Kleben mit Mikroschaum – 35 Monate Therapie an Stammvenen

Klebender Mikroschaum bei Stammkrampfadern

Klebender Mikroschaum ist eine Modifikation des zur Verödungstherapie allgemein eingesetzten Ethoxisklerol – Mikroschaums.

Mit dem Erfolg des Venenklebers lag die Idee nah, den Mikroschaum weiter zu entwickeln. Veröden und Kleben simultan ist eine der möglichen Variationen.

Der Mikroschaum zur Behandlung von Krampfadern ist seit 1938 bekannt. Er hat sich in den 90er Jahren als feste Therapie von Krampfadern und Besenreisern etabliert. Das Behandlungsmanagement des Krampfaderleidens wurde eindeutig erleichtert und die Therapie wurde schonender. Seit 2010 hat auch die FDA (Food and Drug Administration) in den USA die Mikroschaumtherapie mittels Ethoxysklerolschaum zur Therapie von Krampfadern zugelassen und als „gold standard“ der Besenreiser – und Netzvenentherapie erklärt.


Video von Michelle Lenk: Sealing Foam Therapie von Stamm / Seitenastkrampfadern

Inzwischen werden bei uns – wie bei vielen anderen Spezialisten – alle Mikroschaumtherapien sonografisch kontrolliert durchgeführt. Auch stehen uns spezielle Mikroschaumkatheter zur Verfügung.

Insbesondere die Wirksamkeit bei kräftigen Seitenast – und Verbindungsvenen, als auch die Therapie inkompletter und auch kompletter Stammkrampfadern  stehen auf dem aktuellen Programm.  

Die Europäischen Gefäßchirurgen haben die Mikroschaumtherapie der Stammvaricosis  in ihren Leitlinien vor das Stripping (Herausziehen) gesetzt.

Die radikale Stripping – Technik ist nach den Europäischen Leitlinien Therapie der 3. Wahl.

News: Klebender Mikroschaum

Saphenion setzt die Mikroschaumtherapie seit 13 Jahren ein. Wir haben einige Veränderungen der Injektionstechnik und beim  Mikroschaum eingeführt. Die fast siebenjährige erfolgreiche Arbeit mit dem Venenkleber „VenaSeal“ legte die Idee nahe, auch dem Mikroschaum zusätzlich eine klebende Wirkung zu geben.

Durch diese  technischen Verbesserungen, die Modifikationen des Schaums und die permanente Nutzung des Ultraschalls ist die Therapie von Seitenästen und partiell oder komplett defekten Stammkrampfadern (bis maximal 5 – 6 mm Durchmesser) möglich. Sie wird nach der Diagnostik  in allen klinisch möglichen Fällen auch empfohlen. Auch unter Kostenaspekten – gerade beim Selbstzahler – ist der klebende Mikroschaum eine hervorragende Alternative, da wir nun nicht mehr ausschließlich die kostenintensiven  thermischen Katheterverfahren oder den Venenkleber für die Behandlung defekter Stammvenenabschnitte benutzen müssen. Die Verschlussrate liegt bei 88 – 95%.

Ergebnisse nach Therapie mit klebendem Mikroschaum

Die Resultate beim Kleben der Stammvene mit Mikroschaum zeigen in einem Zeitraum von 35 Monaten eine höhere Erfolgsquote als das radikalchirurgische Stripping bei deutlich  geringeren Nebenwirkungen, einem gewebeschonenden Therapieablauf und einer sofort möglichen Mobilisierung. Seit Dezember 2006 haben wir über 13730 Mikroschaumtherapien durchgeführt. In den letzten 35 Monaten (5 / 2016 – 4 / 2019) wurden bei Saphenion in 3996 Fällen für die Therapie von Krampfadern Klebender Mikroschaum gewählt. In 352 Fällen wurde eine Stammvaricosis behandelt. Im Einzelnen betraf dies in 133 Fällen die V. saphena parva, bei 108 Patienten die V. saphena magna und in 111 Fällen akzessorische Venen. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 45 Jahre (18 – 86 Jahre). Die Therapie einer inkompletten Stammvaricosis ist im Zeitraum von 35 Monaten zu 100 % erfolgreich. Die Vena saphena parva zeigt sich in 93,9 % (125 Venen) verschlossen. Die Vena saphena magna war, über den Zeitraum von 35 Monaten betrachtet, in 88,8 % verschlossen ( 96 Venen).

Damit ist die Mikroschaumtherapie auch für den Einsatz beim kosmetisch anspruchsvollen und für den älteren Patienten prädestiniert.

Geringere Nebenwirkungen

Aber nicht nur der Verschlusseffekt ist deutlich verbessert worden. Wir sehen auch wesentlich seltener die häßlichen post therapeutischen braunen Striche und Flecke, sog. Hyperpigmentationen.

Ecchymosen (Einblutungen unter die Haut) sind sehr selten (< 5%) geworden. Venenentzündungen haben wir in 7 Fällen gesehen. Eine partielle tiefe Venenthrombose von Unterschenkelvenen sahen wir in 2 Fällen. Dies hat uns veranlasst, bei allen Mikroschaum – Therapien im Stammvenensystem eine einmalige Thromboseprophylaxe durchzuführen (die Leitlinie zur Mikroschaumtherapie fordert dies nicht!).

In einem Fall entstanden mehrere Punktionsgeschwüre, allerdings wurde hier auswärtig mit Salben und Sprays gearbeitet, so das die Ursache nicht eindeutig fest zu stellen ist. In keinem Fall wurde uns von Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühl nach der Behandlung berichtet.

Von unseren Patienten wurde neben den – sichtbaren kleinen Punktionshämatomen – in erster Linie von Stranggefühl und Druckschmerz über der behandelten Vene berichtet. Auch muskelkaterähnliche Erscheinungen traten auf (dies ähnelt den Symptomen nach dem VenaSeal -Venenkleben).

Andere Nebenwirkungen traten in keinem Fall auf. Somit ist die Therapie mit Klebendem Mikroschaum eine sehr gute, wirkungsvolle, effektive und preisgünstige Alternative zu den ebenfalls häufig eingesetzten Katheterverfahren Laser, Radiowelle, Heißdampf, Clarivein und Venenkleber.






Klebender Mikroschaum – Thrombusreste werden minimalinasiv entfernt

Zusatzkommentar von Saphenion:

Zu der von einigen Kollegen praktizierten Mixtur mit Eigenblutentnahme, Koagulation des entnommenen Blutes im warmen Wasserbad und Mischung mit Ethoxisklerol gefolgt von der Reinjektion in die erkrankten Krampfadern haben wir eine distanzierte Haltung. Dieses aus der Naturheilkunde bekannte Verfahren ist zunächst in der Wirksamkeit umstritten, dazu kommen erhebliche Nebenwirkungen, wie Schüttelfrost und Fieber nach der Therapie.

Auch die reine Kochsalzverödung ist bei Seitenast – und Stammkrampfadern nicht vergleichbar effektiv und hat – wie schon vom Erstbeschreiber Paul Linser 1921 mitgeteilt – erhebliche Nebenwirkungen. Auf Grund der erheblichen Komplikationsraten nach Kochsalzverödung war diese Methode schon Mitte der 20er Jahre kritisch hinterfragt und durch die Glucoseverklebung ersetzt worden.


Referenzen:

http://www.ejves.com/article/S1078-5884(15)00097-0/abstract

http://www.der-niedergelassene-arzt.de/fileadmin/user_upload/zeitschriften/vasomed/Artikel_PDF/2017/01-2017/Faerber.pdf

http://www.der-niedergelassene-arzt.de/fileadmin/user_upload/zeitschriften/vasomed/Artikel_PDF/2017/01-2017/Murena.pdf

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26557230

http://www.phlebology.de/leitlinien-der-dgp-mainmenu/280-leitlinie-zur-diagnostik-und-therapie-der-krampfadererkrankung

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23864535

http://gesundheitsnews.imedo.de/news/1017861-krampfadern-minimalinvasive-therapien-auf-dem-vormarsch

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26384639

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26036246

van den Bos R. et al. : Metaanalyse randomisierter klinischer Studien und Fallserien, J.Vasc. Burg., 2008, Aug.8

Bier,Braun Kümmel: Chirurgische Operationslehre, begründet. von F. Sauerbruch; Johann Ambrosius Barth, Leipzig; 1958

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