Venaseal – Venenverklebung – seltene Komplikation / Update

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Mauerstreifen am Friedrich Ludwig Jahn Sportpark, Berlin – Prenzlauer Berg

 

In ganz wenigen uns bekannten Fällen hat es bei der Venaseal – Venenverklebung eine Komplikation gegeben, deren möglich Folge zunächst dramatisch anmutete, jedoch im Verlauf und bei entsprechender sachkundiger Therapie in der Hand des Spezialisten ohne jede Nachwirkung blieb.

Bei der Positionierung der Katheterspitze an den jeweiligen Einmündungen der Stammkrampfadern in die tiefe Vene (Saphena magna via Beckenvene, Saphena parva via Knievene) kann es bei ungünstiger anatomischer Situation und schlechter sonografischer Sicht oder aber zu dichter Positionierung des Katheters an der Krosse zu einem Abfluss einer ganz geringen Menge des Venenklebers (ca. 0,05ml) in den Mündungs- / Krossenbereich der Stammkrampfader oder zu einem Hineinragen des Kleberzylinders aus der Krampfader in die tiefe Vene hinein kommen. Dieser Kleber bindet in ca. 20-30 sec vollständig ab. Er bildet dabei eine feste Verbindung mit der jeweiligen Venenwand – ebenso wie in der Krampfader – oder aber ragt als Klebesporn lediglich in die jeweilige tiefe Vene hinein.

Was ist in diesen Fällen zu tun?

Bei Verdacht auf eine Implantation des Klebers in der tiefen Vene sofortige Lockerung der Kompression, die tiefe Vene darf nicht komprimiert werden. Weiterer Therapieablauf wie im Protokoll vorgesehen, umgehende Gabe einer Thromboseprophylaxe oder  – therapie (z.B. Arixtra 7,5 mg s.c.). Im Anschluss duplexmonografische Kontrolle zum Nachweis einer offenen tiefen Vene. Wir geben aus Gründen der Therapiesicherheit in einem solchen – erst einmal vorgekommenen Fall bei 950  behandelten Venen – weitere 7 Tage eine Thrombosetherapie.

Am ersten post op Tag und nach 7 Tagen duplexmonografische Kontrolle des Befundes. Eine Kontrolle durch den Operateur ist nach unserer Ansicht zwingend und sollte Standard sein.

In 950 behandelten Fällen einmalige Fehlimplantation des Venenklebers ohne nachfolgende Komplikationen

In der Regel ist ein in die tiefe Vene hineinragender Klebesporn harmlos und baut sich entsprechend innerhalb 3 – 6 Monaten ab. Ähnlich verhält es sich mit dem winzigen Klebetropfen, der ggf. an der Venenwand der tiefen Vene anhaftet, auch dieser wird im weiteren Verlauf im Rahmen normaler Regenerationsprozesse von körpereigenen Zellen eingeschlossen und abgebaut.

Wichtig ist ein „DRAN DENKEN“ und eine ehrliche Aufklärung des Patienten sowie ein konsequentes Therapieschema zur Verhinderung eventueller Nachwirkungen.

Der Venaseal-Venenkleber gehört nach unserer Meinung  – auch aus diesem Grunde – in die Hände von Spezialisten, die sowohl in den endovenösen Kathetertechniken fit sind, ggf. aber auch eine klassische OP an der Krampfader beherrschen.

think endovenös, think venaseal!

 

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Intraoperative Sonografie mit Kleberareal in der Knievene (Markierung) – der Blutfluss in der Vene ist nicht behindert.

 

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Die post operative Verlaufskontrolle zeigt im betroffenen Gefäßareal keine Residuen des Klebers, der Blutfluss ist im Längst-und Querschnitt vollkommen ungehindert. Auf dem rechten Bild sieht man im Querschnitt die therapierte Parvakrampfader (obere Bildrand)

Update am 8. post op Tag: Unauffälliger Flow an der Einmündung der Saphena Parva, kein Nachweis von Kleberresten in der Knievene.

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