssen in ein Kran- kenhaus aufgenommen werden (Abb. 2) – dies trotz der Zunahme gemeldeter Fälle im August; seit vielen Wochen nehmen schwere Krankheitsverläufe ab; schwere Atemwegssymptome und Beatmungspflicht treten nur noch sehr selten auf. Eventuelle mittel – oder längerfristige Symptome werden in den Meldedaten allerdings nicht abgebildet.

SaphenionPatientenInfo – Covid 19 im Herbst: Todesfälle:



• Mortalität der Bewohner in Altenpflegeheimen: 30 Heime (inklusive die Heime mit Ausbrüchen und Todesfällen) haben dem Amt auf freiwilliger Basis die Zahl der seit 2018 Verstorbenen pro Quartal mitgeteilt: Auch in der Hoch- Risikogruppe der Altenpflegeheimbe- wohner ist im Jahr 2020 keine auffälligeSterblichkeit zu erkennen.

Bundesweiter Vergleich: Bundesweit sind die Meldedaten vergleichbar. Aus den kumulierten Daten der Situationsberichte des Robert Koch-Insti- tuts (RKI) wurden die täglichen Daten der Meldungen und Todesfälle extrahiert [5]. Aus den seit dem 29. April 2020 publizierten detaillierten Daten der Covid-19-Fälle nach Tätigkeit oder Betreuung in Einrichtungen mit besonderer Relevanz für die Transmission von Infektionskrankheiten inklusive der Fälle ohne solche Tätigkeiten wurde die tägliche Anzahl der Hospitalisierten errechnet.

• Meldungen: Auch in Deutschland insgesamt gab es von Mai bis Juli im Vergleich zu April 2020 wenige Meldungen. Diese steigen im August an. Der Anstieg ist allerdings nicht so ausgeprägt wie in Frankfurt am Main.

• Hospitalisierungen: Die Hospitalisierungen nahmen in Deutschland ins- gesamt etwas verzögerter ab als in Frankfurt. Sie bleiben im Juli und August stabil niedrig – trotz der Zunahme der Meldungen insgesamt.

• Verstorbene: Bei den Verstorbenen zeigt sich auch in Deutschland ins- gesamt ein rascher Abfall im Mai – der trotz der steigenden Meldungen im August weiterhin stabil niedrig bleibt.

• Testungen und Anteil positiv getesteter Proben: Einmal pro Woche veröffentlicht das RKI die Anzahl der wöchentlichen Testungen, die von ca. 180 Laboren gemeldet werden. Auch die Anzahl und der Anteil der positiv getesteten Proben wird angegeben. Die Anzahl der wöchentlichen Testungen wurde von April bis Juli deutlich
gesteigert.



SaphenionPatientenInfo – Covid 19 im Herbst: Mensch und Gesundheit

Mensch und Gesundheit – Positivbestimmung mit einer nochmals erheblichen Zunahme im August um mehr als 70 % im Vergleich zu Ende Juli (987.423 vergl. 578.099). Die Positivenrate lag im April bei bis 9 % und hat im weiteren Verlauf auf unter 1 % abgenommen. Im Juli lag sie bei ca. 0,6 %, im August bei knapp unter 1 %, siehe Abb. 10.
• Mortalitätsstatistik: Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Sterbeda- ten der Bevölkerung in Deutschland – alle Ursachen – auf seiner Website [7]. Abb. 11 zeigt den üblichen Jahresgang mit höheren Sterberaten im Winter als im Sommer. Gut ist auch die Übersterblichkeit in den Grippewellen im Winter 2017 und 2018 erkennbar sowie einzelne kurze Peaks im Sommer (Hitzewellen). Im Jahr 2020 ist keine Übersterblichkeit erkennbar.


Corona-Testergebnisse: Was sagen die Testergebnisse bei der derzeitigen Teststrategie aus? Bei niedriger Prävalenz in der Bevölkerung und umfangreicher Testung von asymptomatischen Personen wird man selbst bei angenommener hoher Sensitivität und Spezifität des Tests falsch positive Befunde erhalten [2, 3].

Der PCR-Test detektiert Genabschnitte von SARS-CoV-2; er sagt nichts darüber aus, ob es sich um infektionsfähige Viren oder um Virusreste nach durchgemachter Infektion handelt. Hierzu wäre eine Erregeranzucht erforderlich. Analog hat die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beispielsweise in ihrer MRSA-Richtlinie PCR – basierte Verfahren allenfalls als vorläufige Grundlage anerkannt – wegen des Vorteils einer erheblichen Zeitreduktion bei der Testdurchführung.

Als Grundlage für abzuleitende krankenhaushygienische Konsequenzen und zur Kontrolle von MRSA – Dekolonisierungsmaßnahmen sind jedoch kulturelle Nachweisverfahren gefordert, da die PCR – Verfahren nicht selten falsch positive Ergebnisse liefern [4]



FAZIT:


Nach anfänglich vielen schweren Covid-19 – Verläufen und Todesfällen, die aber nicht zwingend durch SARS-CoV-2 hervorgerufen wurden, werden seit Monaten weniger schwere Erkrankungen mit weniger Krankenhauseinweisungen gemeldet, auch treten Todesfälle seltener auf. Und dies, obwohl die Meldezahlen im August durch die Zunahme an Tests bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten bzw. bei Besuchern von großen Familienfeiern deutlich zugenommen haben und in Frankfurt auf gleichem Niveau wie zu Beginn der Pandemie im April 2020 liegen. Eine Übersterblichkeit ist weder in der Gesamtbevölkerung noch in der Gruppe der Hochrisikopatienten (Bewohner von Altenpflegeheimen) zu verzeichnen.

Auch bei ausreichender Ausstattung der Altenpflegeheime mit Schutzausrüstung für das Personal und Beachtung guter Hygiene können zwar Einträge des Virus in die Heime nicht vollständig vermieden, jedoch kann so einer Weiterverbreitung des Virus in diesen Einrichtungen effektiv vorgebeugt werden.

In Übereinstimmung mit der Literatur gibt es keine Hinweise, dass eine Wiedereröffnung von Schulen und Kindergemeinschaftseinrichtungen – bei Beachtung guter Hygiene – zu einer erkennbaren Zunahme an Infektionen führt.


Bei niedriger Prävalenz sind die PCR – Tests häufig falsch positiv.
Ein PCR-Test alleine sagt nichts über eine mögliche Infektiosität des Betroffenen aus.
Daraus ergeben sich Fragen zur Sinnhaftigkeit der derzeitigen Teststrategie und der darauf aufbauenden Maßnahmen
:

Soll bei auf längere Sicht fehlenden Impfmöglichkeiten weiterhin die Verhütung aller, auch asymptomatischer Infektionen das Ziel bleiben (Containment)?
Oder sollte – entsprechend dem nationalen Pandemieplan des RKI – zunehmend die Schutzstrategie für vulnerable Gruppen (Protection) sowie die Folgenminderungsstrategie (Mitigation) in den Fokus genommen werden?

Der Beitrag wurde am 29.08.2020 eingereicht und basiert auf dem zu dieser Zeit vorliegenden Stand – Prof. Dr. med. Ursel Heudorf / Prof. Dr. med. René Gottschalk.

Fotos. Utzius

Literatur

[1]  Interdisziplinärer Versorgungsnach- weis IVENA: https://www.ivena.de/ page.php?k1=main&k2=index/ (Letzter Zugriff 26.08.2020)

[2]  Schlenger, R. PCR-tests auf SARS- CoV-2: Ergebnisse richtig interpre- tieren. Deutsches Ärzteblatt 2020; 117 (24): A1194 / B-1010 https:// www.aerzteblatt.de/archiv/ 214370/PCR-Tests-auf-SARS- CoV-2-Ergebnisse-richtig- interpretieren/(Letzter Zugriff 26.08.2020)

[3]  British Medical Journal: Interpreting a covid-19 test result BMJ 2020; 369:m1808 https://www.bmj.com/ content/369/bmj.m1808/ infographic/(Letzter Zugriff 26.08.2020)

[4] Kommission für Krankenhaushygie- ne und Infektionsprävention (KRIN- KO) Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resis- tenten Staphylococcus aureus-Stäm- men (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Bun- desgesundheitsblatt 2014; 57: 696–732 https://www.rki.de/DE/ Content/Infekt/ Krankenhaushygiene/Kommission/ Downloads/MRSA_Rili.pdf? __blob=publicationFile/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_ Coronavirus/Situationsberichte/ Gesamt.html
(Letzter Zugriff 26.08.2020)

(5) Statistisches Bundesamt DESTATIS : Sterbefälle – Fallzahlen nach Tagen, Wochen, Monaten, Altersgruppen und Bundesländern für Deutschland 2016 – 2020. https://www.destatis. de/DE/Themen/Gesellschaft- Umwelt/Bevoelkerung/ Sterbefaelle-Lebenserwartung/ Tabellen/sonderauswertung-sterbefaelle.html

(6) https://www.tagesspiegel.de/wissen/trotz-mehr-als-4700-neuinfektionen-aerztevertreter-warnen-bei-corona-vor-falschem-alarmismus/26263216.html?fbclid=IwAR3cZmjd5IxTQDCOZ_-OVhlAYXUBbrh2lzOJmOPntm9YYM3cKz0jgrBoLhQ

(7) https://gbdeclaration.org/die-great-barrington-declaration/?fbclid=IwAR2Pk7HXN8o_GvfzEJQAfiM8ERsyvlCdXIZCQe_-tEE2IFv3IA-40xIVMAA