Krampfadern: Therapie beim Adipösen

Krampfadern: Therapie beim Adipösen

Krampfadern: Therapie beim Adipösen – welche Verfahren sollten empfohlen werden?  Gibt es  – wie in letzter Zeit mehrfach in Werbeannoncen von Kliniken oder auch – in Fachartikeln von chirurgischen Kollegen angepriesen – ein Zurück zum seit 110 Jahren durchgeführten radikalchirurgischen Herausziehen (Stripping)?  Oder haben sich die modernen, seit nunmehr 18 Jahren im klinischen Einsatz befindlichen Katheterverfahren (Radiowelle, Venenkleber, Laser etc.) als bessere, effektivere, schonendere  Alternative durchgesetzt?

 

 

Herausziehen von Krampfadern: Kosmetisch gut, wenig Komplikationen?

Diesen Eindruck gewinnt man als im Fachgebiet tätiger Gefäßchirurg bei der Wahrnehmung so mancher Werbeanzeige in Berliner Zeitungen, im U – Bahn – Werbe – TV und auf Strassenbahnplakaten., Oder man findet Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften zum Thema Krampfadern: Therapie beim Adipösen.

Und ich gebe zu – ich muß meinen  Kopf zweimal schütteln, wenn ich lese, daß das Stripping als Methode der Wahl für die Therapie von Krampfadern beim adipösen Patienten dargestellt wird.

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.12687/phleb2415-2-2018

Im folgenden Video der DGP (Deutsche Gesellschaft für Venenheilkunde) wird die OP-Technik des Strippings gezeigt – ca. 10 cm große Hautschnitte in der Leiste und mehrere Hautschnitte im Venenverlauf sind notwendig, um diese Op effektiv und richtig durch zu führen. Allerdings gilt gerade bei der Chirurgie im Fettgewebe der Lehrsatz, daß Hautschnitte größer werden müssen, daß das Risiko für Blutungen steigt, daß die Gefahr von Verletzungen sensibler Nervenäste und von kleinen Lymphgefäßen deutlich höher ist. Auch Wundinfekte und Wundheilungsstörungen sind im adipösen Geweben nicht selten.

 

 

Dazu auch noch die Schemata der Op-Technik aus einem Lehrbuch von 1958 (li. ) und 1992 (re.) – können Sie einen technischen Unterschied erkennen? Nein! Zwar sind die Instrumente feiner geworden, zwar zieht man in der Regel nicht mehr die komplette Venen heraus (stadienadaptiertes Stripping). Gleichwohl zerstört man beim Herausziehen im Gewebe unkontrolliert allerhand anatomische Strukturen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kein Chirurg würde heute freiwillig einem adipösen Patienten eine Gallenblasen – Op mit großen Hautschnitten anbieten, keine Leisten – Op, keine Blinddarm-Op wird in der Regel  noch offen chirurgisch therapiert. Im Allgemeinen gilt – umso weniger invasiv, umso besser. Deshalb kommen nahezu in allen operativen Disziplinen der Chirurgie, Gynäkologie und Urologie endoskopische Verfahren zum Einsatz. Warum sollte dann gerade in der Therapie der Krampfader beim Adipösen das radikalchirurgische Herausziehen noch Therapie der Wahl sein?

 

Minimal invasive Kathetertherapie der Krampfadern seit 18 Jahren

Seit dem Jahre 2000 sind kathetergestützte Verfahren in die Therapie der Stammvaricosis eingeführt worden – Radiowelle, Laser, Heißdampf, Venenkleber. Inzwischen liegen dafür Langzeitergebnisse vor – für die Radiowelle und den Venenkleber ist eine Effektivität auch bei kaliberstaken Venen > 1.5 cm Durchmesser nachgewiesen worden.

Kein Grund also, den adipösen Patienten mit der radikalen Technik zu traktieren.

Ganz im Gegenteil bieten die Katheterverfahren gerade für diese Patientengruppe erhebliche Vorteile, wenn man an die Nebenwirkungen und Komplikationen radikaler chirurgischer Techniken denkt.

 

 

Gerade beim Adipösen Katheterverfahren von Vorteil

Auf Grund unserer fast 18 – jährigen Erfahrungen mit den verschiedenen Katheterverfahren und mit der Erfahrung von  über 10 000 Stripping – Op`s zwischen 1995 und 2012 haben wir für Saphenion entschieden, wann immer möglich, auf radikalchirurgische Op – Methoden zu verzichten. Und dies gilt gerade und besonders auch für den adipösen Patienten. 

 

 

Patientin mit Adipositas 3 Tage nach einer Venenverklebung mittels VenaSeal – Katheter

links:

https://www.besenreiser-krampfaderfrei.de/uebergewicht-bewegungsmangel-co-moderne-lebensweise-setzt-venen-unter-druck-2

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.12687/phleb2415-2-2018

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28357467

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27178403

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26946896

http://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0268355516649333

https://link.springer.com/article/10.1007/s001040050611

https://link.springer.com/article/10.1007/s00104-003-0813-5

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0037-1621568

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.12687/phleb2414-2-2018

K.Kremer, Volker Schumpelick, Günther Hierholzer: Chirurgische Operationen; G.Thieme Verlag, Stuttgart, New York, 1992

Chirurgische Operationslehre, 7. Auflage, Band VI, J. Ambrosius Barth Verlag, Leipzig 1958

 

 

 

 

 

 

 

 

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