SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern / Update 2

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: 54 Monate Erfahrung

SaphenionPatientInfo – microfoam for truncal varicose veins: 54 months of experience

SaphenionPatientenInfo Mikroschaum bei Stammkrampfadern an 902 Venen:

Die Mikroschaum – Therapie ist seit 2010 Goldstandart der Seitenast- / Netzvenen- / Besenreisertherapie. Klebender Mikroschaum ist eine Modifikation des eingesetzten Ethoxisklerol – Mikroschaums. Man erweitert die Verödungskomponente um einen Verklebungseffekt. Dies geschieht mit Hilfe von hochprozentiger steriler Zuckerlösung. Diese Variante der „Verklebung “ von Stammkrampfadern durch Zuckerlösung wurde bereits ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts eingesetzt.

Klebender Mikroschaum in 54 Monaten Anwendung – Mit dem Erfolg des Venenklebers lag die Idee nah, auch den Mikroschaum weiter zu entwickeln. Veröden und Kleben simultan ist eine der möglichen Variationen. Diese Variation eignet sich dann auch sehr gut für die Therapie der Stammvaricosis. Allerdings sind klare Definitionen für den Einsatz des klebenden Mikroschaums notwendig.

SaphenionPatientInfo – Microfoam for varicose veins on 902 veins:

Microfoam therapy has been the gold standard inside branch / retinal vein / spider vein therapy since 2010. Adhesive microfoam is a modification of the ethoxisclerol microfoam used. The desolation component is expanded by a gluing effect. This is done with the help of a high-percentage sterile sugar solution. This variant of the „gluing“ of varicose veins through sugar solution has been used since the 20s of the last century.

Sealing microfoam in 54 months of use – With the success of the vein glue, the idea was obvious to develop the microfoam further. Settling and sealing simultaneous is one of the possible variations. This variation is also very suitable for the therapy of truncal varicose veins. However, exact definitions for the use of the sealing microfoam are necessary.

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: Historisches

Der Beginn der endovenösen Therapie wird in das Jahr 1911 gelegt. Kurz vor dem 1. Weltkrieg kam es zu einer Syphilis – Epidemie. Sowohl der französische Dermatologe Jean Sicard als auch der Deutsche Paul Linser machten die Entdeckung, daß Armadern bei der Injektion von Salvarsan (Syphilis-Therapie) verschlossen wurden. Dies führte dann zur eigentlichen Verödungstherapie an Stammvenen und Seitenästen der Beine. Zuerst injizierten beide Ärzte sublimierte, dann hypertonische Kochsalzlösung. Die Erfolge von Linser und Sicard stellten die chirurgischen Eingriffe in den Hintergrund. Auch zahlreiche Chirurgen verließen nun die operative Behandlung.

SaphenionPatientInfo – Microfoam for varicose veins: Historical Items

Endovenous therapy began in 1911. Shortly before the First World War, there was a syphilis epidemic. Both the French dermatologist Jean Sicard and the German Paul Linser made the discovery that arm veins were closed during the injection of Salvarsan (syphilis therapy). These then led to the actual sclerotherapy on truncal veins and side branches of the legs. Both doctors first injected sublimed, then hypertonic saline. The success of Linser and Sicard put surgical interventions in the background. Numerous surgeons have now left surgical treatment.

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SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: Prof. Ferdinand Sauerbruch, Direktor der Chirurgischen Klinik der Charitè von 1927 – 1949

Ferdinand Sauerbruch, von 1927 bis 1947 Direktor des Chirurgischen Krankenhauses der Charitè Berlin, hatte seinen Chirurgen 1929 alle radikalen Methoden der Krampfadertherapie (Stripping, Herausziehen, Abklemmen) verboten! Die Chirurgen in der Charitè verwendeten Zuckerlösung zur Behandlung von Krampfadern. Ihnen folgten viele andere Kollegen in deutschen Krankenhäusern.

Noch bis Mitte der 60er Jahre wurde in der ehemaligen DDR die Verödungstherapie mittels Zuckerkösung dem radikalen Herausziehen von Krampfadern (Stripping) vorgezogen worden. Dies belegt neben den eigenen Erfahrungen unseres Senior Consultants PD Dr. W. Lahl u.a. auch folgendes Zitat aus der Sauerbruch`schen Operationslehre, herausgegeben von Bier/Braun/Kümmel, Auflage von 1958 (Verlag J.A.Barth, Leipzig, 1958) aus dem Band VI – Die Operationen an den Extremitäten:

“Fast überall ist die operative Behandlung der Krampfadern ganz oder nahezu völlig verlassen zugunsten der Verödung auf chemischem Wege. Diese leistet mehr und Vollkommeneres als die chirurgischen Verfahren zustande gebracht haben… Zur Injektion der Varizen zum Zwecke der Verödung stehen mehrere Lösungen zur Verfügung. Die ursprünglich von Linser angegebene Sublimatlösung ist wegen ihrer toxischen Nebenwirkungen verlassen. Heute werden meistens angewandt: 1. hypertonische 10-30% Kochsalzlösung, 2. konzentrierte 50-60% Zuckerlösung, 3. ungesättigte Lösung von Fettsäuresalzen. Die Kochsalzlösungen wirken sehr sicher, haben aber den Nachteil…dass sie unangenehme schmerzhafte Gewebsnekrosen machen, die lange Zeit zur Abheilung brauchen. Diese beiden Nachteile, die Gewebsnekrodse und das Rezidiv, haben wir beim Einsatz der Lösung mit Fettsäuresalzen in vielen Hunderten von Anwendungen nicht gesehen.

Ferdinand Sauerbruch, director of the Charitè Berlin Surgical Hospital from 1927 to 1947, had banned his surgeons in 1929 from all radical methods of varicose vein therapy (stripping, pulling out, phlebectomy)! The surgeons in the Charitè used sugar solution to treat varicose veins. They were followed by many other colleagues in German hospitals.

Until the mid-1960, in the former GDR, sclerotherapy using sugar solution was preferred to the radical extraction of varicose veins (stripping). In addition to the experience of our senior consultant PD Dr. W. Lahl et al. also the following quote from Sauerbruch’s surgery theory, published by Bier / Braun / Kümmel, edition from 1958 (J.A.Barth publishing house, Leipzig, 1958) from volume VI – The operations on the extremities:

“Almost everywhere, the operative treatment of varicose veins is completely or almost completely abandoned in favor of chemical sclerotherapy. It does more and more than surgical procedures have accomplished … There are several solutions for injecting the varices for sclerotherapy. The sublimate solution originally specified by Linser is abandoned because of its toxic side effects. Today, the most common are: 1. hypertonic 10-30% saline, 2. concentrated 50-60% sugar solution, 3. unsaturated solution of fatty acid salts. The saline solutions work very safely, but have the disadvantage … that they cause unpleasant painful tissue necrosis that takes a long time to heal. We haven’t seen these two disadvantages, tissue necrosis and recurrence, when using the fatty acid salt solution in many hundreds of applications. „

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum an Stammkrampfadern in 902 Fällen

Saphenion setzt die Mikroschaumtherapie seit 2004 ein. Wir haben in unseren Venenpraxen nach Eintreten von Frau Dr. Martell (2016) einige Modifikationen der Injektionstechnik eingeführt und den Mikroschaum mit der Glucosekomponente erweitert. Diese Idee entstand aus der achtjährigen erfolgreichen Arbeit mit dem Venenkleber „VenaSeal“.

Durch die eingeführten technischen Verbesserungen, Modifikationen des Mikroschaumes und die permanente Nutzung des Ultraschalls ist die Therapie von Seitenästen und partiell oder komplett defekten Stammkrampfadern (bis maximal 5 – 6 mm Durchmesser) möglich und sehr erfolgreich. Sie wird von uns nach der notwendigen Diagnostik mittels Ultraschall (zwingend ist das Ausmessen der Venen auf mehreren Etagen!) in allen klinisch möglichen Fällen auch empfohlen. Unter Kostenaspekten – gerade beim Selbstzahler – ist der Klebende Mikroschaum eine hervorragende Alternative, da wir nicht ausschließlich auf die kostenintensiveren thermischen Katheterverfahren oder den Venenkleber für die Behandlung defekter Stammvenen zurückgreifen müssen.

SaphenionPatientInfo – microfoam on truncal varicose veins in 902 cases

Saphenion has been using microfoam therapy since 2004. We have in our vein practices after Dr. Martell (2016) introduced some modifications to the injection technique and expanded the microfoam with the glucose component. This idea arose from eight years of successful work with the „VenaSeal“ vein glue.

Thanks to the technical improvements introduced, modifications to the microfoam and the permanent use of ultrasound, the treatment of side branches, and partial or complete defective varicose veins (up to a maximum of 5 – 6 mm in diameter) is possible and very successful. We recommend it in all clinically possible cases after the necessary diagnosis using ultrasound (it is imperative to measure the veins on several floors!). In terms of costs – especially for self-payers – the sealing microfoam is an excellent alternative. We do not only have to resort to the more expensive thermal catheter procedures or the vein glue for the treatment of defective truncal varicose veins.

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: Ergebnisse über 54 Monate therapeutischer Anwendung

Klebender Mikroschaum: Nach 54 Monaten Anwendung des Klebenden Mikroschaums bei Stammkrampfadern zeigt sich im genannten Zeitraum und den genannten Indikationen eine höhere Erfolgsquote als beim radikalchirurgischen Stripping bei deutlich  geringeren Nebenwirkungen. Der Therapieablauf ist gewebeschonender und einer sofort möglichen Mobilisierung zugänglich. Wir richten uns in der Mikroschaumtechnik nach den Empfehlungen von Franz Xaver Breu vom Venenzentrum am Tegernsee.

https://www.dr-breu.de

Seit Dezember 2006 haben wir über 15900 Mikroschaumtherapien durchgeführt. In den letzten 54 Monaten (1/2016 – 7/2020) wurden bei Saphenion in 5510 Fällen für die Therapie von Krampfadern Klebender Mikroschaum gewählt.

In 902 Fällen wurde eine Stammvaricosis behandelt. Im Einzelnen betraf dies in 329 Fällen die V. saphena parva, in 218 Fällen die V. saphena magna und in 355 Fällen akzessorische Stammvenen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 49 Jahre (17 – 94 Jahre).

Die Therapie einer inkompletten Stammvaricosis ist im Zeitraum von 54 Monaten zu nahezu 100 % erfolgreich. Die Vena saphena parva zeigt sich in 94,2% (310 Venen) verschlossen. Die Vena saphena magna war, über den gleichen Zeitraum betrachtet, in 89,5% verschlossen (195 Venen). Die akzessorischen Stammvenen konnten in 95,8% verschlossen werden (340 Venen).

Dies entspricht einer Gesamtverschlussrate von 94,8% für alle therapierten Stammvenengruppen.

SaphenionPatientInfo – Microfoam for truncal varicose veins: Results over 54 months of therapeutic use

Sealing microfoam: After 54 months of application of the Sealing microfoam for varicose veins, the success rate and indications mentioned above show a higher success rate than with radical surgical stripping with significantly fewer side effects. The therapy process is more gentle on the tissue and can be mobilized immediately. In micro foam technology, we follow the recommendations of Franz Xaver Breu from the Venenzentrum am Tegernsee.

Since December 2006, we have carried out over 15900 micro foam therapies. In the last 54 months (1/2016 – 7/2020), Saphenion has chosen 5510 cases for the treatment of varicose veins with Sealing microfoam

Truncal varicosis was treated in 902 cases. Specifically, this affected the SSV in 329 cases, the GSV in 218 cases and accessory veins in 355 cases. The average age of the patients was 49 years (17-94 years).

Therapy for incomplete varicose veins is almost 100% successful within 54 months. The SSV is closed in 94.2% (310 veins). The GSV, viewed over the same period, was occluded in 89.5% (195 veins). The accessory truncal varicose veins were closed in 95.8% (340 veins).

This corresponds to an overall occlusion rate of 94.8% for all treated truncal vein groups.

SaphenionPatientenInfoMikroschaum bei Stammkrampfadern: Unsere Schlussfolgerungen

Neben der verbesserten Verschlusseffektivität sehen wir auch wesentlich seltener die häßlichen post therapeutischen braunen Striche und Flecken – sog. Hyperpigmentationen.

Ecchymosen (Einblutungen unter die Haut) sind seltener (< 5%) aufgetreten. Venenentzündungen haben wir in 30 Fällen (3,3%) gesehen. Eine partielle tiefe Venenthrombose von Unterschenkelvenen sahen wir in 3 Fällen (0,33%). Zwar ist diese Zahl sehr gering, trotzdem hat uns das Eintreten dieser Komplikation veranlasst, bei allen Mikroschaum-Therapien an den Stammkrampfadern eine einmalige Thromboseprophylaxe nach jeder Therapiesitzung durchzuführen.

In einem Fall entstanden Punktionsgeschwüre, allerdings wurde hier auswärtig mit Salben und Sprays experimentiert, so daß die Ursachen für die Geschwüre nicht fest zu stellen waren. In keinem Fall wurde von unseren Patienten über Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühl nach der Behandlung berichtet.

In erster Linie berichten unsere Patienten – neben den sichtbaren kleinen Punktionshämatomen – von Stranggefühl und Druckschmerz über der behandelten Vene. Auch muskelkaterähnliche Erscheinungen traten auf (dies ähnelt den Symptomen nach der Therapie mit dem VenaSeal® – Venenkleber).

Andere Nebenwirkungen (Allergie) oder Komplikationen (Embolie) traten nicht auf. Somit ist die Therapie Klebender Mikroschaum eine sehr wirkungsvolle, effektive und preisgünstige Alternative und Ergänzung zu den häufig bei Stammkrampfadern eingesetzten thermalen Katheterverfahren Laser, Radiowelle, Heißdampf oder dem nonthermalen Clarivein oder Venenkleber. Damit ist die Mikroschaumtherapie mit der erreichbaren Effektivität auch für die funktionelle Therapie von Stammkrampfadern interessant und hat nicht nur kosmetische Indikationen.

In Hinblick auf die aktuelle Situation sei kurz angemerkt, daß an beiden Standorten von Saphenion® in Rostock und Berlin die Zahl der Therapietermine nicht wesentlich nachgelassen hat. Ein angepasstes Hygieneregime und die leitliniengerechte Durchführung machen die Fortführung der Therapie auch bei der Covid-19 – Pandemie durchaus möglich.

SaphenionPatientInfo – microfoam for varicose veins: Our conclusions

In addition to the improved closure effectiveness, we also see the ugly post therapeutic brown lines and spots – so-called hyperpigmentations – much less frequently.

Ecchymoses (bleeding under the skin) are less common (<5%). We have seen phlebitis in 30 cases (3.3%). We saw a partial deep vein thrombosis of lower leg veins in 3 cases (0.33%). Although this number is small, the occurrence of this complication prompted us to perform single thrombosis prophylaxis after each therapy session.

In one case, puncture ulcers developed, but experiments with ointments and sprays were carried out abroad, so that the causes of the ulcers could not be determined. In no case did our patients report any sensory disorders or numbness after treatment.

Our patients primarily report – in addition to the visible small puncture hematomas – strands and tenderness over the treated vein. Symptoms similar to sore muscles also appeared (this is similar to the symptoms after therapy with VenaSeal® – vein glue).

There were no other side effects (allergy) or complications (embolism). Therapy Sealing Microfoam is an effective, and inexpensive alternative and a supplement to the thermal catheter methods often used for common varicose veins, laser, radio wave, superheated steam, or the non-thermal Clarivein or Vein glue. Microfoam therapy with attainable effectiveness is also interesting for the functional therapy of truncal varicose veins and has more than just cosmetic indications.

Because of the current situation with Covid-19, it should be noted that the number of therapy appointments has not decreased significantly at both Saphenion® locations in Rostock and Berlin. An adapted hygiene regime and the implementation in line with the guidelines make it possible to continue the therapy even in the Covid-19 pandemic.

Photos / Videos

Saphenion – Madlen M., S. Claudia, Studentin, Utzius

Referenzen / Links:

https://www.sryahwapublications.com/open-journal-of-surgery/volume-2-issue-1?fbclid=IwAR0U0-wp9uimhOgrzdYrWM4UTy9ChvYtrL7MxsFGDW4rqcVtQyFNSqG8rM8

http://www.ejves.com/article/S1078-5884(15)00097-0/abstract

http://www.der-niedergelassene-arzt.de/fileadmin/user_upload/zeitschriften/vasomed/Artikel_PDF/2017/01-2017/Faerber.pdf

http://www.der-niedergelassene-arzt.de/fileadmin/user_upload/zeitschriften/vasomed/Artikel_PDF/2017/01-2017/Murena.pdf

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26557230

http://www.phlebology.de/leitlinien-der-dgp-mainmenu/280-leitlinie-zur-diagnostik-und-therapie-der-krampfadererkrankung

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http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1017861-krampfadern-minimalinvasive-therapien-auf-dem-vormarsch

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26384639

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26036246

https://www.dr-breu.de

https://www.phlebology.de/aerzte/aktuelles/mitteilungen/?fbclid=IwAR3A_It-ZdMemQrLX7g5o1HUnkqYGv8kw_xT5PL_KY9R1xsKnQXUQav1rz0

van den Bos R. et al. : Metaanalyse randomisierter klinischer Studien und Fallserien, J.Vasc. Burg., 2008, Aug.8

Bier,Braun Kümmel: Chirurgische Operationslehre, begründet. von F. Sauerbruch; Johann Ambrosius Barth, Leipzig; 1958

http://www.saphenion.de/news/saphenionscience-erstmals-sonovein-therapien/

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