Saphenion®: Mikroschaumverödung bei Stammkrampfadern

Saphenion®: 84 Monate Mikroschaumverödung bei Stammkrampfadern – Grundlagen

Saphenion®: 84 Monate Mikroschaumtherapie bei Stammkrampfadern – Die Verödungstherapie ist grundsätzlich auch an den Stammvenen der Arme, Beine und des Rumpfs erfolgreich durchführbar. Der besser geeignete Klebende Mikroschaum ist eine Modifikation des bekannten Verfahrens der Mikroschaumverödung von Seitenästen, Netz – und Besenreiservenen. Man erweitert die Verödungskomponente des Wirkstoffs Polidocarnol mit dem Klebeeffekt von hochprozentiger steriler Glukose-Lösung.

Die Glucose – Verödungstherapie wurde bereits einmal in den 20er – 60er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Behandlung auch von Stammkrampfadern und Seitenastkrampfadern eingesetzt. Ferdinand Sauerbruch legte 1930 – nach den vorgelegten guten Langzeitergebnissen (3 Jahre) durch seinen Oberarzt K. Bierendempfel – die Therapie mittels Glukoseverödung an der Berliner Charitè als Standarttherapie fest.

Somit wurde die Charitè die erste Klinik in Deutschland, in der eine nicht radikal chirurgische Therapie von Stammkrampfadern als Therapie der 1. Wahl festgelegt wurde. Ihr sollten bis 1933 weitere 10 Universitäts – Kliniken in Deutschland folgen.

Saphenion®: 84 Monate Mikroschaumverödung bei StammkrampfadernPathophysiologische Betrachtung

In der klinischen Praxis sind klare Definitionen für den Einsatz des Klebenden Mikroschaums (Sealing Foam) notwendig. Dies um so mehr, als daß aktuelle pathophysiologische Erkenntnisse zur Ursache der Krampfadern davon ausgehen, daß eine inkomplette Sanierung nur einzelner Venensegmente oder ausschließlich einzelner Venenklappen nicht hinreichend sind. Gleiches gilt auch für das sogenannte „stadienadaptierte“ Stripping, also das radikale Herausziehen nur eines Krampfadersegments an Ober – oder Unterschenkel.

Pathologische Veränderungen auf Zellebene und Gewebestrukturen sowie chemischen Rezeptoren (Östrogen – Rezeptoren an den Venenwänden – Östrogenpillen!) bedingen zunächst die Erweiterung der Hautvenen. Die mechanische Komponente Blutflußumkehr durch den dann entstehenden Venenklappendefekt ist eine Folge dieser zellulären – und Gewebeveränderungen.

Es liegt also auf der Hand, dass eben doch das gesamte Hautvenensystem in zeitlicher Abstufung betroffen ist. Nur die Ausprägung verläuft diskontinuierlich. Therapeutisch ändert dies aber den Blickwinkel – nicht mehr nur die farbduplex – sonografisch defekte Vene, eher auch die Vene ab 4 – 5mm Durchmesser ist bereits als defekt und deshalb therapiepflichtig anzunehmen.

Saphenion®: 84 Monate Mikroschaumverödung bei Stammkrampfadern – 16 Jahre Mikroschaum

Saphenion setzt die Mikroschaumtherapie seit 16 Jahren ein. Die – inzwischen – zehnjährige erfolgreiche Arbeit mit dem Venenkleber „VenaSeal®“ – legte die Idee nahe, auch dem Mikroschaum zusätzlich eine klebende Wirkung zu geben. Dies gelingt z.B. durch die Modifikationen des Schaums mittels Beigabe von hochprozentiger Glukoselösung.

Durch die permanente Nutzung des Ultraschalls ist auch die Therapie von Seitenästen und partiell oder komplett defekten Stammkrampfadern (von 2,5 mm bis maximal 4,5 mm Durchmesser) heute möglich. In der Effektivität ist der Klebende Mikroschaum mit den anderen kathetergestützten Therapieformen (Laser, Radiowelle, Heißdampf, Venenkleber) vergleichbar geworden. Er wird von uns nach der Ultraschalluntersuchung und dem Erheben des klinischen Befundes in allen klinisch möglichen Fällen auch besprochen und empfohlen.

Auch unter Kostenaspekten ist der Klebende Mikroschaum eine hervorragende Alternative, da wir nicht nur die kostenintensiveren thermischen Katheterverfahren oder den teureren Venenkleber für die Behandlung defekter Stammvenen einsetzen müssen.

Saphenion®: 84 Monate Mikroschaumverödung bei Stammkrampfadern: Unsere Ergebnisse

Nach 7 Jahren (84 Monate) Therapie an den Stammkrampfadern von Beinen, Arm und Rumpf zeigt der Klebende Mikroschaum „Sealing Foam“ im genannten Zeitraum und den genannten Indikationen eine vergleichbare Effektivität wie der endovenöse Laser oder das radikalchirurgische Stripping bei deutlich geringeren Nebenwirkungen und ohne jede Narbenentwicklung. Die Therapie ist gewebeschonend und eine sofortige Mobilisierung ist ohne Einschränkung möglich. Die für die radikale Chirurgie und die thermischen Verfahren bekannten Nebenwirkungen, wie z.B. neurologische Komplikationen und Verletzungen von Lymphbahnen, bleiben hier extrem selten.

Dies hat auch die Fachgesellschaft für Venenheilkunde (DGP) dazu veranlasst, in den aktuellen Leitlinien zur Krampfadertherapie neben dem nicht thermischen Verfahren Venenkleber „VenaSeal®“ auch den „Mikroschaum“ für die Therapie von Krampfadern am Unterschenkel zu empfehlen.

Seit Dezember 2006 haben wir 19682 Mikroschaumtherapien durchgeführt. In den letzten 84 Monaten (12/2015 – 9/2022) wurden bei Saphenion in 7782 Fällen Klebender Mikroschaum für die Therapie der sichtbaren Krampfadern gewählt.

In 1254 Fällen wurde eine Stammvaricosis behandelt. Im Einzelnen betraf dies in 439 Fällen die V. saphena parva, in 322 Fällen die V. saphena magna und in 493 Fällen akzessorische Stammvenen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 58 Jahre (15 – 93 Jahre).

Die Therapie einer inkompletten Stammvaricosis ist im Zeitraum von 84 Monaten zu 97 % erfolgreich. Die Vena saphena parva zeigt sich in 91,2 % (400 Venen) verschlossen. Die Vena saphena magna war, über den gleichen Zeitraum betrachtet, in 88,2% verschlossen (284 Venen). Die akzessorischen Stammvenen waren – nach Unterbrechnung des Zuflusses aus der Leiste oder der Stammkrampfader – in 93,9% verschlossen (463 Venen).

Dies entspricht einer Gesamtverschlussrate von 92,6% für alle therapierten Venen.

Saphenion®: 84 Monate Mikroschaumverödung bei Stammkrampfadern: Unsere Erfahrungen

Mit der Modifikation der Mikroschaumtherapie zum Klebenden Mikroschaum (Sealing Foam) sehen wir eine wesentlich verbesserte Verschlusseffektivität. Auch die häßlichen post therapeutischen braunen Striche und Flecken – sog. Hyperpigmentationen – sind seltener. Einblutungen unter die Haut an den Punktionsstellen sind in < 8% aufgetreten. Venenentzündungen haben wir in 35 Fällen (2,8% – mehrere Fälle nach Covid-Impfung!) gesehen und entsprechend nachbehandelt.

Hierbei sind aktuell 2 gegensätzliche Fakten auch beachtenswert: Zum Einen haben wir Venenentzündungen bei therapierten Patienten, die zuvor eine Covid-Infektion erlebt oder eine Covid-Impfungen erhalten hatten, häufiger gesehen. Hier haben wir unser Behandlungsschema entsprechend der klinischen Erfahrungen angepasst und führen eine Mikroschaumtherapie erst ca. 2- 3 Monate nach der Infektion oder Impfung durch.

Zum Anderen tritt eine Venenentzündung nach der Mikroschaumtherapie deutlich seltener auf, wenn der Patient begleitend zur Mikroschaumverödung eine Kompressionsmassage der Beine und eine begleitende Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie erhält.

Eine partielle tiefe Venenthrombose von Unterschenkelvenen nach der Mikroschaumtherapie mit Klebendem Schaum (7782 Patienten) sahen wir insgesamt in nur 6 Fällen (0,08%). Trotzdem führen wir bei allen Mikroschaum-Therapien im Stammvenensystem eine einmalige Thromboseprophylaxe während der Therapie durch.

In lediglich 9 Fällen (0,11%) mußten wir offene Stellen (Punktionsulcera) nachbehandeln. Bei einer Paientin aus dieser Gruppe sahen wir mehrere Punktionsgeschwüre, allerdings wurde die Nachbehandlung nicht durch uns durchgeführt. Hier wurde auswärtig mit Salben und Sprays experimentiert, so daß die Ursachen für die Geschwüre nicht fest zu stellen und der Heilungsverlauf deutlich verlängert war.

In keinem Fall wurde von unseren Patienten Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühl nach der Behandlung beschrieben.

Im Wesentlichen berichten unsere Patienten neben den sichtbaren kleinen Punktionshämatomen in erster Linie von leichtem Stranggefühl und Druckschmerz über der behandelten Vene. Auch muskelkaterähnliche Erscheinungen traten auf (dies ähnelt den Symptomen nach dem VenaSeal® – Venenkleben). Bei 5 Patientinnen erlebten wir in der Praxis leichte Migräneattacken nach der Behandlung. Andere Nebenwirkungen (Allergien) oder Komplikationen (Venenembolie) traten nicht auf.

Somit ist die Therapie Klebender Mikroschaum eine sehr wirkungsvolle, effektive und preisgünstige Alternative und Ergänzung zu den häufig bei der Stammvaricosis eingesetzten thermischen Katheterverfahren Laser, Radiowelle, Heißdampf, dem nicht thermischen Venenkleber oder dem Clarivein-Katheter. Damit wird die Mikroschaumtherapie auch für den Einsatz beim kosmetisch anspruchsvollen und auch beim älteren Patienten interessant.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Erkenntnisse zu den Ursachen von Krampfadern (Zellwandumbau und- zerstörung, Bindegewebsveränderungen, Hormonrezeptorenüberschuss) bietet sich der Klebende Mikroschaum auch nach unseren Erfahrungen als eine schonende Alternativtherapie bei Stamm – und Seitenastkrampfadern an.

Fotos: Utzius

Literatur / Links:

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Mikroschaum bei Rumpfkrampfadern-foam in hull varicose

Mixed emotions – VenaSeal und Mikroschaum simultan, Update 1

https://www.saphenion.de/news/therapie-der-stammvaricosis-mit-einem-neuen-mikroschaum/

https://www.saphenion.de/news/saphenionpatienteninfo-mikroschaum-und-krampfaderaesthetik/

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