SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern / Update

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: 52 Monate Erfahrung

SaphenionPatientenInfo Mikroschaum bei Stammkrampfadern an 808 Venen:

Diese Mikroschaum – Therapie ist seit 2010 Goldstandart der Seitenast- / Netzvenen- / Besenreisertherapie. Klebender Mikroschaum ist eine Modifikation des eingesetzten Ethoxisklerol – Mikroschaums. Man erweitert die Verödungskomponente um einen Verklebungseffekt. Dies geschieht mit Hilfe von hochprozentiger steriler Zuckerlösung. Diese wurde bereits ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Behandlung auch von Stammkrampfadern und Seitenastkrampfadern eingesetzt.

Klebender Mikroschaum in 52 Monaten Anwendung – Mit dem Erfolg des Venenklebers lag die Idee nah, auch den Mikroschaum weiter zu entwickeln. Veröden und Kleben simultan ist eine der möglichen Variationen. Diese Variation eignet sich dann auch sehr gut für die Therapie der Stammvaricosis. Allerdings sind klare Definitionen für den Einsatz des klebenden Mikroschaums notwendig.

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: Historisches

Der Beginn der endovenösen Therapie wird in das Jahr 1911 gelegt. Kurz vor dem 1. Weltkrieg kam es zu einer Syphilis – Epidemie. Sowohl der französische Dermatologe Jean Sicard als auch der Deutsche Paul Linser machten die Entdeckung, daß Armadern bei der Injektion von Salvarsan (Syphilis-Therapie) verschlossen wurden. Dies führte dann zur eigentlichen Sklerotherapie an Stammvenen und Seitenästen der Beine. Zuerst injizierten beide Ärzte sublimierte, dann hypertonische Kochsalzlösung. Die Erfolge von Linser und Sicard stellten die chirurgischen Eingriffe in den Hintergrund. Auch zahlreiche Chirurgen verließen nun die operative Behandlung.

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SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: Prof. Ferdinand Sauerbruch, Direktor der Chirurgischen Klinik der Charitè von 1927 – 1949

Ferdinand Sauerbruch, von 1927 bis 1947 Direktor des Chirurgischen Krankenhauses der Charitè Berlin, hatte seinen Chirurgen 1929 alle radikalen Methoden der Krampfadertherapie (Stripping,Herausziehen, abklemmen) verboten! Die Chirurgen in der Charitè verwendeten Zuckerlösung zur Behandlung von Krampfadern. Ihnen folgten viele andere Kollegen in deutschen Krankenhäusern.

Während in der BRD ab 1949 die radikale Chirurgie der Krampfadern wieder als Methode der 1. Wahl definiert wurde, ist in der ehemaligen DDR bis Mitte der 60er Jahre die Verödungstherapie dem radikalen Herausziehen (Stripping) vorgezogen worden. Dies belegt neben den eigenen Erfahrungen unseres Senior Consultants PD Dr. W.Lahl u.a. auch folgendes Zitat aus der Sauerbruch`schen Operationslehre, herausgegeben von Bier/Braun/Kümmel, Auflage von 1958 (Verlag J.A.Barth, Leipzig, 1958) aus dem Band VI – Die Operationen an den Extremitäten:

“Fast überall ist die operative Behandlung der Krampfadern ganz oder nahezu völlig verlassen zugunsten der Verödung auf chemischem Wege. Diese leistet mehr und Vollkommeneres als die chirurgischen Verfahren zustande gebracht haben… Zur Injektion der Varizen zum Zwecke der Verödung stehen mehrere Lösungen zur Verfügung. Die ursprünglich von Linser angegebene Sublimatlösung ist wegen ihrer toxischen Nebenwirkungen verlassen. Heute werden meistens angewandt: 1. hypertonische 10-30% Kochsalzlösung, 2. konzentrierte 50-60% Zuckerlösung, 3. ungesättigte Lösung von Fettsäuresalzen. Die Kochsalzlösungen wirken sehr sicher, haben aber den Nachteil…dass sie unangenehme schmerzhafte Gewebsnekrosen machen, die lange Zeit zur Abheilung brauchen. Diese beiden Nachteile, die Gewebsnekrodse und das Rezidiv, haben wir beim Einsatz der Lösung mit Fettsäuresalzen in vielen Hunderten von Anwendungen nicht gesehen.

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum an Stammkrampfadern in 808 Fällen

Saphenion setzt die Mikroschaumtherapie seit 2004 ein. Wir haben in unseren Venenpraxen nach Eintreten von Frau Dr. Martell (2016) einige Modifikationen der Injektionstechnik eingeführt und den Mikroschaum modifiziert. Die achtjährige erfolgreiche Arbeit mit dem Venenkleber „VenaSeal“ legte die Idee nahe, auch dem Mikroschaum zusätzlich eine klebende Wirkung zu geben.

Durch die eingeführten technischen Verbesserungen, Modifikationen des Mikroschaumes und die permanente Nutzung des Ultraschalls ist die Therapie von Seitenästen und partiell oder komplett defekten Stammkrampfadern (bis maximal 5 – 6 mm Durchmesser) möglich und sehr erfolgreich. Sie wird von uns nach der notwendigen Diagnostik mittels Ultraschall (zwingend ist das Ausmessen der Venen!) in allen klinisch möglichen Fällen auch empfohlen. Unter Kostenaspekten – gerade beim Selbstzahler – ist der Klebende Mikroschaum eine hervorragende Alternative, da wir nicht ausschließlich auf die kostenintensiveren thermischen Katheterverfahren oder den Venenkleber für die Behandlung defekter Stammvenen zurückgreifen müssen.

SaphenionPatientenInfo – Mikroschaum bei Stammkrampfadern: Ergebnisse über 52 Monate therapeutischer Anwendung

Klebender Mikroschaum: Nach 52 Monaten Anwendung des Klebenden Mikroschaums bei Stammkrampfadern zeigt sich im genannten Zeitraum und den genannten Indikationen eine höhere Erfolgsquote als beim radikalchirurgischen Stripping bei deutlich  geringeren Nebenwirkungen. Der Therapieablauf ist gewebeschonender und einer sofort möglichen Mobilisierung zugänglich. Wir richten uns in der Mikroschaumtechnik nach den Empfehlungen von Franz Xaver Breu vom Venenzentrum am Tegernsee.

https://www.dr-breu.de

Seit Dezember 2006 haben wir über 15500 Mikroschaumtherapien durchgeführt. In den letzten 52 Monaten (1/2016 – 5/2020) wurden bei Saphenion in 5295 Fällen für die Therapie von Krampfadern Klebender Mikroschaum gewählt.

In 808 Fällen wurde eine Stammvaricosis behandelt. Im Einzelnen betraf dies in 301 Fällen die V. saphena parva, bei 204 Patienten die V. saphena magna und in 303 Fällen akzessorische Stammvenen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 49 Jahre (17 – 93 Jahre).

Die Therapie einer inkompletten Stammvaricosis ist im Zeitraum von 52 Monaten zu nahezu 100 % erfolgreich. Die Vena saphena parva zeigt sich in 93,4% (283 Venen) verschlossen. Die Vena saphena magna war, über den gleichen Zeitraum betrachtet, in 89,7% verschlossen (183 Venen). Die akzessorischen Stammvenen konnten in 95,7% verschlossen werden (290 Venen).

Dies entspricht einer Gesamtverschlussrate von 92,93% für alle therapierten Stammvenengruppen.

SaphenionPatientenInfoMikroschaum bei Stammkrampfadern: Unsere Schlussfolgerungen

Neben der verbesserten Verschlusseffektivität sehen wir auch wesentlich seltener die häßlichen post therapeutischen braunen Striche und Flecken – sog. Hyperpigmentationen.

Ecchymosen (Einblutungen unter die Haut) sind seltener (< 5%) aufgetreten. Venenentzündungen haben wir in 29 Fällen (3,6%) gesehen. Eine partielle tiefe Venenthrombose von Unterschenkelvenen sahen wir in 3 Fällen (0,37%). Zwar ist diese Zahl sehr gering, trotzdem hat uns das Eintreten dieser Komplikation veranlasst, bei allen Mikroschaum-Therapien an den Stammkrampfadern eine einmalige Thromboseprophylaxe nach jeder Therapiesitzung durchzuführen.

In einem Fall entstanden mehrere Punktionsgeschwüre, allerdings wurde hier auswärtig mit Salben und Sprays experimentiert, so daß die Ursachen für die Geschwüre nicht fest zu stellen waren. In keinem Fall wurde von unseren Patienten über Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühl nach der Behandlung berichtet.

In erster Linie berichten unsere Patienten – neben den sichtbaren kleinen Punktionshämatomen – von Stranggefühl und Druckschmerz über der behandelten Vene. Auch muskelkaterähnliche Erscheinungen traten auf (dies ähnelt den Symptomen nach der Therapie mit dem VenaSeal® – Venenkleber).

Andere Nebenwirkungen (Allergie) oder Komplikationen (Embolie) traten nicht auf. Somit ist die Therapie Klebender Mikroschaum eine sehr wirkungsvolle, effektive und preisgünstige Alternative und Ergänzung zu den häufig bei Stammkrampfadern eingesetzten thermalen Katheterverfahren Laser, Radiowelle, Heißdampf oder dem nonthermalen Clarivein oder Venenkleber. Damit wird die Mikroschaumtherapie mit der erreichbaren Effektivität auch für den Einsatz beim kosmetisch anspruchsvollen und bei älteren Patienten interessant.

In Hinblick auf die aktuelle Situation sei kurz angemerkt, daß sich viele Patienten auch gegenwärtig mittels Mikroschaum therapieren lassen. Ein angepasstes Hygieneregime und die leitliniengerechte Durchführung machen die Fortführung der Therapie auch bei der Covid-19 – Pandemie durchaus möglich.

Photos / Videos

Saphenion – Utzius, Madlin, Claudia, Studentin

Referenzen / Links:

https://www.sryahwapublications.com/open-journal-of-surgery/volume-2-issue-1?fbclid=IwAR0U0-wp9uimhOgrzdYrWM4UTy9ChvYtrL7MxsFGDW4rqcVtQyFNSqG8rM8

http://www.ejves.com/article/S1078-5884(15)00097-0/abstract

http://www.der-niedergelassene-arzt.de/fileadmin/user_upload/zeitschriften/vasomed/Artikel_PDF/2017/01-2017/Faerber.pdf

http://www.der-niedergelassene-arzt.de/fileadmin/user_upload/zeitschriften/vasomed/Artikel_PDF/2017/01-2017/Murena.pdf

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26557230

http://www.phlebology.de/leitlinien-der-dgp-mainmenu/280-leitlinie-zur-diagnostik-und-therapie-der-krampfadererkrankung

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23864535

http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1017861-krampfadern-minimalinvasive-therapien-auf-dem-vormarsch

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26384639

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26036246

https://www.dr-breu.de

https://www.phlebology.de/aerzte/aktuelles/mitteilungen/?fbclid=IwAR3A_It-ZdMemQrLX7g5o1HUnkqYGv8kw_xT5PL_KY9R1xsKnQXUQav1rz0

van den Bos R. et al. : Metaanalyse randomisierter klinischer Studien und Fallserien, J.Vasc. Burg., 2008, Aug.8

Bier,Braun Kümmel: Chirurgische Operationslehre, begründet. von F. Sauerbruch; Johann Ambrosius Barth, Leipzig; 1958

http://www.saphenion.de/news/saphenionscience-erstmals-sonovein-therapien/

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